Finanzierungsseite 57 ? Es wären alle einbezogen (in Deutschland können derzeit höhere EinkommensbezieherInnen aus der sozialen Krankenversicherung hinausoptieren). ? Neben den lohnabhängigen Abgaben (die nach wie vor paritätisch zu finanzieren wären) würden auch Beiträge auf die anderen Einkunftsarten eingehoben. Dadurch käme es zu einer Entlastung des Faktors Arbeit, was insbesondere Unternehmen, die besonders arbeitsintensiv produzieren, zugute käme. ? Sie entspräche dem Leistungsfähigkeitsprinzip – jeder zahlt so viel, wie er oder sie kann. ? Langfristig könnte allerdings auch einer Bürgerversicherung das Geld „ausgehen“, was bedeutete, dass die Soziale Krankenversicherung nur mehr das „medizinisch Notwendige“ absichert, während weitere Leistungen über Zusatzversicherungen abzudecken wären. Die BefürworterInnen dieses Systems (das vor allem auch Sonderregelungen rückbauen will) erhoffen sich ein Absenken der Krankenversicherungsbeiträge um bis zu zwei Prozentpunkten. Außerdem sollte die Nachfrage der unteren Einkommen steigen, da kleine und mittlere Einkommen eher entlastet werden, ebenso wie Familien mit Kindern (diese wären weiterhin beitragsfrei). Belastet werden vor allem Alleinstehende mit hohem Einkommen. Das Problem dieses Systems ist (wie bereits in Abschnitt 5.2 erwähnt), dass es nach wie vor maßgeblich an die Lohnsumme gebunden ist und es ist fraglich, ob tatsächlich die anderen Einkommensteile so leicht einbezogen werden können (auch in Deutschland gibt es die Problematik, dass Steuer- und Sozialrecht unterschiedliche Einkommensbegriffe kennen). Diesem Modell gegenüber steht das Modell der CDU mit Pauschalen Gesundheitsprämien. Es soll die Finanzierung der Krankenversicherung von den Löhnen entkoppeln und geht davon aus, dass der bislang an die Krankenversicherung ausbezahlte Arbeitgeberanteil direkt an die ArbeitnehmerInnen ausbezahlt wird. Diese müssen dafür eine monatliche Kopf-Prämie von etwa 210 Euro zahlen. Es gibt dabei keine beitragsfreie Mitversicherung. Der solidarische Ausgleich soll übers Steuersystem erfolgen: Dabei wird ein bestimmter prozentueller Eigenanteil festgelegt, alles was diesen Anteil übersteigt, wird als steuerfinanzierter Zuschuss rückerstattet. Die BefürworterInnen dieses Modells sehen vor allem die Beschäftigungsfreundlichkeit sowie die Äquivalenz von Leistung und Gegenleistung. Es wird dabei auch angenommen, dass die Krankenversicherungen auf ein Kapitaldeckungsprinzip umsteigen, um für „Alterskonstanz“ des Systems zu sorgen. Damit könnten auch private Versicherungen als kapitalgedeckte Vollversicherungen mitmischen. Nach allen bisherigen Ausführungen dürfte Skepsis an diesem Vorschlag angebracht sein. Zum einen stellt sich die Frage, wieso bei voller Überwälzung der Arbeitgeberanteile auf die Arbeitnehmer man von einer Entlastung des Faktors Arbeit ausgehen kann. Zum anderen sind die Verteilungswirkungen mehr als bedenklich – die Regelung über den Steuerzuschuss lässt die Beiträge nämlich ex post ebenso wie klassische Versicherungsbeiträge prozentuell zum Einkommen werden. Dies