Vorwort Der Tourismus ist für die österreichische Wirtschaft ein Schlüsselsektor: Kaum ein Land erzielt so hohe Deviseneinnahmen aus dem Tourismus wie Österreich, kaum ein anderes Land spielt sowohl im Winter- als auch im Sommertourismus eine wichtige Rolle. Der Tourismus ist eine Wachstumsbranche mit wachsendem Beschäftigungspotential und mittlerweile über 150.000 Beschäftigten im Jahresdurchschnitt. Rund zwei Drittel der Beschäftigten sind Frauen, fast ein Drittel AusländerInnen. Die Beschäftigung insgesamt ist geprägt durch hohe Instabilität mit großer Fluktuation, geringer Beschäftigungsdauer und hohem Arbeitslosigkeitsrisiko und durch besonders hohe Belastungen durch schwierige Arbeitsbedingungen und besondere Arbeitszeitformen (Wochenendarbeit, Saisonarbeit). Im Durchschnitt sind die Beschäftigten sehr jung – ein Viertel aller Beschäftigten sind unter 25 Jahre alt, nur 20 Prozent sind älter als 45. Die Arbeitslosigkeit ist im Tourismus höher als in anderen Branchen (2002: 17.3 Prozent). Verschärft wurde die Situation am Arbeitsmarkt in den letzten Jahren durch einen steigenden Verdrängungswettbewerb aufgrund des ausufernden Einsatzes von Saisonier-Arbeitskräften. Sowohl Arbeitsmarkt als auch die wirtschaftliche Entwicklung sind – mit regionalen Unterschieden - starken saisonalen Schwankungen unterworfen. Die Unternehmensstruktur ist geprägt von Klein- und Kleinstunternehmen, fast 90 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Betrieben mit weniger als 10 unselbständigen MitarbeiterInnen, drei Viertel sogar in Betrieben mit bis zu 4 Beschäftigten, wobei es sich meist um Familienbetriebe handelt. Dies erklärt auch die finanziell prekäre Situation der Branche mit zu geringem Eigenkapital, hoher Verschuldung und der zweitgrößten Anzahl an Insolvenzverfahren (nach dem Bauwesen) überhaupt, wobei überproportional viele Konkursanträge mangels Vermögen abgewiesen werden müssen. All diese Befunde, die in der vorliegenden Studie durch Daten und Analysen vertieft Sylvia Leodolter (AK-Wien) Rudolf Kaske (Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlic werden, machen klar, dass es ein zentrales Anliegen von Gewerkschaft und Arbeiterkammer ist, die Lage der Beschäftigten umfassend zu verbessern. Wichtige Ansatzpunkte dafür sind Aus- und Weiterbildung, Lohn- und Einkommenspolitik, Gesundheit am Arbeitsplatz, Verringerung des Arbeislosigkeitsrisikos und arbeitsmarktpolitische Fördermaßnahmen. Die vorliegende Studie soll die wissenschaftliche Basis für zielgerichtete Maßnahmen im Interesse der Beschäftigten im Tourismus verbreitern. her Dienst)