VORWORT Dem Arbeitskreis für ökonomische und soziologische Studien gehören Vertreter der Wirtschaftskammer Österreich, der Bundesarbeitskammer, des Österreichischen Gewerkschaftsbundes und der Vereinigung Österreichischer Industrieller an. Ziel des Arbeitskreises ist die Durchführung wissenschaftlicher Untersuchungen zu Fragen, denen eine längerfristige Bedeutung für Österreichs Wirtschaft beizumessen ist und welche die Aufgabenstellungen der genannten Organisationen berühren. Hintergrund Im Zuge der EU-Integration verlieren einige wirtschaftspolitische Instrumente der na¬ tionalen Regierungen zunehmend ihre Wirksamkeit, andere stehen überhaupt nicht mehr zur Verfügung. Gleichzeitig jedoch eröffnen sich auf europäischer Ebene neue Handlungsspielräume und Chancen für wirtschaftspolitische Koordination. Insbeson¬ dere unter den Bedingungen der Wirtschafts- und Währungsunion gilt es, diese stär¬ ker als bisher auszunützen. Der Arbeitskreis faßte den Beschluß, zu Themen, die vor diesem Hintergrund in den nächsten Jahren besondere politische Relevanz haben werden, eine wissenschaftli¬ che Tagung ,Institutionelle Voraussetzungen für eine europäische Wirtschaftspolitik' abzuhalten. Diese fand am 4. und 5. September 1998 in den Räumlichkeiten der Wirtschaftskammer Österreich in Wien statt. Themen der wissenschaftlichen Tagung .Institutionelle Voraussetzungen für eine europäische Wirtschaftspolitik' Namhafte Ökonomen, Sozial- und Politikwissenschafter aus dem EU-Raum analy¬ sierten die Stärken und Schwächen des europäischen Wirtschafts- und Wohlfahrts¬ modells im globalen Wettbewerb: Welche Anpassungen und Weiterentwicklungen des Modells sind im Hinblick auf die ErhaltungA/erbesserung der Wettbewerbsfähigkeit notwendig? In welchen wirtschaftspolitischen Feldern besteht Handlungsbedarf auf europäischer Ebene? Besteht ein gesamteuropäisches Steuerungserfordernis im Bereich des Ar¬ beitsmarktes? Einen zweiten Schwerpunkt bildeten die institutionellen Voraussetzungen derartiger politischer Strategien und Maßnahmen auf europäischer Ebene und die Rolle der Sozialpartnerverbände im europäischen Entscheidungsprozeß: Wie ist es um die Organisationsfähigkeit der nationalen und europäischen Verbände der Unternehmer und Arbeitnehmer bestellt? Wie sehen die Interessen der Verbände bezüglich der Gestaltung europäischer Arbeitsbeziehungen aus? Welche Mechanis¬ men der europaweiten Koordinierung im Arbeitsmarktbereich existieren bereits, wel¬ che Szenarien der Weiterentwicklung erscheinen realisierbar? Welche Funktionen könnten/sollten den europäischen Arbeitgeber- und Arbeitneh¬ merverbänden hinsichtlich der Erstellung von Rahmenbedingungen auf den europäi¬ schen Arbeitsmärkten zukommen? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen diesen Rahmenbedingungen und anderen wirtschafts- und sozialpolitischen Hand¬ lungsfeldern? Welche Rolle könnten/sollten die Verbände in der makroökonomischen Politik auf EU-Ebene spielen?