Studie_________________________________________________________________________________________ 6.2. Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH und INNBUS GmbH 6.2.1. Hintergrund Im Zeichen der Liberalisierung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) kam es im Jahr 2000 zu weitreichenden Umstrukturierungen bei der Innsbrucker Verkehrs- betrieben und Stubaitalbahn GmbH (IVB). Aufgrund „europarechtlicher Rahmenvorgaben“ bekam die IVB vom Innsbrucker Gemeinderat den Auftrag, sich aus der Erstellung öffentlicher Nahverkehrsdienstleistungen zurückzuziehen und sich stattdessen auf die Koordination des Nahverkehrs zu konzentrieren (IVB Geschäftsbericht 2000:4). In Folge wurde der gesamte Dieselbusbetrieb, der den Großteil des ÖPNV in Innsbruck ausmacht, ausgegliedert und in eine eigens zu diesem Zweck gegründete Gesellschaft, der INNBUS GmbH, übergeführt. Der Eisenbahn-, Obus- und Straßenbahnbetrieb blieb weiterhin bei der IVB. Die INNBUS GmbH befindet sich zu 96 Prozent im Besitz der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB), der gleichzeitig 96 Prozent der IVB gehört. Die INNBUS GmbH ist folglich ein „Tochterunternehmen“ der IKB und ein „Schwesterunternehmen“ der IVB. Mit dem Verkauf des Dieselbusbetriebes wurden auch eine Reihe von Überlassungsverträgen zwischen der IVB und INNBUS geschlossen. Darin enthalten ist auch die Überlassung von 231 IVB-MitarbeiterInnen, die meisten davon DieselbusfahrerInnen. Während in anderen Ländern die Ausgliederung von Teilen des ÖPNV längst ein übliche Praxis darstellt, um durch die damit verbundenen Kostensenkungen – insbesondere der Lohnkosten – für den erwarteten Konkurrenzkampf in der fortschreitenden Liberalisierung gerüstet zu sein, stellt diese Vorgangsweise in Österreich noch ein Novum dar. Insofern kommt dem Projekt INNBUS GmbH eine weit über die Stadtgrenzen hinausgehende Bedeutung zu. Die Gründung der INNBUS sollte dazu dienen, „um sich – wie es hieß – für den EU-weiten Wettbewerb fit zu machen und Verkehrsdienstleistungen zu ‚marktgerechten Bedingungen’ anzubieten“ (ÖGPP 2002). Insofern „schaut ganz Österreich was bei uns passiert“, wie es der Betriebsrat aus- drückt (Interview 13). 6.2.2. Beschäftigungsvolumen Zu den 231 überlassenen IVB-MitarbeiterInnen (71 zur Gänze und 160 teilweise), kommen 111 MitarbeiterInnen, die direkt bei der INNBUS beschäftigt sind (Stand September 2003). Damit wurde die Zahl der INNBUS eigenen MitarbeiterInnen zwischen 2000 und 2003 zwar fast vervierfacht, aber gleichzeitig ging die Zahl der MitarbeiterInnen bei der IVB im selben Zeitraum um rund 17 Prozent zurück (von 524 auf 435 Beschäftigte oder um insgesamt -89 MitarbeiterInnen). D.h. insgesamt (IVB und INNBUS) ist die Zahl der Beschäftigten zwischen 2000 und 2003 (Stand September) um ein Prozent gesunken. 1997 und 1999 wurden Sozialpläne zum Beschäftigungsabbau vereinbart (IVB-Geschäftsbericht 1999:8). Laut 76