wieder in reguläre Vollzeitarbeitsverhältnisse übernommen werden. Vielmehr könnten andere prekäre Beschäftigungsformen weiter an Attraktivität gewinnen. 4.2 Ergebnisauswertung In Wien waren 1997 ca. 31.000 Personen als geringfügig Beschäftigte beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger vorgemerkt. Das waren um etwa 4.000 oder fast 15% mehr als noch ein Jahr zuvor. Trotz des kurzen Beobachtungszeitraumes, kann der vergleichsweise starke Zuwachs als ein Zeichen für hohe Beschäftigungsdynamik in diesem Bereich gewertet werden. Der Tertiäre Sektor stellt mit einem Anteil von über 90% den Hauptbeschäftigungsbereich für geringfügig Beschäftigte dar. (Abbildung 4) Frauen sind aus unterschiedlichen Gründen deutlich überrepräsentiert16. Die geringfügige Beschäftigung verteilt sich etwa im Verhältnis 2:1 auf Frauen und Männer. (Abbildung 5) Abbildung 4: Geringfügige Beschäftigung nach Sektoren 99630 1997 25 ® 20 O. 15 10 Primär Sekundär Tertiär Quelle: Hauptverband 16 Nach wie vor sind infolge tradierter Rollenzuweisungen mehrheitlich Frauen für Reproduktionsarbeiten (Haushalt, Kindererziehung, Altenpflege, etc.) zuständig. Ein Vollzeitarbeitsplatz ist damit in den meisten Fällen nicht vereinbar. Dieser Umstand schlägt sich auch in den meisten Erwerbsbiografien nieder. Frauen weisen im allgemeinen weit mehr Erwerbsunterbrechungen auf als Männer. Der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt ist in vielen Fällen nur in einer atypischen (z.B. geringfügigen) Beschäftigungsform möglich. Weiters arbeiten Frauen vorwiegend im Dienstleistungsbereich (Lassnigg/Prenner 1996), der einen viel höheren Anteil an geringfügiger Beschäftigung aufweist. All die hier angeführten Argumente relativieren zweifellos die Bedeutung der in der Einleitung des Abschnittes argumentierten höheren "Freiwilligkeit" bei geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen. 43