NA, WIE WAR ER, DER URLAUB? Natürlich schön – muss er auch. Das ganze Jahr freut man sich drauf – dann soll er auch Spaß machen. Doch seit geraumer Zeit legen sich düstere Schatten auf das gute Urlaubsgefühl. Da ist zuerst der Ökoschatten: Für zwei Wochen Strand- feeling rund 12.000 Kilometer nach „Domrep“ (Sonderangebot) geflogen – und ein schlechtes Ökogewissen bekom- men. Na gut, in diesem Fall konnte man durch „intensiv-Mülltrenning“ übers Jahr einen gewissen Ablass erreichen. Doch nun legen sich die dunklen Nachhaltigkeitsschat- ten über die ganze Branche: Nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich vernünftig und sozial verträglich soll der Urlaub sein. Also nicht nur für den Urlaub zahlen, sondern sich auch noch interessieren, was man mit seinem Geld anrichtet – na sonst noch was! Das ist eine Sichtweise. Eine ganz andere Sichtweise ergibt sich, wenn man ei- nige Dinge in Frage stellt. Zum Beispiel: Ist es wirklich notwendig, als österreichischer Tourist in Griechenland deutsches Joghurt zu verspeisen? Man könnte sich auch fra- gen, ob – nicht nur in exotischen Ländern – zwischen Touristen und Gast eine andere Beziehung als zwischen „Massa“ und „Boy“ möglich ist. Interessant ist auch, ob man in eine Region in 20 Jahren noch einmal kommen will. Bei halbwegs ehrlicher Be- antwortung solcher Fragen liegt eine Erkenntnis sehr nah: Von nachhaltigem Tourismus hat man auch selbst etwas. INTERN: Mühselig ist das Los der Zeitungsmacher. Sie sitzen in ihrer Redaktion, machen ihr Blättchen und hoffen, dass es gelesen wird, dass es gefällt, Diskussionen auslöst, vielleicht zu Widerspruch reizt und den LeserInnen etwas nützt – und, dass sie auch davon erfahren. Doch hier hapert’s. Viel zu oft stürzen die ge- neigten LeserInnen uns hoffnungsfrohe Zeitungsmacher in eine tiefe Sinnkrise – durch vorsätzliches Nichtkommunizieren! Das muss ein Ende haben! Jetzt gibt es keine Ausreden mehr. In der Heftmitte finden Sie die Rückantwortkarte unserer Leserbefra- gung. Also: Ausfüllen und herschicken! Und wenn Sie es nicht für uns machen, dann tun Sie es wegen der tollen Preise, die es zu ge- winnen gibt! Die Zeitungsmacher werden es Ihnen danken. Thomas Ritt IMPRESSUM: Medieninhaber, Herausgeber: Bundes- arbeitskammer, Prinz-Eugen-Str. 20-22, 1041 Wien, Tel. (01) 501 65; Redaktion: Mag. Thomas Ritt (Leitung, DW 2629), Dr. Wilfried Leisch (Redakteur); Sekre- tariat: Inge Lipsky (DW 2424); Grafische Konzeption: Jakob Fielhauer; Layout: Michael Haderer; Fotograf: Erwin Schuh, www.photoschuh.com; Coverfotos: Schuh; Infografik: Haderer Design; Druck: MANZ, 1050 Wien. Die in Wirtschaft & Umwelt veröffentlichten Ar- tikel geben nicht notwendigerweise die Meinung der Bundesarbeitskammer wie- der. ISSN 1028-4664; E-Mail: wirtschaft.umwelt@akwien.at http://www.wirtschaftundumwelt.at 3/2004 Wirtschaft & Umwelt • 3www.wirtschaftundumwelt.at EDITORIAL JA, MASSA! Urlaub! Nicht nur er- holsam, sondern auch ökologisch, wirtschaft- lich vernünftig und so- zial verträglich kann er sein.  Vorspann UMWELTPOLITIK Seite 10 ALLES RAPS Klimaschutz ist wichtig und in aller Munde. Doch was zur Re- duzierung der Treibhausgas- emissionen wirklich beiträgt, ist oft strittig. Geht es nach dem Umweltministerium, sollen bald hohe Mengen von Biokraftstof- fen im österreichischen Verkehr zur Verringerung des CO2-Aus- stoßes zum Einsatz kommen. Doch bei genauer Analyse des Vorhabens zeigt sich, dass der Vorschlag unausgegoren ist und der Einsatz von Biosprit ineffi- zient und teuer ist. Versteckt sich dahinter bloß eine neue Landwirtschaftsförderung? THOMAS RITT FO TO : ER N ST W EI N G A RT N ER /C O N TR A ST