Studie_________________________________________________________________________________________ 8.2. Umstrukturierungen und Beschäftigung Dessen ungeachtet kam es in den kommunalen Diensten im Zusammenhang mit der Liberalisierung in den letzten Jahren zum Teil zu massiven Umstrukturierungen. Hierbei gibt es sowohl a) Auslagerungen bzw. Überführungen aus der städtischen Verwaltung in privatrechtliche Unternehmen; als auch b) Auslagerungen durch Verkauf an andere Unternehmen und c) den Zusammenschluss von bestehenden kommunalen Dienstleistungsbetrieben. a) Auslagerung bzw. Überführung in privatrechtliche Unternehmen: Wie bereits be- schrieben, wurden die Wiener Stadtwerke 1999 ausgelagert und in die Wiener Stadt- werke Holding AG überführt. Die einzelnen Bereiche (Wienstrom, Wiengas, Wiener Linien, Fernwärme, Bestattung, Wiener Stadtwerke Beteiligungsmanagement) wurden selbstständige Gesellschaften (GmbH) in der Holding. In Innsbruck wurden die kommunalen Dienste 1994 in der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) zu- sammengefasst. Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) wurde eine Toch- tergesellschaft der IKB. Im Jahr 2000 wurde der Dieselbusbetrieb ausgelagert und in der INNBUS GmbH zusammengefasst. b) Bei den Grazer Stadtwerken wurden 2002 49% der städtischen Energiebereiche an die Energie Steiermark Holding AG (ESTAG) verkauft. ESTAG und Stadtwerken halten damit jeweils 49 Prozent der Energie Graz GmbH und Co KG (zwei Prozent hält die Stadt Graz). Davon waren 311 MitarbeiterInnen betroffen. Für sie gelten nach wie vor der Kollektivvertrag und die Betriebsvereinbarungen der Grazer Stadt- werke, und darüber hinaus gelang es der Gewerkschaft auch eine Arbeitsplatzgarantie auszuhandeln (und zwar für ganz spezifische Arbeitsplätze). Laut Betriebsrat handelt es sich beim Energiebereich um einen der profitabelsten Geschäftsbereiche und ein wichtiges wirtschaftliches Standbein der seit 1960 ausgegliederten und in ein Privatunternehmen überführten Stadtwerke. Ein Problem bereitet der Personalvertretung in diesem Zusammenhang Sorgen: Durch den Verkauf des Energiebereiches erscheint die Verwaltung in den Stadtwerken überdimensioniert. Zwar gebe es einen auf zehn Jahre angelegten Dienstleistungsvertrag mit der Energie Graz, nach dem die Buchhaltung, Personalverrechnung, und die Strom- und Gasabrechnung weiterhin von den Stadtwerken durchgeführt wird, aber was nach Ablauf dieses Vertrages passiert, ist vom jetzigen Standpunkt aus unsicher. Das Management habe zumindest zugesichert, neue Geschäftsfelder erschließen zu wollen. c) In Linz waren bis vor kurzem die kommunalen Dienste in zwei verschiedenen privatrechtlichen Unternehmen organisiert: Die ESG (Linzer Elektrizitäts-, Fern- wärme- und Verkehrsbetriebe AG) und SBL (Stadtbetriebe Linz). Beide befanden sich im Eigentum der Stadt Linz. 2000 wurden die beiden Unternehmen in die Linz AG fusioniert. Die Linz AG ist eine Holding bestehend aus folgenden Gesellschaf- ten: Linz Strom GmbH, Linz Gas/Wärme GmbH, Linz Service GmbH, Linz Linien GmbH und Management Service Linz AG. Im Geschäftsbericht 2000/2001 heißt es dazu: 86