Ländern ohne Provisionsbegrenzung eine Verzerrung darstelle. Dem ist ent­ gegenzuhalten, daß nach den Erfahrungen der Konsumenten- und Mieterorga­ nisationen in Österreich die Höchstgrenzen in der überwiegenden Zahl der Fälle ausgeschöpft werden, soweit es um den hier relevanten Marktbereich geht (Wohnungsnachfrage im .Normalbereich", also außerhalb des Luxussegments). Abweichungen von den Höchstgrenzen sind zwar auf Abgeberseite festzustellen, für den Wohnungsnachfrager sind niedrigere Provisionsbeträge jedoch höchst selten. Für die Nachfrageseite aber ist festzuhalten, daß die Höchstbeträge tatsächlich weithin mit den marktüblichen Sätzen ident sind. Das System der (ausschließlichen) Erfolgsprovisionen - in Österreich mit dem Maklergesetz normiert - wird auch manchmal als „preistreibend" für die Provisionen angesehen. Da es den Maklern nicht möglich ist, im Falle nicht erfolgreicher Ver­ mittlungen den dafür eingegangenen Aufwand zu lukrieren, sei es erforderlich, daß die Erfolgsprovisionen entsprechend höher sind. Nun trifft es zwar zu, daß in man­ chen Ländern (insbesondere Vereinigtes Königreich, Niederlande, in beschränktem Maße auch in Deutschland) die Vereinbarung von (konkreten) Aufwandsersätzen zulässig ist; nach Auskunft der befragten Konsumenten- und Maklerorganisationen ist dies auf Nachfragerseite jedoch tatsächlich nur selten und in besonderen Aus­ nahmefällen (für die auch in Österreich nach § 9 MaklerG die Vereinbarung eines Ersatzes für Aufwendungen zulässig ist). Es trifft keinesfalls zu. daß die gelegent­ lichen erfolgsunabhängigen Vergütungen in anderen Ländern das Gesamtbild der Provisionen auf Nachfragerseite nennenswert beeinflussen. Abweichungen im Tätigkeitsprofil sind von Land zu Land durchaus gegeben; so erklärt sich auch die vergleichsweise hohe Provision des Maklers in Frankreich für die Vermittlung von Kaufverträgen zumindest zum Teil auch aus der intensiveren lnvolvierung in die Errichtung der für die Transaktion notwendigen Dokumente und Verträge. Die unterschiedliche Intensität des Tätigwerdens könnte grundsätzlich durchaus eine Differenzierung im Hinblick auf den Provisionsanspruch rechtfertigen - allerdings würde dies gerade eben für eine Reduzierung der Provisionen sprechen. Denn nach § 6 Abs 2 MaklerG ist für den Provisionsanspruch des Immobilienmaklers in Österreich aufgrund des bestehenden Geschäftsgebrauchs im Zweifel die bloße Namhaftmachung der Geschäftsgelegenheit ausreichend. Der österreichische Makler ist also, zur Sicherung seines Provisionsanspruchs, gerade nicht verpflichtet, mehr zu tun, als die Gelegenheit zum Vertragsabschluß bekannt­ zugeben. 65