usgangspunkt für die „Lo- kaleAgenda“war die UN- Weltgipfelkonferenz für Umwelt und Entwick- lung inRio de Janeiro 1992.Dort wurde unter dem Begriff „Agenda 21“ in 40 Kapiteln ein Aktionsprogramm zur Sicher- stellung einer gemeinsamen und zukunftsbeständigen Entwick- lung für das 21. Jahrhundert von Regierungsvertretern aus 180 Staaten, darunter auch Öster- reich, unterzeichnet. Kapitel 28 der „Agenda 21“ hält speziell Städte und Gemein- den dazu an, mit ihren BürgerIn- nen gemeinsam ein eigenständi- ges Programm in Richtung Le- bensqualität und Nachhaltigkeit zu erarbeiten. In Europa hat sich durch die „Europäische Kampa- gne zukunftsbeständiger Städte und Gemeinden“ die Durch- führung von LA 21-Prozessen stark entwickelt. Die Stadt Wien ist seit 1996Mitglied. Der dritte Wiener Gemein- debezirk, Wien Landstraße, ist bislang einer von neun Wiener Bezirken, die sich im Rahmen der LA 21 für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen, das heißt bei der Planung und Umsetzung von Programmen ökonomische, ökologische und sozialeAspekte gleichermaßen berücksichtigten und insbesondere auf die lokalen Gegebenheiten und die Erhal- tung bzw. Erhöhung der Vielfalt Rücksicht nehmen. Basis dazu bildet ein positives Men- schenbild (Gestaltungswille, Ei- genmotivation und die Suche nach Sinn), aktive BürgerInnen- beteiligung und Chancengleich- heit im Sinne von Gender Main- streaming (unterschiedliche Ver- haltensweisen, Ziele und Be- dürfnisse von Frauen sollen in der gleichen Weise berücksich- tigt, anerkannt und gefördert werden wie jene von Männern). WIE ES BEGANN Im Jahr 2005 wandte sich die Direktorin der Volksschule (VS) Petrusgasse, Maria Bron, an die Projektleitung der LA 21, Wien- Landstraße, Hans Emrich und Hermine Steinbach-Buchinger. Grund: siewar an einerKoopera- tion interessiert und hatte gleich- zeitig KollegInnen an der Schule, die sich mit dem Thema „geschlechtssensibler Pädago- gik“ beschäftigten. Da ein Grundsatz der LA 21 in Wien auch Gender Mainstreaming ist, war auch die Projektleitung an einemTreffen interessiert. So wurden die Agenda-Akti- vitäten dem Kollegium der VS Petrusgasse vorgestellt. Im Rah- men der anschließenden Diskus- sionwarf eine Lehrerin –Martha Trattner, später auch Mitglied derAgendagruppe Gender-Platt- fom–dieFrage auf, obmandenn auch im Rahmen der Agenda et- was aus dem brachliegenden Schulhof und demangrenzenden Park, der in einem furchtbaren Zustand war, tun könnte, berich- tet Hermine Steinbach-Buchin- ger . Aus einigen interessierten LehrerInnen wie Doris Voss- Gruber und Susanne Blach von derMehrstufenklasseVSPetrus- gasse sowie derGanztags-Volks- schule (GTVS) Landstraßer Hauptstraße entstand die Agen- dagruppe Gender-Plattform, die es sich zum Ziel setzte, die ge- schlechtssensible Gestaltung von Spiel- und Schulfreiräumen zu thematisieren und umzuset- zen. Konkret wurde an der Neu- gestaltung des Schulspielplatzes der GTVS Landstraße und des Klopsteinplatzes unter Einbezie- hung des Schulhofes gearbeitet. Außerdem veranstalteten Ruth Wafler und Karin Diaz, weitere Expertinnen derGruppeGender- * Dr. Wilfried Leisch ist Unterneh- mens-, Umwelt- und Energieberater, freier Publizist und Redakteur von „Wirtschaft & Umwelt“ w.leisch@aon.at MITTEN IM DRITTEN  Der Lokale Agenda 21-Prozess (LA21), das heißt die Umsetzung von zukunftsträchtigen und langlebigen Projektenauf lokalerEbene, läuftoftunbemerktvonderbreiteren,medialveröffentlichtenMeinungab.Nichts desto trotz oder gerade deswegen ist dieser Prozess, etwa auch in Wien, oft weit voran geschritten. Das bis- langgrößte, ausschließlichausBezirksmitteln finanzierteundumgesetzteBest-Practise-ProjektWiens istdie NeugestaltungdesJoe-Zawinul-Parks (vormalsKlopsteinpark) inWien-Landstraße. EinBlickaufdenProzess, die Besonderheiten und das Ergebnis laden zumNachmachen ein. VONWILFRIEDLEISCH* www.wirtschaftundumwelt.at F O T O S : L O K A L E A G E N D A W IE N L A N D S T R A S S E (1 ) POLITIK BETRIEB LEBEN A ZUSAMMEN FA S S UNG : Was unterscheidet einen Park vom anderen? Natürlich: seine Lage, seine Größe und Ausstattung, aber auch seine Nutzung. Viele kleinere Parks werden kaum genutzt oder sind in einem schlechten Zustand. Alternative: Die aktive Umgestaltung eines Parks unter Einbeziehung aller Akteu- rInnen von den Kindern bis zu den Erwachsenen, von der Bezirksebene, übers Rathaus bis zu denBehörden und Pla- nern im Rahmen eines Beteiligungsprozesses der Lokalen Agenda 21 (LA 21) – amBeispiel Wien-Landstraße. LA21 Geschichte InternationaleDokumente zur nachhalti- genEntwicklungundzur LokalenAgenda 21 (LA21) http://la21wien.at/geschichte- der-la-21 SEITE 26 WIRTSCHAFT & UMWELT 2/2009 Welweit Über6.000Städte undGemeinden in 113Ländernge- henmittlerweile denWegeiner nachhaltigenStadtent- wicklung imRahmenderLA21. AuchÖsterreichund Wien sinddabei.