tferiBRtigablllir bar bezahlt. DerBelfrlebsraf flSliMllllItllllllil Organ der Ckvjsrkschaftskommisslon DeulschCsferrekhsfGrdlefraigewerk- schafflich organisierten Betriebsr�te und Vertrauensm�nner und ffir die Beisitzer der Einigungs�mter und �n �1 i/i *11� Gewerbegerichte Hitteilungsblatt der Kammern f�r in n Arbeiter und Angestellte Erscheint jeden zweiten Dlenstau ?BBUMaEHannaHU 2. Jahrgang uiiiiimiiiiiiiimi Herausgeber: Anton Huebar v> Schrift- leltung: Ed. Straas und Or.l. ilannati Adresse: Wien I, EbsndorferstraSe 7 Telephon 15124 � Postsparkassa 170.355 * Administration und Expe� dition: Wien I, EbendorferstraBe 1 Bezugspreis: halbj�hrlich 1000 Xrontn Einzelnummer SO Kronen � Wien, 18. Juli 1S22 H�mmer 9 II I I III II IIIIUyiiiimiiiu�fimiiiiii ) Erscheint jeden zu/eilen Dianstag Inhalt 'Julius Grflnw.ald: Einige Bemerkungen zum Wiener Stra�enbahnerstreik. Alfred Braunthal (Gera): Die Arbeiterbank. (Volkswirtschaft. Benedikt Kautsky: Die Gr�nde der heutigen Krise (1). Sozialpolitik. Richard Neudeck � Jenny Adler: �ber die Gefahren bei der Ausf�hrung von Bauarbeiten (11). Gewerkschaftliches. Eduard Straas: Die Gewerkschaften in �sterreich. Lehrlings- und Gehilfenweseii. Richard Fr�nkel: Zur Lehrlingsfrage. Technik und Wirtschaft. Alois Beiger (Knittelicld): Das Taylor-System (XXVI). Arbeiterrecht. Eine wichtige Entscheidung des Einigungs� amtes �ber den Schutz eines Betriebsrates. � Kanu die Gehilfenversanimlung. auf die Festsetzung der Lehrlings- entlohnung Einflu� nehmen? Bildung und Erziehung. Anton Kim ml: Ein Fortbildungs- schulgesetz f�r K�rnten. Arbeiterkammern. Das Gutachten der Wiener Arbeiter� kammer �ber die �sterreichischen Betriebsr�te (1). Biicherschau. J. Hannak: Sozialwissenschaftiiche Literatur. � Eingelaufene B�cher. Einige Bemerkungen zum Wiener Strs�enbahnerstreik�~ Zwei Ereignisse auf dem Gebiete des Wiener .Verkehrswesens haben vor ganz kurzer Zeit das lebhafteste Interesse der Bev�lkerung bis weit �ber die Grenzen der vielgepr�ften Bundeshauptstadt wachgerufen und erhalten. Das erste dieser Ereignisse war der Streik der Angestellten und Bediensteten der Bundesbahnen und der Telegraphen- und Telephonanlagen, der wohl das Ver� kehrswesen ganz �sterreichs in Mitleidenschaft zog, iarn sichtbarsten jedoch, wie leicht begreiflich, seine Wirkungen in Wien �u�erte. �ber Ursprung, Verlauf und Beendigung dieser Bewegung � die aus dem Bestreben der Bundesregierung erstand, das Lohn� einkommen der Angestellten fortgesetzt nicht in jenem angleichenden Ausma�e ansteigen zu lassen, wie dies dem Ansteigen der Preise aller Lebensbed�rfnisse entspricht, mit anderen Worten sonach gesagt: das Niveau der Lebenshaltung der Bmidesangestellten fortgesetzt herabzudr�cken' � ausf�hrlicher zu sprechen, er�brigt sich auch schon deshalb, weil die sehr ausf�hrliche Behandlung dieser Angelegenheit im Nationalrat wohl zur Geniige die Sachlage klarlegte. Nur in aller K�rze sei gesagt, da� das Bestreben des Herrn Bundeskanzlers Seipel, die Beendigung des Streiks als eine bedingungslose hinzustellen und im Verfolg dieser Darstellung �ber den �Sieg der Festigkeit der Regierung" in allen Tonarten zu jubeln, einfach kindisch war. Selbst wenn dem so w�re, wie es der Herr Bundeskanzler darzustellen beliebte � da� dem aber nicht so war, wird er aus den "Lokn- und Gehaltstabellen der n�chsten Monate viel gr�nd� licher erfahren, als ihm und seinem Finanzmiuister lieb sein mag � w�re es ein Gebot der aller- priinitiysten Klugheit gewesen, mit dem eigenen �Siege'- nicht allzusehr zu protzen. Wen wollte denn �brigens Herr Seipel mit seinem Siegergcschrei t�uschen? Wir k�nnen doch aus dem faktischen Er� gebnis des Streiks, dem sogenannten Indexgesetz, am klarsten erkennen, wer als der wahre Sieger vom Kampfplatz wieder heimkehrte! Etwa die �ffentlich� keit? Die Bev�lkerung? Die Abgeordneten? Herr Seipel m�ge doch gef�lligst lesen, was das lauteste Organ der b�rgerlichen Herrschaftsgel�ste, das auch darum seiner Regierung wahrlich nicht abhold ist, die �Neue Freie Presse", �ber den von der Regierung erfochtenen �Sieg" zu sagen weil.!, und er wird sehr rasch erkennen, wie vergeblich und darum auch l�cherlich sein Bestreben ist, von einer �bedingungs� losen" Aufnahme der Arbeit und einer dem- entsprechenden Niederlage der Streikenden zu sprechen. Doch, wie gesagt: �ber diesen Streik und seine Beendigung zu sprechen. liegt keine besondere N�ti� gung vor, da trotz aller Verschleierungsvdrsuche des Herrn Seipel und der ihm wohlgesinnten Presse � zu der ausnahmslos alle b�rgerlichen Wiener Bl�tter geh�ren � die Sachlage klar zutage liegt. * Wesentlich anders steht es mit dem zweiten Wiener Verkehrsstreik der letzten Tage: dem sechs t�gigen S t r a � e n b a h n e r s t r e i k. Er ist schon deshalb einer eingehenderen Besprechung wert, weil er eine Reihe von Problemen aufgeworfen hat, die vor allem schon an sich, f�rmlich sozial� wissenschaftlich, voll Interesse sind, anderseits aber, wie wir vollkommen �berzeugt sind, mit dem stetig zunehmenden Zu- und Vordringen des proletarischen und sozialistischen Einflusses in den Gesellschafts� organismus immer mehr auch ihren Platz in der. -Parteidiskussion beanspruchen werden.