www.arbeiterkammer.at WIRTSCHAFT & UMWELT 2/2009 SEITE 3 F O T O S : S C H U H (3 ), L O K A L E A G E N D A W IE N L A N D S T R A S S E (1 ), E M R IC H C O N S U LT IN G (1 ) EDITORIAL DER KAPITALISMUS hat's jetzt doch endlich geschafft – diese Krise ist nach- haltig! Leider nur nachhaltig in dem Sinne, dass sie lange dauern und tiefe Spuren hinterlassen wird. Sicher nicht im eigentlichen Sinn: Diese Krise führt zukeinerwirtschaftlichen, sozialenund ökologischen Entwicklung, die in irgend einer Weise zukunftsfähig ist. Als Folge der Krise wird sich die wirtschaftliche, soziale und ökologische Lage der Men- schenmitunterdeutlichverschlimmern – „Umwelt“ wird hinter Wachstums- bemühungen zurücktreten und die Schwächsten werden die Krisenschul- den über Sparpakete zurückzahlen müssen. Langsam zahlt es sich aus, ehrlicheÜberlegungenanzustellen,wie kompatibel Kapitalismus und Nachhal- tigkeitsträume sind. In der Hochkon- junktur driftet das System konstant entlang nicht nachhaltiger Trends, um in der Krise riesige Sprünge zum Schlechteren zu machen. Das bisschen CSR-Kosmetik (Corporate Social Res- ponsibility) kann da nicht einmal die gröbstenHackerkaschieren.Es istZeit, entweder mit dem Nachhaltigkeitsge- rede aufzuhören, oder ernsthaft über die Zukunftsfähigkeit des Kapitalismus zu reden. Intern – Umweltzeichen Seit Bestehen der Wirtschaft & Umwelt achten wir darauf, auch selbst mög- lichst unweltgerecht zu handeln. Das beginnt etwa bei Verwendung von Recyclingpapier, geht über den Druck mit umweltschonenden Druckfarben bis hin zum Verzicht auf eine Ver- packung beim Versand. Kürzlich sind wir drauf gekommen, dass das, was wir immer schon als selbstverständlich er- achten und daher umsetzen, eigentlich mit dem Österreichischen Umweltzei- chen ausgezeichnet wird! Nun gut, so soll es sein – ab jetzt mit dem Umwelt- zeichen, aber genauso umweltscho- nend wie schon immer. ThomasRitt ENDLICH NACHHALTIG! INHALTSVERZEICHNIS IMPRESSUM Medieninhaber und Herausgeber Bundesarbeitskammer Prinz-Eugen-Str. 20–22, 1040 Wien Telefon 01/501 65-DW E-Mail wirtschaft.umwelt@akwien.at Redaktion Mag. Thomas Ritt (Leitung, DW 2629), Dr. Wilfried Leisch (Redakteur) Sekretariat Ingrid Schmid (DW 2424) Grafisches Konzept Jakob Fielhauer, www.feelhower.com Layout & Infografik Michael Haderer, www.design-apotheke.com Coverfoto Thomas Ritt Druck UEBERREUTER Print und Digimedia, 2100 Korneuburg Die in Wirtschaft & Umwelt veröffentlichten Artikel geben nicht notwendigerweise die Meinung der Bundesarbeitskammer wieder. ISSN 1028-4664 www.wirtschaftundumwelt.at LEBEN JOE ZAWINUL  Der Künstler verband mit seiner Musik Menschen und Völker. KünstlerInnen wa- ren auch die Menschen der Lokalen Agen- da in Wien-Landstraße, die den jetzt nach dem Jazzer benannten Park nachhaltig und geschlechtssensibel, abgestimmt auf die Anrainer- und NutzerInnen umgestal- teten. Ein Lokalaugenschein. Seite26 BETRIEB HUNDSTAGE  Schwül ist es schon. Heiß wird es sicher auch. Was für den Urlaub super sein mag, wird in Büro und Betrieb meist zur Plage. Doch die Hundstage am Arbeitsplatz kön- nen bewältigt werden, beachtet mein eini- ge kostensparende und klimaschonende coole Tipps, um die Raumtemperaturen erträglich zu halten. Seite30  Die Party ist vorbei, der Katzenjammer groß. Nachhaltig geht’s in die Krise statt in eine zukunftsbeständige Gesellschaft. Hatte der Neoliberalismus schon bislang mit Nachhaltigkeit nicht viel am Hut, jetzt steht er mit ihr gar auf Kriegsfuß. Kapita- lismus und Nachhaltigkeit sind wie Feuer und Wasser. Beides verträgt sich nicht. Wir müssen uns entscheiden. Nachhaltige Krise . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Stilvoll verarmen? . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Entwicklungspolitik ade? . . . . . . . . . . . 21 Interview über Nachhaltigkeit und Krise mit Univ. Doz. Dr. Erhard Glötzl . . . . . . 24 SCHWERPUNKT: KRISE UZ-Platz- halter