Das erste Dezil der Lohnverteilung lag in den meisten Branchen zwischen 63% und 73% des Medians, das erste Quartil zwischen 80% und 85% (Tabelle 5). Die höch- sten Werte der relativen unteren Streuung verzeichneten die Wirtschaftsklasse ‚Druckerei und Vervielfältigung; Verlagswesen’ (D1 55%, Q1 76%) und die ‚Erzeu- gung von Bekleidung, Bettwaren und Schuhen’ (D1 59%, Q1 77%), die geringsten unteren Quantilabstände zum Mittelwert bestanden in der Wirtschaftsklasse ‚Be- und Verarbeitung von Holz; Musikinstrumenten- und Spielwarenerzeugung’ (D1 76%, Q1 87%). Was die obere Streuung betrifft, so befand sich in der Mehrzahl der Branchen das dritte Quartil zwischen 116% und 123% und der neunte Zehntelwert zwischen 135% und 146%. Für das Druck- und Verlagswesen sind auch diesbezüglich die Ex- tremwerte festzustellen (Q3 127%, D9 146% des Medians). Mit Abstand am gering- sten war die obere relative Streuung in der ‚Erzeugung und Verarbeitung von Papier und Pappe’ (D9 130%). In Bezug auf die relative Gesamtstreuung der Löhne männlicher Arbeiter lag das Druckerei- und Verlagswesen, das folgt aus den Streuungswerten für die beiden Ab- schnitte der Verteilungen, jeweils mit großer Distanz an der Spitze (QDK 0,25; DDK 0,45; vgl. Tabelle 4), gefolgt von der Bekleidungsbranche. Deutlich geringer als in den übrigen Wirtschaftsklassen des Sachgüter produzierenden Sektors war die intraindustrielle Lohnstreuung in der Holzverarbeitung (QDK 0,145; DDK 0,29). 5. Veränderungen der vertikalen Lohnstreuung zwischen 1980 und 1994 In Bezug auf die Veränderung der relativen vertikalen Lohnstreuung7 während des Zeitraums 1980 bis 1994 zeigen sich zwischen den vier unterscheidbaren Beschäftig- tengruppen (Gliederung der erfassten unselbstständig Beschäftigten nach Ge- schlecht und sozialrechtlichem Status) erhebliche Unterschiede (siehe die Tabellen 6 und 7). An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die tabellarisch dargelegten Zuwächse der Quantileinkommen nicht Einkommenslängsschnitten für dieselben Personen ent- stammen, sondern dem Vergleich von Einkommensquerschnitten zu zwei Zeitpunk- ten. Daher gehen die ausgewiesenen Einkommenssteigerungen teilweise auch auf Verschiebungen in der Beschäftigungsstruktur zurück und sind nicht individuellen Einkommenserhöhungen gleichzusetzen. Bei der Interpretation der Daten ist dies zu berücksichtigen. Eine Verringerung der vertikalen Lohnstreuung kann beispielsweise auf die Ände- rung der Lohnrelationen zwischen Hilfs- und Fachkräften, in diesem Fall auf eine An- näherung der Löhne von Hilfs- an jene von Facharbeitern, oder auf die Kündigung von Hilfskräften zurückzuführen sein. Zunehmende vertikale Einkommensspannen wiederum können beispielsweise durch stärkere Lohndrift in den Beschäftigtengrup- pen höherer Qualifikation, durch die Einstellung von zusätzlichen (niedrig entlohnten) ausländischen Arbeitskräften oder durch eine Erhöhung des Anteils von Arbeitskräf- ten, die in Teilzeit beschäftigt sind, bewirkt werden. Bei den männlichen Arbeitern lagen die Zuwachsraten aller Dezil- und Quartilein- kommen zwischen 1980 und 1994 im sehr schmalen Intervall von 79,9 bis 83% (vgl. Tabelle 6). Die untere Streuung verringerte sich geringfügig, da sich das erste Dezi- leinkommen um ca. 2 Prozentpunkte stärker erhöhte als der mittlere Lohn. Beide Maßzahlen der gesamten (unteren und oberen) relativen vertikalen Streuung, der Quartils-Dispersionskoeffizient und der Dezils-Dispersionskoeffizient, weisen eine leicht fallende Tendenz auf (siehe Tabelle 7): Der DDK verringerte sich um rund 1,4%, der QDK um immerhin 3,5%. 8