Fallstudien Großbritannien Die NBC wurde in 79 Subunternehmen zerschlagen, von denen ein Teil vom Manage- ment, einige wenige auch durch ‚Employee Shareownership Schemes’ (Besitzbeteili- gung der ArbeitnehmerInnen) übernommen wurden. Die gemeindeeigenen Busbetriebe, wie auch die PTEs in den städtischen Ballungsräumen wurden ausgelagert. Gemäß der im White Paper on Busses Anfang der 80er Jahre anvisierten Effekte sollte die skiz- zierte Umstrukturierung des ÖPNV eine Kostenreduktion um 30% ermöglichen und die Quersubventionierung des ÖPNV mehr oder weniger beenden. Tatsächlich kam es am Anfang zu einer Zunahme der Anbieter und einer massiven Erhöhung des Wettbewerbs, der in einigen Studien (exemplarisch Forrester 1993, Stevenson ohne Jg.) und Darstellungen der Auswirkungen der Deregulierung auf den ÖPNV sehr plastisch als ‚chaotisch’ beschrieben wird. 2.2. Auswirkungen den Privatisierung des ÖPNV auf die Beschäftigten Aufgrund des hohen Anteils der Personalkosten an den Gesamtkosten im Sektor waren Strategien der Kostenreduktion, der Produktivitätssteigerung und wo sich das als mög- lich erwies, des Personalabbaus zu erwarten. Dies ist tatsächlich eingetreten. 2.2.1. Personalabbau Eine umfassende Darstellung des Personalabbaus im ÖPNV ist durch die Fragmentie- rung des Sektors, die oben beschrieben wurde, mit dem vorliegenden Material nicht möglich. Der Personalabbau im ÖPNV hatte aufgrund der Einführung der ‚One-person-operati- ons’ (Einpersonenbetrieb), also der Abschaffung der Busschaffner, schon im Jahrzehnt vor der Deregulierung begonnen und betrug nach Angaben Forresters (1993) bei PTEs etwa 22% und bei NBC 32%. Der Trend ist nach der Privatisierung etwa doppelt so hoch wie aus längerfristiger Perspektive zu erwarten gewesen wäre. So wurde etwa in den neugeschaffenen Public Transport Companies, den ausgelagerten Busunternehmen der Gemeinden und städtischen Ballungszentren, in den ersten zwei Jahren nach der Privatisierung 26% des Personal abgebaut (der im Sinne des langfristigen Trends zu erwartende Rückgang lag bei etwa 4,4%). Die unabhängigen Firmen konnten zwischen 1978 und 1988 ihren Personalstand um 30% erhöhen. Alles in allem ist jedoch offen- sichtlich, dass dadurch der Beschäftigungsverlust im Sektor nicht aufgehalten werden konnte. Graham Stevenson (ohne Jg.) von der Transport and General Workers Union verweist auf eine Reduktion der Beschäftigung in den städtischen Ballungsgebieten zwischen 145