744 DER BETRIEBSRAT genossen Radek oder durch Otto Bauer (Der Baikau¬ krieg und die deutsche Weltpolitik, Verlag Vorwärts, Berlin 1912, 52 Seiten), Karl Renner („Kampf", Jänner 1915) und andere, von Hilferdings Meisterwerk, dem Schlußabschnitt seines „Finanzkapitals" (Zur Wirtschafts¬ politik des Finanzkapitals) gar nicht zu reden, aus ganz anderem Holz geschnitzt. Ein Spezialproblem der imperialistischen Epoche be¬ handelt Professor Robert L i e f m a n n in dem bekannten, soeben in fünfter erweiterter und verbesserter Auflage er¬ schienenen Werk „Kartelle und Trusts und die Weiter¬ bildung der volkswirtschaftlichen Organisation" (Verlag Ernst Heinrich Moritz, Stuttgart 1922, 311 Seiten, 40 Mk.). Wenn auch der Verfasser kein sozialistischer Parteimann ist, sondern auf dem Boden der bürgerlichen Weltauffassung fußt, kann sein Buch dennoch auch in den Reihen der Be¬ triebsräte mit Gewinn gelesen werden, 'tveil es, ohne ein¬ gehendere volkswirtschaftliche Kenntnisse vorauszusetzen, lehrreiche Einblicke in das Wesen und Werden der Kartelle and Trusts gewährt, auf deren wachsende Bedeutung ia auch in diesem Blatte erst kürzlich von Benedikt K a u t s k y in einem lungeren Aufsatz hingewiesen worden Ist. (..Betriebsrat", 2. Jahrgang, Nr. 5, Seite 73 f.) Ein anderes, gerade in unseren Tagen wieder höchst Aktuelles Problem ist das Gebiet der Steuern. In ihrem Sammelwerk „Ausgewählte Lesestiicke zum Studium der politischen Ökonomie" widmen denn auch Karl Diehl und Paul M o m b e r t den kürzlich erschienenen Band XIII den „Grundsätzen der Besteuerung" (G. Braunscher Verlag, Karlsruhe, 208 Seiten, 40 Mk.). Das Büchlein stellt sich zur Aufgabe, zu zeigen, wie sich geschichtlich die wichtigsten steuerrechtlichen Prinzipien herausgebildet haben. Zunächst werden die älteren steuerrechtlichen Anschauungen des 38. Jahrhundert expliziert, dann folgen die Lehren der klassischen Nationalökonomie, vorgetragen von deren be¬ rufensten Vertretern Ricardo und John Stuart Mi II, die wieder abgelöst werden von den sozialkonservativen Anschauungen eines Adolf Wagner — über dessen Ver¬ hältnis zum Sozialismus übrigens eine aus bürgerlicher Feder stammende Schrift (Walter Schneider: Adolf Wagners Beziehungen zum Sozialismus, Verlag Hubert Moerke, Neubrandenburg 1921, 111 Seiten, 18 Mk.) bei uns eingelaufen ist — und schließlich gipfeln in dem vortreff¬ lichen Referat, .das der verstorbene deutsche Genosse Emanuel Wurm 1913 auf dem Jenaer Parteitag der deutschen sozialdemokratischen Partei erstattet hat. Die bunte Fülle historisch und politisch wechselnder Betrach¬ tungsweise gibt dem Büchlein Lebendigkeit und Farbe, so tlaß es geeignet ist, ein anregender Wegweiser in diesem komplizierten Problem zu werden. Eine fast noch aktuellere Frage hat sich Alfred Braunthal in seiner Broschüre „Geld und Valuta" «Verlag Gewerkschaftskartell, Leipzig 1922, 55 Seiten, 4 Mk.) zum Vorwurf gewählt. Schon der Titel der Bro¬ schüre sagt alles. In gründlicher Untersuchung werden die Probleme der inneren und äußeren Geldentu ertung, das Währungsproblem einerseits und das Valutaproblem ander¬ seits zergliedert. Jedes der beiden Teilgebiete zerfällt wieder in Unterkapitel, deren Aufzählung die Reichhaltig¬ keit des Buches am besten zu illustrieren vermag. (I. Das Währungsprob 1 em: 1. Die Entstehung des Geldes; 2. Der Geldwert; 3. Scheidemünze und Banknote; 4. Die Papiergeldwährung; 5. Die Ursachen der Geldentwertung; 6. Wirkungen der Geldentwertung; 7. Der Steuerkampf.. II. Das Va 1 u t ap r ob 1 e in: 1. Der internationale Zahlungsverkehr; 2. Die Ursachen der heutigen Valuta¬ differenzen-; 3. Wirkungen der Valutadifferenzen; 4. Der Heilungsprozeß.) Zum Abschluß der heutigen Betrachtung sei auf das im Verlag Reimar Mobbing, Berlin, herausgekommene „Jahrbuch der Berufsverbände" (127 Seiten, 160 Mk.), be¬ sonders aufmerksam gemacht. In diesem hochwichtigen, vom Reichsamt für Arbeitsvermittlung bearbeiteten Material ist die Entwicklung aller Berufsverbände sowohl der Unter¬ nehmer als auch der Arbeiter und Angestellten bis in die allerjiingste Zeit verfolgt. Die überwältigende Menge statistischer Daten, das Adressenverzeichnis- und Register der Verbandspresse machen die Veröffentlichung auch für den österreichischen Gewerkschaftspraktiker zu einem wertvollen Hand- und Nachschlagebuch. Wir werden uns mit dem ausgezeichneten Werk in nächster Zeit noch, aus¬ führlicher beschäftigen. j. h. Eingelaufene Bücher Eberhard Buchner: Im Zeichen der roten Fahne, Revolutionsdokumente, I. Band (Deutsche Verlagsgesell« schaft für Politik und Geschichte, Berlin 1921, 400 Seiten, 14 Mk.). Karl Dieh 1—Paul Mombert: Ausgewählte Lesestiicke zum Studium der politischen Ökonomie (Band 13: Grund¬ sätze der Besteuerung, 208 Seiten, 40 Mk.; Band 14: Sozialpolitik, 192 Seiten, 40 Mk.; Verlag G. Braun, Karlsruhe 1922). Alpha Omega: Die Feiertage der Christen und Juden („Arbeiterwille", Graz 1922, 120 Seiten, 1300 K). G. Ssemjonow (Wassiliew): Die Partei der Sozial¬ revolutionäre in den Jahren 1917—1918 (Verlag Karl Hoym, Hamburg 1922, 85 Seiten, 3 Mk.). A. Losowsky: Die russischen Gewerkschaften unter den neuen Verhältnissen (Verlag der Roten Gewerkschafts-* internationale „Phöbus-Verlag", Berlin 1922, 34 Seiten, 8 Mk.). Die Rote Gewerkschaftsinternationale, Nr. 3 (14), März 1922 (Phöbus-Verlag, Berlin). Emil Leder er: Grundziige der ökonomischen Theorie (I. C. B. Mohr, Tübingen 1922, 184 Seiten, 75 Mlc., ge¬ bunden 105 Mk.). I. Ward in: Die Partei der Menschewiki in der russischen Revolution (Verlag Karl Hoym, Hamburg 1922, 60 Seiten). Franpesco Nitti: Das friedlose Europa (Sozielätsdruckerei., Frankfurt am Main 1922, 283 Seiten, Broschiert 45 Mk., gebunden 58 Mk.). Walter Kaskel: Rechtsfälle aus dem Arbeitsrecht zum Gebrauch bei Übungen (Verlag Julius Springer, Berlin 1922, 50 Seiten, 18 Mk.). H. See holzer: Raymond Poincare (Artistisches Institut Orell FüSli, Zürich 1922, 66 Seiten, 25 Mk.). N. Lenin: Der Imperialismus als jüngste Etappe des Kapitalismus (Verlag Karl Hoym, Hamburg 1921, 136 Seiten, 4 Mk.). Hugo Sinzheimer: Die Fortbildung des Arbeitsrechts (Allgemeiner freier Angestelltenbund, Berlin 1922, 20 Seiten, 8 Mk.). Internationales Aktionsprogramm der Sozialist. Partei Argentiniens (Partido Socialista, Buenos Aires 1921, 16 Seiten). A. Losowsky — H. Brandler: Der Kampf der Kom« munisten in den Gewerkschaften. (Verlag der Roten Ge-<. werkschaftsinternationale. Berlin 1922. 36 Seiten. 4 Mk.)] Protokoll vom I. Gewerkschaftskongreß des Allgemeinen freien Angestelltenbundes in Düsseldorf. (Verlag „Afa". Berlin 1922. 136 Seiten. 25 Mk.) 25. Bericht über die Geschäftslage in der Textilindustrie. (Verlag des Deutschen Textilarbeiterverbandes. Berlin, Juni 1922. 75 Seiten.) Bericht des Bundesvorstandes an den Kongreß in Leipzig 1922. (Verlag des A. D. G. B„ Berlin 1922. 207 Seiten.),' Karl Kautsky: Mein Verhältnis zur U. S. P. (Verlag Tony Bre(tscheid. Berlin 1922. 20 Seiten. 3 Mk.) Robert Danneberg: Der Vertrauensmann. (Vierte um* gearbeitete Auflage. Volksbuchhandlung. Wien 1922. 96 Seiten. 400 Kr.) Friedrich Weiß: Sozialisierung, Wege und Ziele. Ein Lehr-> buch für Arbeiterschulen. (Volksbuchhandlung. Wien 1922. 95 Seiten. 400 Kr.) „ Siegmund Kaff: Die wirtschaftspolitische Gesetzgebung Österreichs. (Volksbuchhandlung. Wien 1922. 104 Seiten. 1000 Kr.) Julius Braunthal: Vom Kommunismus zum Imperia¬ lismus, Bilder aus . dem bolschewistischen Georgien. (Volksbuchhanlung. Wien 1922. 64 Seiten. 375 Kr.) Alfred Braunthal: Geld und Valuta. (Gewerkschafts-: , kartell. Leipzig 1922. 55 Seiten. 5 Mk.) Walter Schneider: Adolf Wagners Beziehungen zum Sozialismus. (Verlag Hubert Moerke. Neu-Brandetiburg 1921. 111 Seiten. 17 Mk.) Jahrbuch der Berufsverbände im Deutschen Reiche. (Her-, ausgegeben vom Reichsamt für Arbeitsvermittlung. Verk¬ lag Reimar Hobbing. Berlin 1922. 127 Seiten. 160 Mk.). Sämtliche der vorstehend genannten Bücher sind zu beziehen durch die V o W Sr b u c h h a n d 1 u n g, Wien VI, Gumpendorfe r* Straße 18. Druck: „Vorwärts". Wien V-