Gesamtarbeitslosen. Somit sind Produktionsberufe - die hauptsächlich in der Sachgüterproduktion ausgeübt werden - wiederum in überproportionalem Ausmaß von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Auch eine weitergehende Untergliederung nach Berufsgruppen erbringt wenig neue Ergebnisse. Die meisten Langzeitarbeitslosen sind in der Gruppe der Facharbeiter/innenberufe zu finden. Männer sind hier deutlich überrepräsentiert. Danach folgen die Qualifizierten Berufe und die Fachkräfteberufe mit einem weitgehend ausgeglichenem Geschlechterverhältnis bei den Langzeitarbeitslosen. Die geringste Zahl an Langzeitarbeitslosen findet sich in den beiden Randkategorien der Wiener Berufslandschaft: den Hilfs- und Anlernberufen einerseits und den Hochqualifizierten Berufen andererseits. In beiden Fällen sind Frauen in etwas geringerem Maße von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. In den für Wien beschäftigungsrelevantesten Berufe fallen im Produktionsbereich insbesondere die Metallherstellungs- und Metallverarbeitungsberufe, die grafischen Berufe sowie alle Hilfsberufe mit einem überdurchschnittlich hohen Langzeitarbeitslosenanteil auf. Im Dienstleistungsbereich stehen diesbezüglich vor allem Büro-, Handels- sowie Nachrichten- und Verkehrsberufe im Vordergrund. Wird abschließend die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen nach Vormerkdauer betrachtet, so bestätigen sich im wesentlichen noch einmal die Ergebnisse der sektoralen Analyse. Die gravierendsten Anteilsverschiebungen fanden innerhalb der Facharbeiter/innenberufe statt. Das Gewicht der Langzeitarbeitslosigkeit hat sich hier im Verlauf der letzten zehn Jahre dramatisch erhöht. Lag der Langzeitarbeitslosenanteil 1987 noch bei 29,2 Prozentpunkten, so wuchs er bis 1997 auf 43,7 Prozentpunkte an. Im Kontext der weiterhin rückläufigen Beschäftigungsentwicklung in der Wiener Sachgüterproduktion kann davon ausgegangen werden, daß sich diese Situation noch weiter verschlechtern wird. Die deutlich ausfallende Bestandsveränderung der Langzeitarbeitslosen in Qualifizierten Berufen kann als eher unerwartet bezeichnet werden. Hier erhöhte sich das Gewicht der Langzeitarbeitslosigkeit im Untersuchungszeitraum um 8,8 Prozentpunkte. Dafür dürfte vor allem die sich zunehmend verschlechternde Situation in Büroberufen ausschlaggebend gewesenen sein. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die vormals in Büroberufen tätig waren, hat sich seit 1987 um über 75% erhöht. In den verbleibenden drei Berufsgruppen waren nur geringe Anteilsverschiebungen festzustellen. 8.5 Zusammenfassung Der Wiener Arbeitsmarkt entwickelt sich seit mehr als einem Jahrzehnt deutlich schlechter als der des Gesamtbundesgebiets. Insbesondere für Problemgruppen des Arbeitsmarktes (ältere, unqualifizierte und Langzeitarbeitslose) stellt sich die Situation besonders ungünstig dar. Weniger besorgniserregend ist dagegen die Entwicklung der Arbeitsmarktindikatoren von Jugendlichen und Frauen. Damit soll allerdings keineswegs argumentiert werden, daß diesbezüglich kein arbeitsmarktpolitischer Handlungsbedarf mehr bestünde. Nach wie vor existierenden Diskriminierungstendenzen am Arbeitsmarkt sollte verstärkt entgegengewirkt werden. Ebenso sollte Jugendarbeitslosigkeit so früh wie möglich bekämpft werden. Unqualifizierte Personen haben ein überproportional hohes Risiko, arbeitslos zu werden, und besonders hohe Barrieren zu überwinden, um nach einer Erwerbsunterbrechung wieder eine Stelle finden zu können. Ähnlichen Problemen 100