Die Zulässigkeit der Doppeltätigkeit mit der in der Praxis zumindest tolerierten unterschiedlichen Intensität der lnteressewahrung gegenüber den beiden Auftrag­ gebern führt dazu, daß sich vielfach die Tätigkeit des Maklers gegenüber dem Wohnungssuchenden tatsächlich darauf beschränkt, die Gelegenheit zum Vertrags­ abschluß bekanntzugeben, während der Wohnungsabgeber (Vermieter oder Ver­ käufer) in der Regel vom Makler weit besser informiert und betreut wird. Zugleich führt das Prinzip der Doppelmaklerei dazu, daß der Wohnungssuchende den Makler gewissermaßen mit der Wohnung .mitkauft": will er die angebotene Wohnung an­ mieten oder kaufen, bleibt Ihm in der Regel nichts anderes übrig, als mit diesem Makler einen Maklervertrag abzuschließen. Dementsprechend bleibt dem Woh­ nungssuchenden auch kaum Spielraum für Preisverhandlungen Ober die Provision. Gerade diese Monopolsituation im Hinblick auf die konkrete Wohnung rechtfertigt verbindliche Provisionsgrenzen, da hier nicht von einem funk1ionierenden Markt für die Maklerleistung ausgegangen werden kann. Die durch Verordnung festgelegten Provislonsgrenzen liegen Jedoch deutlich Ober dem europäischen Niveau, sowohl bei der Vermittlung des Kaufs von Eigentums­ wohnungen und Einfamilienhäusern, als auch - noch stärker - bei Mietverträgen. Zudem zeichnet sich durchaus die Tendenz ab, verbindliche Höchstgrenzen als gesetzliche Preisfestsetzung mißzuverstehen. Da diese Höchstgrenzen auch vom bloßen Nachweismakler ausgeschöpft werden können, ist fOr den Makler auch wenig ökonomischer Anreiz gegeben, über das zur Sicherung des Provisionsan­ spruchs notwendige Maß hinaus für den Wohnungssuchenden tätig zu werden. 75