www.arbeiterkammer.at WIRTSCHAFT & UMWELT 4/2006 SEITE 5 haltigkeitsperformance zu schaf- fen (www.globalreporting.org). Die 1997 gegründete Initiative hat 2000 die ersten Leitlinien veröffentlicht. Die 2002 veröf- fentlichten „G2“ werden nun durch die dritte Generation, „G3“, abgelöst. G3 soll noch an- wendungsfreundlicher sein. Neu ist auch, dass Bericht erstattende Unternehmen ihre Kriterien auch auf die Zulieferer erstrecken sol- len. Zudem wurde eine enge Ver- zahnung der GRI mit dem Glo- bal Compact (UNGC) der Ver- einten Nationen beschlossen. Unternehmen, die über ihre jähr- lichen Fortschritte im UNGC be- richten wollen, sollen dies künftig anhand von GRI tun. Rund 3.000 Unternehmen unterstützen so weltweit zehn Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Ar- beitsnormen, Umweltschutz und Ko r r up t i on sbekämp fung (www.unglobalcompact.org). HO BOD EN - E ROS I O N EU-SCHUTZ- STRATEGIE Die EU-Kommission hat Ende September ihren Vorschlag für eine Bodenschutzrahmenrichtli- nie vorgelegt. ? Das Projekt entspringt einem Auftrag des 6. Umweltaktions- programms. Erst nach einigen Anläufen hat die GD Umwelt „grünes Licht“ für ihr Projekt be- kommen. Erosion, Verluste or- ganischer Substanzen, Verunrei- nigung, Versalzung, Verdich- tung, Rückgang der biologischen Vielfalt im Boden, Versiegelung, Erdrutsche und Überschwem- mungen - das sind die Hauptge- fahren für die Bodenqualität. Der Boden soll nun ebenso geschützt werden wie dies bei Luft und Wasser schon heute gegeben ist. Dazu sollen die Mitgliedstaaten „Die Mehrheit der Führungskräfte glaubt laut ei- ner weltweit durchgeführten Studie, dass Unter- nehmen, die sich zu ihrer gesellschaftlichen Ver- antwortung (CSR – Corporate Social Responsibili- ty) bekennen, eine mögliche Imagekrise besser meistern können.“ www.respact.at VON RUUD KLEIN KOMMENTAR Werbung für neue Autos kann so ziemlichalles versprechen, was unser Herz begehrt: Freiheit, Emotion, letzten Designer- schick… Auch bei dem, was aus dem Auspuff kommt, kauft man immer, so möchte man mei- nen, Technik state of the art. Doch leider: weit gefehlt! Erfolgreich zieht die europäische Auto- mobilindustrie gegen strengere Pkw-Abgas- standards, im Eurokraten-Jargon auch „Euro 5“ und „Euro 6“ genannt, zu Felde. Mit diesen sollen auch bei Diesel-Pkw der Partikelfilter und Katalysator per Gesetz zur Serienausstat- tung gehören. Dadurch sollen Probleme bei Feinstaub und Stickoxiden der Vergangenheit angehören. Ersterer sorgt seit 2005, letztere werden ab 2010 für Grenzwertüberschreitun- gen sorgen. Pkw-Fahrverbote in vielen europäi- schen Städten sind vorprogrammiert. Graz wird uns in dieser Feinstaub-Saison mit Auslöser- werten für Fahrverbote vertraut machen, die letztes Jahr eine Sperre an sechs Tagen bedeu- tet hätten. Obwohl europäische Autohersteller bereits jetzt Modelle mit dieser Serienausstat- tung für den US-Markt – strengen US-Abgas- normen sei Dank – produzieren, will das in Euro- pa partout nicht klappen. Dem Hersteller-La- mento sind dabei keine Grenzen gesetzt: Wett- bewerbsfähigkeit, Kostenschub, technisch nicht machbar… Eingekocht wurden damit die EU-Kommission sowie die Mehrheit der EU-Ab- geordneten und Mitgliedstaaten. So können wir voraussichtlich erst ab 2014 bekommen, was für US-Konsumenten schon jetzt verfügbar ist. Merke: Lobbying von Autokonzernen kann ru- hig so kurzsichtig sein, dass damit die Existenz- berechtigung, nämlich Bereitstellung von Mobi- lität, untergraben wird. Solange Mobilität in der Werbung inszeniert wird, haben manche Chef- etagen dabei kein Problem. MAG . F RAN Z G R E I L GRENZ- WERTIGES