www.arbeiterkammer.at WIRTSCHAFT & UMWELT 4/2006 SEITE 3 F O T O S : S C H U H ( 2 ) , W IE N E R T A F E L ( 1) , U M W E LT B E R A T U N G ( 1) , E V E R E T T C O L L E C T IO N /C O N T R A S T ( 1) EDITORIAL MANCHE fühlen sich wie in die 1970er zurückversetzt, als zum ersten Mal das Öl knapp wurde. Die damals prophezei- ten „Grenzen des Wachstums“ schei- nen erreicht. Alle reden von den schwindenden Ressourcen, von Peak Oil und dass das fossile Zeitalter zu Ende ist. Alle? Nein - ich nicht. Ich sehe dann eher die Bilder von gut gefüllten Tankstellen, an denen keine Autoschlangen ums letzte Tröpfchen kämpfen. Manchmal erinne- re ich mich an die Berichte von den Kohlegrubenschließungen in Deutsch- land und Polen, wo tausende Bergleute entlassen wurden. Nicht weil die Kohle ausgegangen ist, sondern weil der Weltmarktpreis so tief unten ist. Und wenn man noch die Profite der Ölmul- tis anschaut, kommen einem Zweifel, ob dieser Wirtschaftszweig in der Kri- se steckt. Öl ist reichlich da, Kohle, die Öl erset- zen kann, für mehrere Jahrhunderte, und über Kernkraft will ich in diesem Zusammenhang gar nicht schreiben. Wenn freilich alle Kohle, die derzeit als Reserve unter der Erde liegt, ver- brannt wird, wird die Konzentration an Kohlendioxid in der Atmosphäre weit jenseits der 1.000 ppm liegen, also so hoch, dass die bisherige Klimaände- rung dagegen verblasst. Es existiert also kein absehbares Energieressour- cenproblem, jedoch ein gravierendes Umweltproblem. Dazu kommt, dass wir dieses Problem trotz anscheinend er- folgreicher Effizienzbemühungen im- mer weiter durch Mehrverbrauch ver- schärfen. Nach dem Motto: das Drei- Liter-Auto fahren wir schon lange – aber leider beim Hubraum. Einen klaren Ausweg oder eine einfa- che Lösung gibt es nicht – abgesehen von der aus vielen Gründen indiskuta- blen Kernkraft. Das hindert aber einige nicht daran einfache Lösungen zu pro- pagieren. Unser Schwerpunkt soll Sie ein bisschen dagegen immunisieren. Thomas Ritt ENERGIEKRISE? INHALTSVERZEICHNIS IMPRESSUM Medieninhaber und Herausgeber Bundesarbeitskammer Prinz-Eugen-Str. 20–22, 1040 Wien Telefon 01/501 65-DW E-Mail wirtschaft.umwelt@akwien.at Redaktion Mag. Thomas Ritt (Leitung, DW 2629), Dr. Wilfried Leisch (Redakteur) Sekretariat Christine Schwed (DW 2698) Grafisches Konzept Jakob Fielhauer, www.feelhower.com Layout & Infografik Michael Haderer, www.design-apotheke.com Fotograf Erwin Schuh, www.photoschuh.com Coverbildbearbeitung Michael Haderer, Foto: Erwin Schuh Druck UEBERREUTER Print und Digimedia, 2100 Korneuburg Die in Wirtschaft & Umwelt veröffentlichten Artikel geben nicht notwendigerweise die Meinung der Bundesarbeitskammer wieder. ISSN 1028-4664 www.wirtschaftundumwelt.at BETRIEB AUSGELIEFERT ? Immer mehr Menschen sind Hunger und Not ausgeliefert – nicht nur in der Dritten Welt, auch bei uns. Gleichzeitig dient ein beträchtlicher Teil der Nah- rungsmittel nicht dem Sattwerden, son- dern landet auf dem Müll. Die Wiener Ta- fel schafft Abhilfe. Seite 26 LEBEN KOPFLOS? ? Weihnachtskaufrausch. So mancher ist da ziemlich kopflos. Auch Kleidung wird gerne gekauft und geschenkt . Sie landet oft nach ein paar Monaten und nicht selten schon verschlissen im Eck. Ökotextilien halten nicht nur länger, sie sind auch nach- haltig hergestellt. Seite 30 ? Energieeeee ... brauchte nicht nur die Crew des legendären Raumschiff Enter- prise, nein, das braucht das Raumschiff Erde in Massen. Da wir uns vor den Pro- blemen nicht wegbeamen lassen können wie weiland die Enterpriser, müssen wir uns der Sache stellen. Energie gibt es genug. Es geht um Nachhaltigkeit in Er- zeugung und Verbrauch. Keine Krise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Neue Wege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Mehr vom Weniger . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 Interview mit PD Dr. Thomas Nussbaumer über die Sinnhaftigkeit von Holz für die Treibstofferzeugung . . . . . . . . . . . . . . . . 24 SCHWERPUNKT: ENERGIE