Kurzfassung bezahlt wird. In einer Reihe von Fällen werden Einkommen auch bis zu einem gewissen Grad leistungsabhängig gestaltet (bspw. im Stromgeschäft). In den von uns untersuchten Fallstudien hat der leistungsabhängige Anteil in manchen Fällen bis zu 25 Prozent des Entgeldes ausgemacht. Arbeitsbedingungen Der Beschäftigungsabbau bewirkt in vielen Fällen eine steigende Arbeitsintensität und wachsenden Stress und in manchen Bereichen auch eine deutliche Zunahme von Überstunden pro MitarbeiterIn (bspw. bei den ÖBB). Anzufügen wäre hier auch noch die wachsende Unsicherheit und Konkurrenz zwischen den Beschäftigten, weil speziell in der Umstrukturierungsphase in vielen Fällen nicht klar ist, wer seinen Job wie lange behalten wird. Hinzu kommt eine zunehmende Frustration aufgrund des ständig steigenden Druckes durch die teilweise unrealistischen Vorgaben des jeweiligen Regulators bzw. von UnternehmensberaterInnen, welche die Beschäftigten mit interna- tionalen benchmarks konfrontieren, deren Richtigkeit oft nicht nachgeprüft werden kann. Darüber hinaus haben die Beschäftigten vielfach das Gefühl, sich in einer permanenten Umstrukturierungsphase befinden, in der das was heute noch gilt, morgen schon keine Gültigkeit mehr besitzt. (Gewerkschaftliche) Interessenvertretung Weitreichende Auswirkungen hat die Liberalisierung und die damit verbundene Auslagerung und Überführung von öffentlichen Dienstleistungen in eigenständige, privatrechtliche Unternehmen auch für die industriellen Beziehungen. Nicht nur, dass anstatt des gewohnten Bundespersonalvertretungsgesetzes plötzlich das Arbeitsverfas- sungsgesetz gilt, in Einzelfällen wurden auch Personalvertretungs- und Mitbestim- mungsrechte eingeengt (Bsp. Post). Im Zusammenhang mit Ausgliederungen und Zu- sammenlegungen ist es darüber hinaus auch schon vorgekommen, dass die Beschäf- tigten einer neu gegründeten Holding von bis zu vier verschiedenen Gewerkschaften vertreten werden (z.B. in der Linz AG). Fallstudien Deutschland Post ? Bei der Deutschen Post wurden seit Anfang der 90er Jahre 42% des Personals abgebaut (-150.000 – 160.000). Seit 1998 ist die Beschäftigung im Konzern aufgrund einer global orientierten Expansionsstrategie wieder ansteigend. Die Zahl der BeamtInnen ist von etwa 50% Anfang der 90er Jahre auf etwa 33% im Jahr 2002 reduziert worden Der Personalabbau erfolgte ohne betriebsbedingte Kündigungen. ? Bei den privaten Postlizenznehmern sind etwa 19.500 Arbeitsplätze entstanden. Bei mehr als 50% handelt es sich um geringfügige Beschäftigungsverhältnisse. 7