www.ak-umwelt.atSeite 28 Wirtschaft & Umwelt 2/2017 In der öffentlichen Diskussion um den Bau der „Dritten Pis- te“ wurde der Klimaschutz als zentrales Argument des Bun- desverwaltungsgerichts (BVwG) gegen den Bau breit erörtert. Et- was unbeachtet blieb dabei ein weiteres Argument des BVwG, das öffentliche Interesse am Bodenschutz: „Die hohe Bo- deninanspruchnahme des Vor- habens widerstrebt insgesamt dem öffentlichen Interesse an der Erhaltung der Lebensgrund- lagen der Bevölkerung“. Der Bau der dritten Piste würde 661 Hektar hochwertigen landwirt- schaftlichen Ackerboden für die Pflanzenproduktion unbrauch- bar machen. Der Boden ist eine knappe Ressource, die nicht reproduziert werden kann und der bisherige Bodenverbrauch spiegelt sich auch in der Ent- wicklung der Bodenpreise wider. So ist laut einem Gutachten zum Bau der „Dritten Piste“, das dem OGH-Urteil zugrundeliegt, in ei- nem Zeitraum von 10 Jahren der Quadratmeterpreis von rund 8 Euro/m2 landwirtschaftliche Nutzfläche auf rund 18 Euro/m2 gestiegen. Im Gegensatz dazu ist, Österreich gesamt betrach- tet, eine fallende Preisentwick- lung zu beobachten. Während einige Landwirte vom hohen Verkaufspreis ihrer Grundstü- cke profitieren, sehen andere die Verfügbarkeit ausreichenden Bodens für die zukünftige Gene- ration schwinden. Bodenverbrauch in Österreich Aktuelle Daten des Um- weltbundesamtes zeigen, dass im Durchschnitt einer Drei-Jahres-Periode 2013 – 2015 der Bodenverbrauch bei 16,1 ha/Tag liegt: Davon werden 7,0 ha für Bau- und Verkehrsflä- chen und 9,1 ha für Betriebs-, Erholungs- und Abbauflächen genutzt. Laut dem Bericht „Wie geht´s Österreich“ von Statis- *DIin Iris Strutzmann ist Agrarwissenschafterin und Mitarbeiterin der Abteilung Umwelt & Verkehr der AK Wien. Unter den Füßen wird es knapp: Boden ist wertvoll Österreich ist Meister im Verbrauch von Landflächen. Boden wird immer knapper, was Wohnen immer teurer macht. Mehr strate- gische Planung auf Landesebene und mehr Zusammenarbeit der Gemeinden wäre notwendig, um Lösungen für mehr Bodenschutz verbunden mit leistbarem Wohnen zu erarbeiten. VON IRIS STRUTZMANN* Politik KURZGEFASST Der Boden ist ein wich- tiger Kohlenstoff- und Wasserspeicher, reguliert wichtige Kreisläufe und bildet die Grundlage für die Produktion von Le- bens- und Futtermitteln sowie von Biomasse. Der Bodenverbrauch in Österreich liegt seit Jah- ren auf hohem Niveau. Wie kann dieser Wert gesenkt werden? DER BODEN IST EINE ESSENTIELLE, BEGRENZTE UND NICHT ERNEUERBARER RESSOURCE. F O T O S : S C H U H ( 1) , F O T O L IA /C A L A D O ( 1)