Materialien zu Wirtschaft und Gesellschaft 85 (gekürzte Fassung) Vertikale und intraindustrielle Lohnstreuung in Österreich 1980-94 Daten und Auswertungen aufgrund der Einkommensstatistik der SV Michael Mesch 1. Einleitung In diesem Materialienband werden anhand der Einkommensstatistik der Sozialversi- cherung einige Beobachtungen über die Entwicklung der vertikalen Lohnunterschie- de und der intraindustriellen Lohnstrukturen in Österreich in den achtziger Jahren und in der ersten Hälfte der neunziger Jahre angestellt.1 Der Beobachtungszeitraum wird durch die Verfügbarkeit der Daten bestimmt: Für die Periode 1987-1994 liegen jährliche Einkommensdaten für die nach der Betriebssystematik 1968 abgegrenzten Wirtschaftsklassen vor, und für das Jahr 1980 erfolgte eine nachträgliche Aufarbei- tung. Im Kapitel 2 erfolgt eine ganz kurze Beschreibung der Datengrundlage. Der Abschnitt 3 beschäftigt sich mit den Verteilungen der (um Unterschiede in der Zahl der Be- schäftigungstage) bereinigten (Brutto-)Monatseinkommen der vier unterscheidbaren Beschäftigtengruppen (Gliederung der erfassten unselbstständig Beschäftigten nach Geschlecht und sozialrechtlichem Status) im Jahre 1994. Die vertikalen Einkom- mensunterschiede in den einzelnen Gruppen werden anhand von Maßzahlen der absoluten und relativen Streuung gemessen. Kapitel 4 wendet sich der intraindustriellen Lohnstreuung des Jahres 1994 zu. Aus substanziellen Gründen (Verfügbarkeit des neunten Dezileinkommens und geringe Bedeutung der Teilzeitarbeit) werden nur die Einkommensstrukturen der männlichen Arbeiter in den Branchen des Sachgüter produzierenden Sektors i. e. S. (ohne Bergbau sowie Energie- und Wasserversorgung) betrachtet. Der Abschnitt 5 behandelt die Veränderungen der relativen vertikalen Lohnstreuung während des Zeitraums 1980 bis 1994 in den vier unterscheidbaren Beschäftigtengruppen. Das Kapitel 6 befasst sich mit den Änderungen der vertikalen Streuung der Löhne männlicher Arbeiter in den Branchen der Sachgüterproduktion während des oben genannten Zeitraums. Abschnitt 7 schließlich bietet einen Rückblick auf die Lohndifferenzierung in der Periode 1953-77. Die Resultate von zwei Untersuchungen, die sich der Lohnstufenstatistik als Datenbasis bedienten, werden dort kurz zusammengefasst. 2. Datengrundlage Im Folgenden wird die Statistik des Hauptverbandes der österreichischen Sozialver- sicherungsträger über die Verteilung der beitragspflichtigen Einkommen von Arbeite- rInnen und Angestellten nach Wirtschaftsklassen ganz kurz beschrieben:2 1.) Die Statistik ist personenbezogen. 2.) Der erfasste Personenkreis besteht aus ArbeiterInnen, Angestellten, Vertragsbe- diensteten im öffentlichen Dienst sowie gewissen selbstständig erwerbstätigen Per- sonen, die den DienstnehmerInnen gleichgestellt sind. Nicht erfasst werden pragma- tisierte DienstnehmerInnen des Bundes (bzw. der Bundesbetriebe), der Länder und Gemeinden, Lehrlinge sowie DienstnehmerInnen, die geringfügig beschäftigt sind. 3.) Das bereinigte (Brutto-)Monatseinkommen wird berechnet aus der Summe der in einem Kalenderjahr erzielten beitragspflichtigen Einkommen, diese dividiert durch die 3