Beschäftigung und Arbeitslosigkeit im Wiener Dienstleistungssektor Peter Prenner 1. Einleitung Spätestens seit Beginn der neunziger Jahre ist Wien mit erhöhtem arbeitsmarktpolitischen Problemdruck konfrontiert. Ein Großteil der einschlägigen Arbeitsmarktindikatoren deuten in diese Richtung. Gleichzeitig vollzog und vollzieht sich in der Bundeshauptstadt ein wirtschaftlicher Strukturwandel, der nachhaltig auf die Beschäftigung einwirkt. Dabei steht - wie für Metropolen nicht anders zu erwarten - der Dienstleistungssektor im Zentrum. Ziel des vorliegenden Beitrages ist es daher, den beschäftigungsstrukturellen Wandel, mit Schwerpunktsetzung auf dem Dienstleistungssektor, mehrdimensional zu untersuchen und dem die strukturelle Entwicklung der Arbeitslosigkeit gegenüberzustellen. 1.1 Übersicht Nach einigen kurzen Anmerkungen zu den der Untersuchung zugrundeliegenden Datensätzen (Kapitel 1) und einer überblicksartigen Darstellung des Wiener Arbeitsmarktes (Kapitel 2), wird in Kapitel 3 der sektorale Strukturwandel analysiert. Dabei wird sowohl auf den - in Wien am weitesten vorangeschrittenen - Tertiärisierungsprozeß, als auch auf den Strukturwandel innerhalb des Dienstleistungssektors selbst Bezug genommen. Da seit Mitte der 90er Jahre auch die Zahl der geringfügig Beschäftigten offiziell erhoben wird, werden im nachfolgenden Kapitel Dienstleistungsbereiche identifiziert, für die diese prekäre Beschäftigungsform von besonderer Bedeutung ist. Im nächstfolgenden Abschnitt steht dann der Wandel der Wiener Berufslandschaft im Mittelpunkt der Untersuchung. Zuerst wird eine überblicksartige und daher nur auf die Dimension der Berufe beschränkte Beschäftigungsanalyse durchgeführt (Kapitel 5). Daran anschließend wird in Kapitel 6 unter Zuhilfenahme einer mehrdimensionalen Analyse - die Merkmale Alter, Geschlecht, Qualifikation und Staatszugehörigkeit bilden hier den Kern - eine Berufslandschaft für die Bundeshauptstadt entworfen. Ein Berufsüberblick für die 90er Jahre schließt diesen Teil der Studie ab. Den Schwerpunkt der Strukturanalyse bezüglich der Beschäftigungsformen bildet die Untersuchung der Teilzeitbeschäftigung in Wien (Kapitel 7). Hier kann, wiederum nach einer überblicksartigen Darstellung der Teilzeitentwicklung, sowohl auf sektorale als auch auf berufliche Aspekte Bezug genommen werden. Interessante Ergebnisse liefert schlußendlich auch die durchgeführte Altersstrukturanalyse der Teilzeitbeschäftigung. Der letzte Teil der Studie befaßt sich abschließend mit der Struktur des Wiener Arbeitsmarktes (Kapitel 8). Hier werden, aufbauend auf Arbeitslosenstatistiken des Arbeitsmarktservice, die Auswirkungen des Strukturwandels der Beschäftigung mit denen des Arbeitsmarkts verglichen. Dabei wird zusätzlich noch auf die Vormerkdauer (zur Untersuchung der Langzeitarbeitslosigkeit) und auf die Zahl der offenen Stellen zurückgegriffen. Letztendliches Ziel dieses Abschnittes ist es aber, arbeitsmarktpolitische Problembereiche zu identifizieren. 29