5. Besondere Schutzbestimmungen für VVohnungssuchende 5.1. Weitergehende Schutzbestimmungen in österreich Wie schon in der Einleitung ausgeführt, liegen die Probleme im Bereich der Wohnungsvermittlung nicht nur in der Provisionshöhe und der Doppeltätigkeit begrOndet; vor allem die nicht ausreichend überdachte Abgabe von Kauf- oder Mietanboten führt immer wieder zu problematischen Situationen. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber mit dem Maklergesetz auch ein Rücktrittsrecht geschaffen, wenn ein Verbraucher seine Vertragserklärung für ein Immobiliengeschäft, das seiner Wohnraumversorgung dienen soll, noch am Tag der ersten Besichtigung abgibt (§ 30a KSchG). Außerdem wurde mit § 30b KSchG eine ausdrückliche Informationsverpflichtung des Immobilienmaklers gegenüber dem Verbraucher geschaffen und in § 31 KSchG für wichtige Erklärungen die Schriftform als Wirk­ samkeitsvoraussetzung gefordert. 4' Das Rücktrittsrecht bei Immobiliengeschäften nach § 30a KSchG dient dem Schutz des Verbrauchers vor Überrumpelung anläßlich der ersten Besichtigung. Der Bestimmung liegt die Wertung zugrunde, daß der bei der ersten Besichtigung eines bisher unbekannten Objekts möglicherweise ausgeübte Druck zu einer raschen Entscheidung eine Überrumpelungssituation schafft, die der im § 3 KSchG bei einem Haustürgeschäft typischerweise anzunehmenden Überrumpelung gleichzu­ halten ist. Nach den Erläuterungen zur Regierungsvorlage'5 wird die Bestimmung durch folgenden typischen Sachverhalt gerechtfertigt: Bei einem von einem Immo­ bilienmakler organisierten Besichtigungstermin - an dem gerade bei Mietwohnungen angesichts der starken Nachfrage oft mehrere Wohnungssuchende zugleich teil­ nehmen - wird der Interessent veranlaßt, sofort ein Anbot zu unterfertigen, das der Makler dann seinem Auftraggeber, dem Vermieter oder V?rkäufer, überbringt. Oft wird bei diesem Besichtigungstermin auch erst der Maklervertrag geschlossen; Interessent und Makler hatten vorher meist keinen oder nur kurzen telefonischen Kontakt aus Anlaß eines Inserats. Neben der Überrumpelungssituation war für die Schaffung des Rücktrittsrechts auch die wirtschaftliche Tragweite der Vertragserklärung des Verbrauchers maßgeblich: .Schon die Miete, besonders aber der Kauf einer Liegenschaft oder Wohnung ist in der Regel eine einschneidende wirtschaftliche Entscheidung. Für einen großen Teil .. ,m Detail zu den Bestimmungen des KSchG Ober Immobiliengeschäfte siehe die ausf0hr1iche Kommentierung bei Kosesnik-Wehrle/Lehofer/Mayer. KSchG ( 1997}. 45Vgl RV 2 BlgNR 20. GP 37. 66