152 8. Mittelverteilung Doch sind den durch organisatorische Anpassungen erreichbaren Erfolgen Grenzen gesetzt. Um den Ausschöpfungsgrad erfolgreicher Stellenbesetzun- gen oder die Zahl der geschulten Arbeitslosen mittelfristig substantiell zu er- höhen, wird eine deutliche Veränderung des Verhältnisses zwischen auszuge- benden aktiven (Arbeitsmarktförderung) und passiven (Existenzsicherung) Mitteln notwendig sein. Dies bedarf deutlicher politischer Prioritäten, da eine Veränderung dieser Relation kurzfristig kein Nullsummenspiel ist, sondern einen insgesamten Mehraufwand erfordert. Dabei ist darauf zu achten, daß ein solcher kurzfristig entstehender Mehraufwand mittel- und langfristig durch positive Vermittlungserfolge kompensiert wird. Eine Forderung der aktiven Arbeitsmarktpolitik muß darüber hinaus von einer umfassenden "Qualitätssicherung" der zu finanzierenden Maßnahmen begleitet sein. Der effiziente Ressourceneinsatz vermittelt sich bei der Bereit- stellung öffentlicher Dienstleistungen nicht Ober Marktpreise. Wie in den meisten Ländern geht man in diesem Zusammenhang den Weg umfangreicher Evaluationen, die im Vergleich zu den insgesamt fUr Arbeitsmarktpolitik aus- gegebenen Mittel "billig" sind - 25 Mill. S pro Jahr wOrden ca. Y2%des Ge- samtaufwandes fUr aktive Arbeitsmarktpolitik betragen - und seit EU-Beitritt auch in Österreich notwendig und möglich, weil finanzierbar (ESF-Mittel) wurden. Sie liefern Rechenschaft Uber den erreichten Verwendungszweck und können wertvolle Hinweise für effizienzsteigernde Innovationen auf den ver- schiedensten Ebenen (z. B. bei der Vermittlung, Arbeitsmarktausbildung, aber auch im Bereich Ablauforganisation und Verwaltungsoverhead) liefern und so auch helfen, unetwOnschte Mitnahme-, Substitutions- oder Displacementeffek- te zu minimieren.