und gleichzeitig die Zahl der flexibel Beschäftigten zumindest leicht zugenommen hat. Insofern kann in diesem Zusammenhang durchaus von zunehmender Flexibilisierung gesprochen werden. Trotzdem hat sich im selben Zeitintervall die Arbeitslosenquote mehr als verdoppelt und ist weiterhin im Steigen begriffen. Der zweite arbeitsmarktpolitische Problembereich - die Konsumorientierten Dienste - weist sowohl bei der Zahl der geringfügigen als auch bei der Teilzeitbeschäftigung durchwegs überdurchschnittliche Werte aus. Die Zahl der atypischen Beschäftigungsformen ist hier innerhalb des letzten Jahrzehntes deutlich angestiegen. Diese Dienste können somit als vergleichsweise flexibler Beschäftigungsbereich bezeichnet werden. Gleichzeitig führen aber die beiden bedeutendsten Wirtschaftsklassen dieser Kategorie - das Beherbergungs- und Gaststättenwesen sowie die Körperpflege und Reinigung - die Arbeitslosenquotenrangordnung an. Flexibilisierungs- und Deregulierungsstrategien konnten hier offensichtlich nur wenig zur Verbesserung der Arbeitslosenproblematik beitragen. Über einen hohen Anteil an flexiblen Beschäftigungsverhältnissen verfügen auch die Wachstumsbereiche Realitäten-, Rechts- und Wirtschaftsdienste sowie Gesundheits¬ und Sozialdienste. Für beide Wirtschaftsklassen gilt, daß sie verhältnismäßig gute Arbeitsmarktdaten aufweisen. Eine genauere Betrachtung der Wachstumsdynamik zeigt, daß das Beschäftigungswachstum in diesen Bereichen sowohl vom Ausbau flexibler Beschäftigungsverhältnisse als auch durch deutliche Zunahmen in der Vollzeitbeschäftigung getragen wurde. Zusammenfassend weisen die hier erzielten Ergebnisse somit darauf hin, daß durch die vermehrte Inanspruchnahme flexibler Beschäftigungsformen das Problem zunehmender Arbeitslosigkeit kaum beeinflußt werden kann. Jedoch deutet einiges darauf hin, daß das Beschäftigungspotential in Wachstumsbranchen durch einen Mix an typischer und atypischer Beschäftigungsverhältnisse besser genutzt werden kann. 8.2 Berufsstruktur- und Qualifikationsanalyse Den zweiten zentralen Aspekt bei der Untersuchung struktureller Merkmale der Arbeitslosigkeit stellt die Berufsstrukturanalyse dar. In engem Zusammenhang mit dem (vormals) ausgeübten Beruf steht zumeist auch die berufliche Qualifikation der als arbeitslos gemeldeten Person. Aus diesem Grund soll in diesem Abschnitt der Einfluß beider Variablen auf den Arbeitslosenbestand näher betrachtet werden. Da der Hauptverband der Sozialversicherungsträger keine Beschäftigtenzahlen nach dem Merkmal Beruf ausweist, können jedoch keine berufsspezifischen Arbeitslosenquoten gebildet werden. Die Berufsstrukturanalyse muß sich daher auf die Verteilung der Arbeitslosen nach den Berufen beschränken. Arbeitslosenquoten nach der Qualifikation der Beschäftigten können gebildet werden. Für die Verdeutlichung des starken Zusammenhangs von Arbeitslosigkeitsrisiko und Qualifikation der Erwerbstätigen genügt ein Blick auf Abbildung 34. Die Arbeitslosenquote der unqualifizierten Personen ist über den gesamten Untersuchungszeitraum herausragend hoch. Für 1997 liegt sie schon knapp an der 20%-Marke. Die zweithöchste Arbeitslosenquote ist mit 9,3% (Arbeitslose mit Lehrabschluß) nur mehr halb so hoch. Alle übrigen Kategorien mit höherem Qualifikationsniveau liegen schon deutlich unterhalb der durchschnittlichen Arbeitslosenquote (8,3%). Für die Verteilung der Arbeitslosen nach Qualifikationsniveau bedeutet das, daß über vier Fünftel des jahresdurchschnittlichen Gesamtbestandes der Wiener Arbeitslosen über keine Qualifikation (46,8%) bzw. nur über einen Lehrabschluß 92