Mittel· und langfristig ist weiterhin mit einer Zunahme des Arbeitskräfte- angebots in Österreich zu rechnen. Die noch nicht abgeschlossene Beschäfti- gungsstudie des Beirats fllr Wirtschafts- und Sozial fragen rechnet in den nächsten zehn Jahren mit einer jährlichen Zunahme des gesamten Arbeitskräf- teangebots von durchschnittlich etwa 10.000 Personen. Da es ohne Gegen- steuerung auch in Zukunft zu einer Umschichtung von den Selbständigen (einschließlich der Land- und Forstwirtschaft) zu den unselbständig Erwerbs- tätigen kommen wird, wird fllr die unselbständig Beschäftigten ein etwas grö- ßere Zahl von Arbeitsplätzen geschaffen werden müssen. Zwar ist bei abneh- mender Beschäftigung in der Sachgüterproduktion ein nicht unwesentliches Potential an Beschäftigungsmöglichkeiten in einigen Bereichen des Dienstlei- stungssektors zu erwarten, doch sind die derzeit prognostizierten mittelfristi- gen Wachstumsraten der österreichischen Wirtschaft (IHS: 2% 1996-2000) generell zu niedrig, um fllr den Zuwachs des Arbeitskräfteangebots eine ent- sprechende Zahl von Arbeitsplätzen zu schaffen. Nachfrageseitig werden sich darUber hinaus Herausforderungen fllr den Ar· beitsmarkt durch die fortschreitende Globalisierung der Märkte, durch weitere EU-Anpassungen früher geschützter Bereiche sowie durch weitere Integrati- onsschritte der mittel- und osteuropäischen Länder ergeben. Die Aufgabe der Wirtschaftspolitik ist daher eine zweifache: I. Die Sozialpartner erwarten von der Bundesregierung, daß unmittelbar alle MtJg/ichkeiten fUr kurzfristig wirksame Maßnahmen ausgeschöpft werden, um 1996 die Beschiiftigung zu stabilisieren und den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu stoppen, 2. milssen mittelfristig wirksame Maßnahmen gesetzt werden, um die Dy- namik der 6sterreichischen Wirtschaft zu verbessern und die Beschäfti- gung so weit zu steigern, daß die zusiitz/ichen Arbeitskriifte beschiiftigt und die zahl der Arbeitslosen gesenkt werden k6nnen. Die Sozialpartner werden sich in ihren eigenen wirtschafts- und sozialpoli- tischen Aktivitäten - wie in der Sozialpartnervereinbarung 1992 festgehalten - gemeinsam konsequent um die Umsetzung des Zieles der Vollbeschäftigung sowie um die Erhaltung und Verbesserung einer möglichst ausgewogenen So- zialstruktur bemühen. Nach Ansicht der Sozialpartner ist die Rückfllhrung des Finanzierungsde- fizits des öffentlichen Sektors mittel- und langfristig eine Voraussetzung fllr eine gesunde und stabile wirtschaftliche und soziale Entwicklung. In Anbe- tracht der kurzfristig nachfragedämpfenden Auswirkungen der Budgetkonso- lidierung ist es umso notwendiger, die vorhandenen Handlungsspielräume der Wirtschaftspolitik fllr expansive und beschäftigungswirksame Maßnahmen umfassend und umgehend zu nutzen. 154 1. Infrastrukturinvestitionen Investitionen in den Bereichen Verkehr, Umwelt, Energie und Telekom- munikation verbessem nicht nur die Lebensqualität, sondem vor allem auch