www.wirtschaftundumwelt.atSEITE 34 WIRTSCHAFT & UMWELT 3/2010 WISSENSCHAFT UMWELTZEICHEN ALS ÖKOSCHMÄH? In der Wirtschaft und Um- welt 3/95 ist unter dem Titel „Blümlein, kann´s nicht lei- den“ der Öko-Schmäh – im Zusammenhang mit dem EU- Umweltzeichen – wieder ein Thema. „Das EU-Umweltzeichen ist ziemlich halbherzig geraten. Das offizielle Umweltzeichen der EU ist sicher das freund- lichste aller je entworfenen Bildln. Freundlich anzuschau- en, freundlich aber auch zu dem, der es tragen will. Denn eines ist es sicher nicht – streng. Seit für die ersten Produkt- gruppen Kriterien vorliegen, herrscht allerorten großes Kopfschütteln. Für Waschma- schinen etwa ist ein Wasser- brauch von 17 Litern pro Kilo Wäsche erlaubt – da könnte die ganze Familie mittrinken. Ganz neu sind die Umweltkri- terien fürWaschmittel. Sie sind weit weniger streng als die österreichischen Richtlinien. DieGrenzwerte für die Inhalts- stoffe sind so festgelegt, dass locker 80 Prozent aller erhältli- chen Waschmittel sie erfüllen. Und es ist keine Rede davon, dass der gesamteLebenszyklus des Produkts geprüft wird. Dafür ist das Tragen des Um- weltzeichens teuer. Rund fünf Groschen pro PackungWasch- mittel macht die Lizenzgebühr aus. Aber vielleicht braucht man auch nur eine Blume außen auf den Supermarkt picken – es werden ohnehin alle Produkte nach EU-Kriteri- en ,umweltfreundlich' sein.“ tr EUROPÄISCHE UNION UND WASSERLIBERALISIERUNG  Wasser ist unersetzbar, lebensnotwendig und wird zunehmend knapper. Man- che meinen, die Kriege des 21. Jahrhunderts würden nicht mehr um Öl, sondern um Wasser geführt werden. Trotz – oder gerade wegen – der sich zuspitzenden Knappheit von nutzbarem Wasser tritt seine ökonomische Dimension immer stärker in den Vordergrund und Wasser wird in zunehmendem Maße als handel- bares Wirtschaftsgut betrachtet. Welche Rolle spielt dabei die EU? Der Hauptgrund für das Vorantreiben der Kommerzialisierung des Wassers in Form von Liberalisierung und Privatisie- rung imWassersektor ist aufder interna- tionalenwie auf der europäischenEbene derselbe: die Ideologie des Neoliberalis- mus. So fordert dieUnion auf internationa- ler Ebene dieÖffnung derWasserversor- gungssystemevonanderenLändern, um den heimischen höchst wettbewerbs- fähigen Wasserdienstleistungsunter- nehmen neueMarktmöglichkeiten zu er- schließen. Die Absicht, die europäischen Was- serversorgungssysteme zu öffnen, ver- deutlicht, dass die Liberalisierungsdyna- mik auch vor elementaren Leistungen der Daseinsvorsorge nicht Halt macht, welche eine lange Tradition in allen eu- ropäischen Staaten haben und daher als Teil des Europäischen Gesellschaftsmo- dells bezeichnet werden können. Die graue freie Markttheorie, die ger- ne ein so rosiges Bild von sich selbst zeichnet, hält ihreVersprechen leider oft nicht, wie anhand zahlreicher Erfahrun- gen gesehen werden kann. Beim Wasser korrelieren hohe Umsatzdaten von eu- ropäischen Konzernen nicht automa- tischmiteinemAnstiegderWasser-bzw. Lebensqualität der Menschen. Die derzeitige Politik auf europäi- scher Ebene führt auf verschiedener Weise zur Bedrohung der kommunalen Selbstbestimmung in Österreich und da- Vor 15 Jahren in der Wirtschaft und Umwelt 29 LKW-Roadpricing abseits der Auto- bahn – Machbarkeit undAuswir- kungen einer LKW-Maut am un- terrangigen Straßennetz. Tagungsband, 2006 30 LKW-Roadpricing – Trends und Ausbaumöglichkeiten, 2006 31 Legal – Illegal – Egal? – Probleme und Kontrollen im Straßengüter- verkehr und auf der Donau, Tagungsband, 2007 32 Aktuelle Verkehrsentwicklung im grenzüberschreitenden Güterver- kehrAnalyse Verkehrsmarkt 2005, 2007 33 Neue Herausforderungen in der eu- ropäischen Luftfahrt Tagungsband, 2007 34 Neue Aus- und Weiterbildungsstan- dards für Bus- und LKW-LenkerIn- nen. Was kommt auf LenkerInnen, UnternehmerInnen, AusbildnerIn- nen und PrüferInnen zu? Tagungs- band, 2008 35 LKW-Maut für die Umwelt? Hand- lungsspielräume und Strategien im EU-Kontext auf dem Prüfstand, Ta- gungsband, Franz Greil (Hrsg.), 2009 36 Regionale Arbeitsweg-Barrieren in der Ostregion.Auswertung der Online-Umfrage „Pendler/in am Wort“. Thomas Hader, 2009 37 Privatisierung der Verkehrsinfra- struktur. Erfahrungen mit Public Private Partnership (PPP) in Österreich und Europa. Tagungs- band, 2009 38 Leitfaden für Ausschreibungen im öffentlichen Verkehr. Qualitäts- und Sozialkriterien. Anna Daimler, Doris Unfried. Studie, 2009 39 Arbeitsweg-Barrieren in der Ostre- gionGeschlechtsspezifische und Soziale HindernisseAuswertung der Online Umfrage „Pendler/in amWort“ Thomas Hader, 2009 40 LKW-Stellplatzbedarf im hochrangi- gen österreichischen Straßennetz Österr. Institut fu?r Raumplanung, 2010 41 PendlerInnen und Infrastruktur- Ausbau in der Ostregion Ergebnisse der AK-Befragung 2009/2010 Thomas Hader, 2010 42 Mangelware LKW-Parkplatz. Perspektiven und Lösungen für denArbeitsplatz Autobahn. Tagungsband, 2010 Außerdem: Endstation Trennung, Ein Memorandum derAK und der GdE zur Trennungsdiskussion bei den ÖBB, 2001 VERKEHR UND INFRASTRUKTUR wirtschaft.umwelt@akwien.at F O T O : S C H U H (1 )Alle Studien können per E-Mail bestellt oder unter www.wirtschaftundumwelt.at heruntergeladen werden.