Geschäftes darf der Doppelmakler nicht ohne ausdrückliche - beiderseitige - Erlaubnis eingreifen. Im Bereich der Vermittlung von Kaufverträgen ist die Doppelmakelei nicht selten, wenn auch nicht durchgängig üblich. Im Wohnungsmietrecht ist die Doppeltätigkeit nicht üblich und kann als Ausnahmefall bezeichnet werden. 2.4.10. Belgien Die Tätigkeit der Immobilienmakler ist in Belgien gesetzlich nicht speziell geregelt (die einzige explizite Regelung betrifft die Berechtigung zur Führung einer ge­ schützten Berufsbezeichnung .agent immobilier stagiaire" bzw agent immobilier agree 1.P .!"). Eine Doppeltätigkeit der Makler ist nicht üblich, der Makler wird in der Regel im Rahmen eines Auftrags (oft verbunden mit Vollmacht) nur einer Seite tätig. In der überwiegenden Zahl der Fälle wird der Auftrag vom Verkäufer bzw Vermieter erteilt Es kommt zwar regelmäßig vor, daß Wohnungssuchende Immobilienmakler kontaktieren, sie schließen mit diesen jedoch in aller Regel keinen Vertrag zu einer entgeltlichen Suche eines Objekts. 2.4.11. Frankreich Die Tätigkeit der Immobilienmakler in Frankreich wird im wesentlichen durch ein Gesetz aus dem Jahr 1970 (,.loi Hoguet'') geregelt. Dabei handelt es sich um eine öffentlich-rechtliche Rechtsvorschrift, die eher gewerberechtlichen Charakter hat. Das Gesetz verlangt, daß der Makler nur mit schriftlichem Auftrag tätig wird, in dem auch die Provisionshöhe festgelegt wird sowie die Partei, die die Provision tragen soll. Ausdrückliche Regeln zur Doppeltätigkeit - die zweifelsfrei zulässig ist - finden sich nicht. Der Makler hat seinen Auftrag mit Fleiß und Fähigkeit (diligence et competenoe) zu erfüllen; ihn trifft eine Beratungspflicht sowohl gegenüber seinem Auftraggeber (gegebenenfalls beiden Auftraggebern) als auch gegenüber dem Dritten. Der Dritte kann zwar keine vertraglichen Ansprüche geltend machen, kann sich aber im Fall einer Pflichtverletzung des Maklers auf dessen deliktische Haftung stutzen, die nach französischem Zivilrecht sehr weitgehend ist und in diesem Zusammenhang im wesentlichen zum selben Ergebnis wie die Haftung aus Vertrag führt. In der Praxis wird beim Verkauf in der Regel ein „mandat de vente" (Verkaufs­ auftrag) durch den Verkäufer erteilt; seltener, aber durchaus gebräuchlich, ist der ,.Suchauftrag" (,.mandat de recherche"), der vom potentiellen Käufer erteilt wird. Auch im Fall der Beauftragung durch den Verkäufer wird regelmäßig zwischen Verkäufer und Makler vereinbart, daß die Provision vom Käufer zu tragen ist; der Käufer kann dagegen nichts einwenden, wenn er zum Zeitpunkt seiner Vertrags­ erklärung davon informiert war. Für die Vermietung erfolgt die Beauftragung des Maklers zumeist durch den Vermieter, die Provision wird jedoch generell - aufgrund gesetzlicher Anordnung - zwischen Mieter und Vermieter geteilt. 31