Stadt entwickelte sich die Beschäftigung nur in den stärker industrieiastigen Bezirken Gänserndorf (-10,3%) und Baden (0,2%) am Rand der Agglomeration. Alles in allem konstatiert Mayerhofen ein spürbares Ausmaß der Dezentralisierung¬ stendenz im Bereich der Dienstleistungen vom Stadtgebiet ins Umland, welche je¬ doch keineswegs die Intensität der städtischen Erosionsprozesse in der Sachgüter- produktion erreicht. Die Wanderungsphänomene erklären zumindest einen Teil des Wachtumsrückstands Wiens im tertiären Sektor. Im wesentlichen bleiben allerdings die vielfältigen Ballungsvorteile des städtischen Raumes für das Standortkalkül in den Dienstleistungsbranchen bestimmend. 10. Die Tertiärisierung der Beschäftigung in Österreich und in Wien 1995- 99 im Vergleich Gegenüber der Zunahme der unselbständigen Dienstleistungsbeschäftigung im ge¬ samten Bundesgebiet (1,2% p.a.) blieb jene in Wien in der zweiten Hälfte der neun¬ ziger Jahre deutlich zurück (0,4% p.a. 1995-99)24. Bei diesem Vergleich ist allerdings erstens das beträchtlich höhere relative Ausgangsniveau in Wien (77,2% Anteil der tertiären Beschäftigung gegenüber 66,8% in Österreich) zu berücksichtigen und zweitens die Tatsache, daß der Expansion flächenintensiver Dienstleistungsaktivitä¬ ten innerhalb des Stadtgebiets Grenzen gesetzt sind.25 Wird die Beschäftigungsentwicklung Wiens in den fünf tertiären Subsektoren den jeweiligen Veränderungen im gesamten Bundesgebiet gegenübergestellt (Tabellen 5 und 8), so zeigen sich markante Unterschiede in den Entwicklungsrelationen: Die relative Wachstumsschwäche des Wiener Dienstleistungssektors geht vor allem auf die Diskrepanzen in den Distributiven und in den Öffentlichen Diensten zurück. In Wien sank in beiden Subsektoren die Zahl der unselbständig Beschäftigten 1995-99 (-1,5% bzw. -0,3% p.a.), während sie in Österreich stieg (0,2 bzw. 1,0% p.a.). In den Produktionsbezogenen Diensten, wo die Beschäftigung stark zunahm, war der Wachstumsrückstand Wiens geringer (3,2% gegenüber 3,6% p.a. in Österreich). Die Differenz dieser Steigerungsraten resultiert aus der stärkeren Beschäftigungsabnah¬ me im Wiener Bank- und Versicherungswesen. In den Unternehmensbezogenen Diensten hingegen entsprach die Wiener Wachstumsrate der österreichischen. Glei¬ ches galt für den Subsektor der Konsumorientierten Dienste (W 1,0%, Ö 1,1% p.a.). Einen Wachstumsvorsprung besaß Wien im Subsektor der Sozialen Dienste (W 2,7%, Ö 2,0%). Im Durchschnitt des Jahres 1999 entfielen 28,8% der unselbständigen tertiären Be¬ schäftigungsverhältnisse Österreichs auf Wien. Überragende nationale Bedeutung kommt dem Dienstleistungsstandort Wien in den Produktionsbezogenen und in den Öffentlichen Diensten zu. In den Wirtschaftsklassen Datenverarbeitung, Forschung und Entwicklung sowie Realitätenwesen und Vermietung lag der Beschäftigtenanteil der Bundeshauptstadt jeweils über 55%, in den Unternehmensbezogenen Diensten, im Bank- und im Versicherungswesen, in der Öffentlichen Verwaltung, in der Wirt¬ schaftsklasse Interessenvertretungen und Vereine sowie im Bereich Kultur, Sport und Unterhaltung jeweils über einem Drittel. 11. Die Position Wiens im europäischen Städtesystem Die Entwicklung der Wiener Wirtschaft ist nicht nur von ihrer Rolle im nationalen Kontext abhängig, sondern auch von der Position Wiens im europäischen Städtesy¬ stem. Aufgrund der gestiegenen Kapitalmobilität verschärfte sich in den achtziger und neunziger Jahren der Wettbewerb unter den europäischen Großstädten um be- 14