KREATIVITÄT UND INNOVATION sind ja wich- tige Voraussetzungen, um im immer härter werdenden Wettbewerb mithalten zu kön- nen. Gerade die Branchen rund um den LKW scheint hier besonders mit Eingebun- gen gesegnet zu sein. Das gilt ja nicht nur für Intellegente Werbesprüche wie „LKW ... oder wollen sie es selbst tragen“, sondern auch für innovative Zuschläge, wie die Ver- rechung von elf Cent Autobahnmaut bei Pa- keten innerhalb Wiens, und insbesondere für richtungsweisende Initiativen zur Kostenreduzierung. Gerade im letztgenannten Punkt ist die Branche sehr erfin- derisch: das ausgefeilte Repertoire reicht von großzügiger Ignorie- rung der Lenk- und Ruhzeiten über ausgiebige Nutzung von Schrott- LKW bis zur massenhaften illegalen Beschäftigung. Dieses Bemühen bleibt nicht unbemerkt. Im Jänner ergaben 9.751 LKW–Kontrollen 5.045 Anzeigen und 1.549 Organmandate. Da hat man es schwer mit weiteren Kostensenkungen! Doch auch das gelingt: „Bruchsal - Der 43-jährige Fahrer wurde auf der A5 von der Polizei gestoppt. Als die Beamten seinen mit Gebrauchtwagen beladenen LKW bei einer Routinekontrolle anhielten, entdeckten sie das kreative Ersatzteil. Die defekte Bremsleitung sei ‚notdürftig mit einem Kondom geflickt, da die Bremsluft abgeblasen wurde‘, hieß es im Poli- zeibericht“ [15. März 2004, der spiegel-online]. Richtiggehend beruhigend ist da die Tatsache, dass der Zustand der Bahninfrastruktur in den EU-Beitrittsländern viele neue Mitspieler im europäischen LKW-Innovationskontest erwar- ten lässt, was wiederum zu neuern LKW-Kreativitätshöhenflügen führen wird. Endgültig stimmig wird der Gesamteindruck durch das Verhalten der österreichischen Verkehrspolitik. Auch sie kann gut mit der innovativen Verwendung eines Kondoms beschrieben werden: Mit viel Kraft aufblasen, einen lauten Knall machen, und danach nur mehr zerfetzte Stille. IN EIGENER SACHE: Christoph Streissler, der die Redaktion der „Wirtschaft und Umwelt“ wahrend meiner Abwesendheit geleitet hat, hat so ausgedehnte Stiefel hinterlassen (vgl. Editorial 3/03), dass nur etwas wirklich Neues noch eine Steigerung der Qualität bewirken kann: Farbe für’s ganze Heft – viel Spass dabei. Thomas Ritt IMPRESSUM: Medieninhaber, Herausgeber: Bundes- arbeitskammer, Prinz-Eugen-Str. 20-22, 1041 Wien, Tel. (01) 501 65; Redaktion: Mag. Thomas Ritt (Leitung, DW 2168), Dr. Wilfried Leisch (Redakteur); Sekre- tariat: Inge Lipsky (DW 2424); Grafische Konzeption: Jakob Fielhauer; Layout: Michael Haderer; Fotograf: Erwin Schuh, www.photoschuh.com; Coverfotos: Schuh; Infografik: Haderer Design; Druck: MANZ, 1050 Wien. Die in Wirtschaft & Umwelt veröffentlichten Ar- tikel geben nicht notwendigerweise die Meinung der Bundesarbeitskammer wie- der. ISSN 1028-4664; E-Mail: wirtschaft.umwelt@akwien.at http://www.wirtschaftundumwelt.at OFFENLEGUNG: Wirtschaft & Umwelt ist ein Organ der Bundesarbeitskammer. Auf- gabe ist die Vermittlung fundierter wirt- schaftlicher Grundlagen auf den Gebieten Ökologie, Umweltökonomie, Umweltpoli- tik. Ziel ist die Förderung des Bewusst- seins für und Verbreitung von Informatio- nen über die Wechselwirkung von Ökolo- gie und Ökonomie. 1/2004 Wirtschaft & Umwelt • 3www.wirtschaftundumwelt.at EDITORIAL KONDOMPOLITIK Mit neuen Kosten für die Konsumenten ist die LKW-Branche schnell zur Stelle – bei der Ignorierung von Lenk- und Ruhezeiten auch.  Vorspann UMWELTPOLITIK Seite 10 UMWELT UND EU-ERWEITERUNG Sehr zwiespätlig ist das Gefühl westlicher EU-Bürger, wenn sie in Sachen Umwelt an die nun neu hinzukommenden osteu- ropäischen EU-Länder denken. Und tatsächlich gibt es neben ökologischen Wüsten in ehema- ligen Industriegebieten gleich- zeitig wunderbar erhaltene Nat- urlandschaften. Eine Bestands- aufnahme kurz vor der EU-Öff- nung. THOMAS RITT FO TO : G R EE PE A C E