Vorwort Die internationale Beschäftigungskrise setzt Herausforderungen besonderer Art auch in Wien. Mit fast 70.000 arbeitslosen Personen zu Beginn des Jahres 1998 hat die offiziell ausgewiesene Arbeitslosigkeit einen neuen Höchststand erreicht. Diese drastische Zunahme markiert jedoch noch nicht den Endpunkt: Seit über zehn Jahren hat sich die Arbeitslosigkeit in Wien in mehreren Schüben erhöht, ohne daß in Zeiten besserer Konjunktur ein Abbau der Arbeitslosigkeit erreicht wurde. Alarmierend ist jedoch nicht allein das Ausmaß der Arbeitslosigkeit. Auch ihre veränderte Struktur nimmt immer bedrohlichere Züge an: Das Risiko, arbeitslos zu werden, hat sich in allen sozialen Schichten, Berufs- und Altersgruppen deutlich erhöht. Angesichts der Arbeitsmarktsituation in Wien ist eine entschlossenere Hinwendung zu Bemühungen um einschneidende und anhaltende Verbesserungen der Beschäftigungslage eine der dringlichsten wirtschaftspolitischen Herausforderungen für das nächste Jahrzehnt. Dabei zeigt sich allerdings, daß es angesichts der Verfestigung des Arbeitslosigkeitsproblems, seiner verschiedenen Wurzeln und gruppenspezifischen Auswirkungen sowie der neuen und ungewissen weltwirtschaftlichen Tendenzen keine einfachen und erprobten Rezepte zur Überwindung oder Milderung der Arbeitslosigkeit geben kann. Dieser Materialband ist die gekürzte Version einer von der Kommunalpolitischen Abteilung der AK Wien in Auftrag gegebenen Studie „Arbeitsmarktbilanz für die Agglomeration Wien" von Heinz Fassmann-Ursula Reeger und Ulrike Schermann- Richter. Der Materialienband wurde jedoch durch umfangreiche statischen Tabellen und Abbildungen ergänzt, die es ermöglichen sollen, sich rasch und umfassend einen guten Überblick über die Arbeitsmarktlage in der Agglomeration Wien zu verschaffen. Josef Schmee