E U - E R W E I T E R U N G U N D A L P E N T R A N S I T 3.6.3 Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen im Straßengüterverkehr – Noch große Mängel Das Europäisches Übereinkommen über die Arbeit des im internationalen Straßenverkehr beschäftigten Fahrtpersonals (AETR), das auf dem EWR-Abkommen (Übernahme der Verordnung (EWG) 3820/85) basiert, gilt für nahezu alle europäischen Staaten. Darin sind die Bestimmungen über die Lenkzeiten, Lenkzeitunterbrechungen, Tagesruhezeiten, Wo- chen-ruhezeiten u.ä. festgelegt. Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass – zumindest – ein Teil des Straßengüterver- kehrs diese Regelungen nicht nur nicht einhält, sondern sie bewusst ignoriert. Auch andere Regelungen, wie zum Beispiel Geschwindigkeitsübertretungen oder Überla- dungen, werden häufig – wenn nicht sogar – regelmäßig übertreten. Î: (Internationale und eigene) Untersuchungen dazu ergaben, dass es bei einer auch nur annähernden Einhaltung der (bestehenden) gesetzlichen Bestimmungen in den Bereichen der sozialen Vorschriften (der Fahrtzeiten, der Geschwindigkeiten und der Beladung) zu einer (durchschnittlichen) Erhöhung der Transportpreise im Straßengüterverkehr um bis zu 50% kommen würde. (Dabei ist die iIllegale Ausnutzung von Nicht-EU-Arbeitskräften (als Fahrer) in die- sen Zahlen noch gar nicht mal berücksichtigt!) 3.6.4 Dem Schienengüterverkehr eine faire Chance geben Der Verkehrsträger Schiene ist ein umweltfreundliches Transportmittel und vor allem bei größeren Entfernungen das geeignete Verkehrsmittel, die anstehenden (Güter- )Verkehrs-probleme wesentlich mit lösen zu helfen. Der Schienengüterverkehr hat in Öster- reich einen (guten) Marktanteil von knapp 40% (im Straßen- und Schienengüterverkehr) – gegenüber einem EU-Durchschnitt von ca. 10%! Dieser Marktanteil sollte nicht nur gehalten, sondern nach Möglichkeit weiter ausgebaut werden. Î: Dazu müssen / muss • die Wettbewerbsbedingungen vor allem zwischen Straße und Schiene entzerrt wer- den (zum Beispiel bei der Einhaltung der gesetzlichen Regelungen), • die Fixkosten gesenkt werden (sehr hohe Fixkostendegression bei der Bahn: Bei ei- ner Entfernungsdifferenz von 490 km sinkt der durchschnittliche Preis pro Kilometer bei der Bahn um das Neunfache – bei der Straße jedoch nur um das Dreifache!), 68 V e r k e h r u n d I n f r a s t r u k t u r