in Deutschland und in der Schweiz keine so weitreichende Akzeptanz gefunden bzw begegnet sie engeren Begrenzungen als in Österreich. Insgesamt ergibt sich also ein zwiespältiges Bild: Weder steht Österreich mit der Zulässigkeit und Verbreitung der Doppelmaklerei allein da in Europa, noch wären die Länder, in denen die Doppelmaklerei entweder unzulässig oder doch zumindest in der Praxis nicht akzeptiert ist, als unbedeutend abzutun. Der europäische Ver­ gleich macht jedenfalls klar, daß Alternativen zur Doppelmaklerei nicht bloß in der Theorie, sondern auch in der Praxis .lebbar" sind. Übersicht über die Zulässigkeit und Verbreitung der Doppeltätigkeit Doppeltätigkeit Schweiz Österreich Deutschland zulässi.!! • • • Vereinigtes Königreich (-)'1 üblich • Frankreich • • Schweden • • ??? . Dänemark ??n • • Norwegen • • Niederlande • Finnland • • Griechenland • • Luxemburg • • Irland • 1> Gesetzlich offen, nach den Verhaltenskodices der Berufsorganisationen nicht gestattet. 2.4.1. Schweiz Der „Mäklervertrag" ist in den Artikeln 412 bis 418 des schweizerischen Obligationenrechts (OR) geregelt. Die Kernelemente der Gesetzgebung und Recht­ sprechung zum Mäklervertrag sind durchaus mit der öst?rreichischen Situation vergleichbar, insbesondere die fehlende Tätigkeitspflicht des Maklers, der auf der anderen Seite die fehlende Abschlußpflicht des Auftraggebers gegenübersteht, und die Erfolgsbedingtheit der Provision. Eine ausdrückliche Regelung der Doppeltätigkeit ist im Gesetz nicht vorgesehen, wohl aber sieht Art. 415 OR die Verwirkung des Provisionsanspruchs des Mäklers vor, wenn er „in einer Weise, die dem Vertrage widerspricht. für den andern tätig gewesen" ist oder wo er sich „in einem Falle, wo es wider Treu und Glauben geht, auch von diesem lohn versprechen" hat lassen. Zur Beurteilung der Zulässigkeit der Doppeltätigkeit ist daher zunächst auf die jeweilige vertragliche Vereinbarung abzustellen; wenn diese Vereinbarung nichts enthält, was einer Doppeltätigkeit entgegensteht, dann ist zu prüfen, ob das Tätigwerden für den andern (bzw das Annehmen einer Provision vom andern) Treu und Glauben widerspricht. 24