Baustellenzugang. Auf Baustellen sind zwangs- läufig viele Akteure tätig, die arbeitsteilig und isoliert voneinander arbeiten. Über- blick und Kontrolle hat de facto nur ein „Baustellen- portier“, der jeden Eintritt auf das Baustellengelände registriert. Dies trifft auch für bau- und umweltrecht- liche Auflagen zu. Das Verlassen der Baustelle von Lkw mit verschmutzten Reifen ist hier anzuführen. Aber auch Behördenaufla- gen zur Minimierung von Lkw-Fahrten bleiben totes Recht, sofern der Zugang nicht kontrolliert wird. Die Schaffung einer solchen Stelle scheitert in der Praxis aber an betriebswirtschaft- lichem Kalkül. Ein verstärktes Vorgehen gegen Sozialbetrug und Ver- stöße gegen Arbeitsrecht auf der Baustelle könnte dies aber ändern. Das impliziert, dass tagtäglich die Arbeit- nehmerInnen von Subauf- tragunternehmern und ihre Personaldokumentation auf ihre Korrektheit hin über- prüft werden. Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) wollte aus seinem Selbstverständnis heraus dies auf einer Baustelle beim Krankenhaus Rudolfstif- tung sicherstellen. Deshalb kam auf der Baustelle ein System namens ISHAP mit einer Zutrittskontrolle zum Zug, bei der Eintretende sich durch Ausweis mit Barcode identifizieren müs- sen und der Baustellenpor- tier sie mit einem Scanner überprüft. Durch tägliches Abgleichen der Datensätze mit der Sozialversicherung wird sichergestellt, dass alle Arbeitsverhältnisse auf der Baustelle den gesetzlichen Bestimmungen entspre- chen. SyNergieeffekte Aus Sicht der Arbeitneh- merInnen ändert dies zwar nicht die Notwendigkeit, die öffentliche Kontrolltä- tigkeit beim Bau generell auszubauen, das vorherr- schende Lohndumping stärker zu bekämpfen und die Unterauftragnahme im Rahmen der öffentlichen Auftragsvergabe zu be- schränken. Sind aber solche Systeme zur Steuerung und Kontrolle von Baustellen einmal installiert, können in der Folge dem „Portier“ andere baustellenlogistische Aufgaben übertragen und Synergieeffekte für Um- welt und AnrainerInnen erschlossen werden. Eine durchdachte Bau- stellenlogistik kann zu erstaunlichen Ergebnissen führen. Verfolgt man öf- fentliche Diskussionen mit ähnlicher Problemstellung (z.B. Verringerung der Luftbelastung in städtischen Umweltzonen), würde man Projekten mit einer „Um- weltbilanz Baustelle“ einen größeren Stellenwert wün- schen. ? betrieb Kleine Ladungen von ver- schiedenen Firmen sammeln und dann mit voll ausge- lastetem Lkw die Baustelle beliefern ist die Devise des London Construction Con- solidation Centre (LCCC). Mit Fördermitteln 2006 ins Leben gerufen, arbeitet das Vorzeigeprojekt inzwischen eigenwirtschaftlich. Vor- nehmlich werden Baustellen mit ortskundigen Fahrern in innerstädtischen Lagen zu einem vereinbarten Zeitfens- ter mit einem Erdgas-Lkw beliefert. Bauherren ordern diese Dienstleistung auch, weil Diebstahl, fragile Materialien und knappe Lagerflächen auf Baustellen ein Problem sind. Ist die Lieferung erfolgt, wird der Lkw auf der Baustelle gleich mit Abfall beladen und ausgelastet ins Sammelzent- rum zum Recyceln zurückge- schickt. Laut Betreiber sinkt die Zahl der Lkw-Fahrten in die staugeplagte Stadt um rund 70 Prozent. www. wilsonjames.co.uk baukaSteN ii sAmmeln Und bündeln ? Lärm lässt niemanden kalt. Die Akzeptanz bei AnrainerInnen steht und fällt daher mit vorbeugenden Maßnahmen. Über die gesetzlichen Be- stimmungen (v.a. Arbeitszeit und Emissionsgrenzwerte von Maschinen) hinaus sollte eine frühzeitige Information der betroffenen Bevölkerung durch den Bauherrn stehen. Lärmintensive Arbeiten sollten zusam- mengelegt und nicht vor 7.00 Uhr und nach 18.00 Uhr erfolgen. Den konkreten Wirkungsgrad von Maßnahmen listet eine Studie der Tech- nischen Fachhochschule Berlin auf, wobei eine Pegelminderung um 10 dB(A) einer Halbierung des Lärms gleichkommt. An der Spitze stehen: Abschirmung und Schallschutzwände mit 20 dB(A), Gummiauskleidung von Mulden mit 15 dB(A) sowie lärmarme und gut instandgehaltene Baumaschinen mit 5 dB(A) bis 10 dB(A). www.ak-umwelt.atSeite 28 Wirtschaft & UmWelt 1/2014 f o t o s : s c h U h ( 2 ) lärm am bau: wirkungsgrad von Schutzmaßnahmen