gewerkschaftlichen Einflußnahme oft wenig effektiv. Alles in allem befinden sich also die beschriebenen Berufe in einem weitgehend flexibilisierten und deregulierten Segment des Arbeitsmarktes. Trotzdem hat sich die Nachfrage nach derartigen Arbeitskräften nicht außergewöhnlich erhöht. Für die zukünftige Entwicklung kann von einem relativ stabilen Beschäftigungsverlauf mit weiterhin leicht überdurchschnittlichen Wachstumsraten ausgegangen werden. 7. Teilzeitbeschäftigung in Wien 7.1 Definition, Datenlage und Problemstellung Neben der geringfügigen Beschäftigung ist die Teilzeitarbeit ein weiterer wichtiger Typus von Beschäftigungsverhältnissen, die vom Normalarbeitsverhältnis abweichen. Als wesentlichste Attribute des Normalarbeitsverhältnisses können Dauerhaftigkeit, Kontinuität und Vollzeittätigkeit angeführt werden.28 Alle von dieser Definition abweichenden Beschäftigungsverhältnisse werden in der einschlägigen Literatur unter der Bezeichnung atypische Beschäftigungsverhältnisse gefaßt. Teizeitarbeit - obwohl mittlerweile weit verbreitet und wesentlicher Bestandteil der Beschäftigungssysteme - fällt demnach in die Kategorie der atypischen Beschäftigung. Von Teilzeitarbeit wird dann gesprochen, wenn die individuelle, vertraglich vereinbarte Arbeitszeit geringer ist als die betriebliche Regelarbeitszeit.29 Somit weicht Teilzeitarbeit also zumeist in nur einem Kriterium (Vollzeittätigkeit) vom Denkmodell des Normalarbeitsverhältnisses ab. Daneben können jedoch noch verschiedene Kombinationen mit anderen atypischen Beschäftigungsverhältnissen bestehen. Die am häufigsten anzutreffende Form ist sicherlich die Verbindung von Teilzeitarbeit und geringfügiger Beschäftigung. Kombinationen von Teilzeit mit befristeter Beschäftigung oder Leiharbeit sind dagegen eher selten anzutreffen. Weit weniger eindeutig als die theoretische Abgrenzung von Teilzeitarbeit stellt sich ihre empirisch-praktische Faßbarkeit dar. Die Arbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigungsverhältnisses ist nicht durchgängig konstant, sondern je nach Beruf oder Branche bzw. abhängig von der ausgehandelten Wochenarbeitszeit in bestimmten Bandbreiten variabel. Entsprechend schwierig ist es daher, eine einheitliche Trennlinie zu ziehen. In den vom Österreichischen Statistischen Zentralamt regelmäßig durchgeführten Mikrozensuserhebungen wurden deshalb im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte die Klassifikationen von Teilzeitarbeit mehrmals verändert. Da die hier vorliegenden Analysen auf Mikrozensusdaten beruhen, war es somit notwendig, eine über die gesamte Untersuchungsphase einheitliche Definition von Teilzeitarbeit festzulegen. Dabei wurden alle Personen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von unter 36 Stunden als Teilzeitbeschäftigte gewertet. Lehrer und Lehrerinnen fielen, sofern sie eine volle Lehrverpflichtung haben, in die Kategorie Vollzeitbeschäftigte. Weiters ist darauf hinzuweisen, daß alle Karenzgeldbezieherinnen sowie Präsenzdiener aus der Arbeitszeitstatistik des Mikrozensus ausgenommen sind. Ebensowenig sind alle geringfügig Beschäftigten in der Teilzeitstatistik erfaßt, da die Daten auf Grundlage des Lebensunterhaltkonzepts erhoben wurden. Dieses schließt geringfügige Beschäftigungsverhältnisse aus, da sie nicht zur Bestreitung des Lebensunterhaltes dienen. 28 Vgl. dazu beispielsweise: Mückenberger (1985). 29 Keller (1997). 72