www.arbeiterkammer.at Wirtschaft & Umwelt 3/2017 Seite 3 Editorial Gute Ziele reichen nicht Auf dem Gipfel im September 2015 hat sich die Voll- versammlung der UNO dazu verpflichtet, weltweit die Armut zu beenden, sowie Klimawandel und Un- gerechtigkeit zu bekämpfen. Die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ ist ein „Aktionsplan für die Menschen, den Planeten und den Wohlstand“. Sie will den Frieden fördern, Ungleichheiten reduzieren und die Welt auf den Pfad der Nachhaltigkeit brin- gen. So steht es zumindest in der Präambel zu dieser Resolution. Dazu einigte man sich auf 17 Ziele, die alle wesentlichen Bereiche einer sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Entwicklung umfas- sen. Alle Staaten sind aufgerufen, diese Ziele im ei- genen und gemeinsamen Verantwortungsbereich mit geeigneten Maßnahmen zu verfolgen und müssen darüber auch Rechenschaft ablegen. Positiv daran ist, dass offensichtlich Einigkeit besteht, worin die zentralen Probleme liegen und wohin der Weg gehen sollte. Wie weit wir jedoch noch von den Zielen, die kurz SDGs (Sustainable Development Goals) genannt werden, entfernt sind, beweisen tägliche Schlagzei- len über Kriege, Hungerkatastrophen und Menschen- rechtsverletzungen. Die Macht der Konzerne und das Diktat der Handelsverträge zugunsten der ein- flussreichsten Staaten geben einen Hinweis darauf, wo die Hemmnisse der Umsetzung liegen. Weltweit versuchen NGOs und Gewerkschaften mit den SDGs ihren Forderungen Gehör zu verschaffen. Sie machen klar, dass Armutsbekämpfung eng mit ausreichend entlohnten Arbeitsplätzen und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, breiten sozialen Sicherungs- systemen und gewerkschaftlicher Organisationsfrei- heit verbunden ist. Hinsichtlich der klimapolitischen Herausforderungen fordern sie ihre Beteiligung an einem sozial gerechten Umbau der Wirtschafts- und Lebensweise. Das Thema ist sperrig und wenig brei- tenwirksam, aber es legt den Finger in die Wunde: Angesichts der ökologischen Grenzen des Wachs- tums und der massiven Ungleichheit von Einkom- men, Vermögen und Entwicklungschancen erfordert breiter Wohlstand im 21. Jahrhundert nicht nur Ziele, sondern den Kampf für deren Umsetzung. Mag.a Sylvia Leodolter Chefredakteurin Leiterin der Abteilung Umwelt & Verkehr der AK Wien „Sustainable Development Goals“ 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung. Seite 10 Österreichische Ideen Wie national mit der Zielsetzung umgegangen wird und wo noch Bedarf herrscht. Seite 14 Vision Agenda 2030 Konkrete Forderungen zur Um setzung der SDGs sind gefragt. Seite 18 Macht der (Spritz)Mittel Wie Konzerne die Lebensmittel- erzeuger sprich Landwirte immer weiter in die Enge treiben. Seite 22 Dämmen ökologisch Nachhaltige Dämmstoffe – empfoh- len von der Umweltberatung. Seite 26 Bahn in rot-weiß-rot Ausschreibungszwang kann im Schienenverkehr keine Lösung sein. Seite 28 Trickkiste Hersteller-Angaben in der Autoin- dustrie werden immer ungenauer - die Ergebnisse sprechen Bände. Seite 34 Rubriken Nachrichten 04 Kommentar 05 EU, Europa und die Welt 06 Vor 15 und 30 Jahren 08 Aktuelles Interview 09 Aktion 31 Medien 33 Inhalt Schwer- punkt Betrieb Leben Politik AK-Studie