www.ak-umwelt.atSeite 28 Wirtschaft & umwelt 1/2016 zunächst sei die Ausgangssi-tuation kurz zusammenge- fasst: Das Kyoto-Protokoll aus 1997 legte für die Verringerung des Ausstoßes an Treibhaus- gasen Ziele fest, die die Indus- triestaaten im Zeitraum 2008 bis 2012 erreichen sollten. Die Entwicklungsländer hatten zwar gewisse allgemein formulier- te Verpflichtungen, aber keine mengenmäßigen Emissions- beschränkungen. Im Jahr 2009 wurde daher versucht, bei der Klimakonferenz in Kopenhagen ein Nachfolge-Abkommen für das Kyoto-Protokoll zu beschlie- ßen. Dieses sollte sicherstellen, dass nach Ablauf der ersten Pha- se des Kyoto-Protokolls, also ab 2013, eine zweite Periode mit Verpflichtungen anschließt, die die Entwicklungsländer mit ein- beziehen. Doch dieses Vorhaben schei- terte – zu unterschiedlich waren die Interessen der verschiede- nen Fraktionen von Staaten. Der Minimalkompromiss bestand darin, eine unverbindliche Er- klärung zu verabschieden, die bloß festhielt, dass die globale Erwärmung zwei Grad Celsius nicht überschreiten solle. Es wurde kein weiterer Versuch gemacht, für die Zeit ab 2013 bindende Klimaziele festzule- gen. Stattdessen einigten sich die Vertragsstaaten darauf, bis 2015 einen neuen Vertrag aus- zuarbeiten, der 2020 in Kraft treten sollte. Damit wurde der Ausarbeitung des Textes viel Zeit gegeben – vermutlich ein Schritt, der wesentlich zum letztendli- chen Erfolg der Konferenz in Paris beitrug. Wer im Pariser Abkommen klare Verpflichtungen der Ver- tragsstaaten zur weiteren Ver- ringerung der Emissionen sucht, wird freilich nicht fündig. Die Ver- tragsstaaten legen selbst fest, welche Ziele im Klimaschutz sie *Dr. Christoph Streissler ist Chemiker und Mitarbeiter der Abteilung Umwelt & Verkehr der AK Wien. Der vorliegende Beitrag erschien in etwas kürzerer Fassung im A&W Blog am 21.12.2015. http://blog.arbeit-wirtschaft.at/ ?s=21.+12.+2015 Klimaabkommen von Paris: Mehr Licht als Schatten Am 12. Dezember des vergangenen Jahres ging in Paris die 21. Ver- tragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention, kurz COP 21, zu Ende. Die Erwartungen an diese Klimakonferenz waren im Vor- feld immer stärker in die Höhe geschraubt worden. Wie weit war die Konferenz ein Erfolg, was bleibt noch zu tun? VoN CHRiSToPH STREiSSLER* Politik KURZGEFASST In Paris wurde im ver- gangenen Dezember ein Klima-Abkommen beschlossen, das die Basis für eine Beschrän- kung der globalen Erwär- mung auf unter zwei Grad Celsius legen soll. Das Abkommen ist ein Fundament. Darauf muss nun – recht rasch – ein dauerhaftes Gebäude entstehen. ERSTmALS VERPFLIcHTEN SIcH AUcH dIE ENTWIcKLUNGSLäNdER ZU mENGEN- mäSSIGEN ZIELEN BEIm KLImAScHUTZ. F o t o s : s c h u h ( 1) , is t o c K /F A z o n i1 ( 1) , is t o c K /K ir h A M ( 1)