schen der Zuwachsrate des dritten Quartileinkommens und jener des ersten Dezi- leinkommens belief sich auf 17 Prozentpunkte, war also doppelt so hoch wie bei den männlichen Beschäftigten. Und die Differenz zwischen der Wachstumsrate des neun- ten und jener des ersten Dezileinkommens betrug 19,5 Prozentpunkte. Die Zunahme der vertikalen Lohnspannen erfolgte ganz überwiegend in der zweiten Hälfte des Be- obachtungszeitraums. Die Maßzahlen für die gesamte vertikale Streuung veränder- ten sich jeweils weitgehend parallel zu jenen der weiblichen Angestellten: Der DDK erhöhte sich um 6,3% und der QDK um 10%. Zu dieser beträchtlichen Vergrößerung der vertikalen Streuung trugen die Zunahme des Teilzeit- und des Ausländerinnenan- teils, die Verschiebung der Beschäftigung von Arbeiterinnen zu Angestellten und der Qualifikationsstruktureffekt bei den Angestellten bei. Die Beschäftigungsstruktureffekte (Zunahme der Teilzeitbeschäftigung, Zustrom aus- ländischer Arbeitskräfte, Verlagerung der Beschäftigung von ArbeiterInnen zu Ange- stellten, Qualifikationsstruktureffekt) finden auch in den Quantil-Veränderungsraten der Einkommensverteilung der Gesamtheit der erfassten unselbstständig Beschäftig- ten in der achtziger und in der ersten Hälfte der neunziger Jahre ihren Niederschlag: Mit zunehmendem Einkommen nahm der Einkommensanstieg zu, wobei dieser An- stieg an den Verteilungsrändern deutlich stärker ausfiel als im mittleren Bereich. Vom zweiten bis zum achte Zehntelwert stiegen die Einkommen zwischen 89,1 und 91,2%, die Zuwachsrate des ersten Dezileinkommens blieb um 6,7 Prozentpunkte hinter jener des Medianeinkommens zurück, die Steigerungsrate des neunten Dezi- leinkommens übertraf Letztere um 4,4 Prozentpunkte. Während deshalb der QDK nur leicht stieg, war der DDK 1994 um 3,7% höher als 1980. Das Anwachsen der unteren Streuung war fast zur Gänze ein Ergebnis der Veränderungen in der zweiten Subperiode (1987-94). Zwischen 1980 und 1987 stiegen die Dezil- und Quartilein- kommen fast parallel. Beschäftigungsstruktureffekte waren für die über die Gesamt- periode eingetretene Zunahme der relativen vertikalen Streuung bedeutsamer als Diskrepanzen in den Einkommenszuwächsen. 6. Veränderungen der vertikalen Streuung der Arbeiterlöhne in den Sachgüterbranchen 1980 bis 1994 In Bezug auf das Muster der Veränderung der intraindustriellen Streuung der Arbei- terlöhne zwischen 1980 und 1994 lassen sich die Branchen des Sachgüter produzie- renden Sektors i. e. S. (d. h. ohne Bergbau, Energie- und Wasserversorgung) in drei Gruppen gliedern: 1.) In den Branchen ‚Erzeugung von Textilien und Textilwaren’, ‚Be- und Verarbei- tung von Holz; Musikinstrumenten- und Spielwarenerzeugung’, ‚Druckerei und Ver- vielfältigung; Verlagswesen’, ‚Erzeugung von Stein- und Glaswaren’ und im Bauwe- sen verringerte sich die vertikale Lohnstreuung stark. Über die gesamte Branchen- lohnverteilung nahm der Einkommenszuwachs mit zunehmendem Ausgangsein- kommen jeweils erheblich ab. In der Textilbranche beispielsweise erhöhte sich das erste Dezileinkommen im Be- obachtungszeitraum um 96,8%, der Medianlohn um 89,9% und das neunte Dezilein- kommen um 81,5% (siehe Tabelle 8). Der Quartils-Dispersionskoeffizient sank um 11,7% und der Dezils-Dispersionskoeffizient um 10,5% (vgl. Tabelle 9). Daten aus der Industriestatistik deuten darauf hin, dass in der Glaserzeugung positi- ve Veränderungen der Qualifikationsstruktur unter den Arbeitern zur Abnahme der vertikalen Lohnstreuung beitrugen.16 12