Fallstudien Österreich 6. FALLSTUDIE: ÖSTERREICH PERSONENBEFÖRDERUNG LINIENVERKEHR ZU LANDE BZW. ÖFFENTLICHER PERSONENNAHVERKEHR (ÖPNV) 6.1. Wiener Linien 6.1.1. Hintergrund Wie bereits oben im Falle von Wiengas geschildert, wurden die Wiener Stadtwerke 1999 aus der Stadtverwaltung ausgegliedert und in eine Holding übergeführt. Damit wurden auch die Wiener Linien zu einem eigenständigen Unternehmen – der Wiener Linien GmbH & Co KG. Wie ebenfalls bereits dargestellt, wurden die bis dahin bei den Wiener Linien tätigen BeamtInnen und Vertragsbediensteten per Gesetz dem neuen Unternehmen zum Dienst zugewiesen. Seit Juli 2001 werden neue MitarbeiterInnen nur noch im Rahmen des für die gesamte Stadtwerke Holding AG geltenden Kollektivver- trages aufgenommen. 6.1.2. Beschäftigungsvolumen Die Zahl der MitarbeiterInnen bei den Wiener Linien hat zwischen 1996 und 2002 um knapp sieben Prozent abgenommen. In absoluten Zahlen handelt es sich um 632 Personen oder einen durchschnittlichen Abgang von 105 Personen pro Jahr. Nach Angaben von Personalvertretung/Betriebsrat soll bis zum Jahr 2010 das Personal um weitere 15 Prozent reduziert werden (Interview 5). Tabelle 6-1: Beschäftigungsentwicklung bei den Wiener Linien 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 Veränderung zwischen 1996 und 2002 in % Wiener Linien 8.963 8.868 8.767 8.718 8.682 8.571 8.331 - 7,1 Quelle: Geschäftsberichte 1996-2002. Der Abbau erfolgte auch in diesem Fall ausschließlich auf „sozialverträglichem Weg“ – d.h. durch Pensionierungen oder freiwillige Kündigungen. Nach Auskunft von Perso- nalvertretung/Betriebsrat sinkt die Beschäftigung, während gleichzeitig das Netz erwei- tert wird und die Fahrgastzahlen zunehmen. Der Beschäftigungsabbau ist auch Aus- druck der Transformation der Wiener Stadtwerke, die sich in den letzten Jahren von einem gemeinwirtschaftlich zu einem privatwirtschaftlich geführten Unternehmen ent- wickelt haben. 73