www.arbeiterkammer.at WIRTSCHAFT & UMWELT 4/2018 SEITE 15 Aus der Sicht des Bundesamts für Um-welt ist es wichtig, den Stand der Lärm- belastung in der Schweiz zu kennen und zu kommunizieren. Es geht insbesondere da- rum, die Bevölkerung sachgerecht über den Stand der Lärmbelastung zu informieren. Das erlaubt es der Bevölkerung und auch der Politik, den Umfang des Problems und die Notwendigkeit von Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung auf Fakten basie- rend einzuschätzen. Der Bund hat deshalb seit 2008 den Auftrag, eine georeferenzierte nationale Übersicht über die Lärmbelastung zu führen und mindestens alle fünf Jahre zu veröffent- lichen. Bisher werden in dieser Übersicht die Lärmimmissionen aus dem Straßen-, Eisenbahn- und Luftverkehr für die ganze Schweiz berechnet. Für die Berechnung fließen die jeweils aktuellen Daten zum Verkehrsaufkommen, zu den Gebäudedaten und zu den Geländedaten ein. Berücksichtigt sind auch die verfügbaren Bevölkerungsdaten. Mit diesen Grunddaten wird mit gängigen Lärmberechnungsmodel- len eine Übersicht über die Lärmbelastung der Bevölkerung berechnet. Die letzte Berechnung wurde am 5. No- vember 2018 veröffentlicht. Sie zeigt den Stand 2015. Bei einer Einwohnerzahl von etwas über 8 Millionen Menschen leben rund 1,1 Millionen tags und rund 1 Million nachts in einem Umfeld, bei dem die schweizerischen Grenzwerte für Lärm überschritten sind. Damit ist nachts jeder Achte von zu viel Lärm betroffen. Die Berechnung der Lärmbelastung in der Schweiz bietet auch die Grundlage, um beispielsweise Krankheitsbefunde mit der Lärmbelastung in Verbindung zu bringen. So sind epidemiologische Untersuchungen zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm möglich. In Kenntnis der Lärmexpo- sition der Gebäude können auch Rück- schlüsse auf die Unterschiede der Mietpreise an lärmigen Lagen im Vergleich zu ruhigen gezogen werden. Auch die Auswirkungen der Lärmbelastung auf die Verkaufspreise von Liegenschaften kann so ermittelt werden. Damit kann aus den Daten auch berechnet werden, wie hoch die lärmbedingten exter- nen Kosten des Verkehrs sind. Für das Jahr 2015 werden sie auf etwa 2,3 Milliarden € pro Jahr geschätzt. Letztlich ist es mit der Über- sicht auch möglich, Szenarien zu berechnen. So kann etwa im Straßenverkehr simuliert werden, welche Auswirkungen es hätte, wenn alle Fahrzeuge mit leiseren Reifen ver- kehren würden oder wenn flächendeckend lärmarme Straßenbeläge eingebaut würden. Die möglichen Maßnahmen lassen sich auch in ihrer Wirkung kombinieren. Insbesondere die Nutzung für die Berechnung von Sze- narien macht eine nationale Übersicht zu einem äußerst wertvollen Werkzeug in der Kommunikation der Lärm-Thematik. ¨ Lärm kostet viel Geld: In der Schweiz verursachte der Verkehr 2015 externe Kosten von rund 2,3 Mrd. Euro. Das sollte man bei Entscheiden über Schutzmaßnahmen bedenken. F O T O S : P IX A B A Y .C O M ( 1) / B A F U ( 1) Lärm ist relativ – was die einen stört ist für die anderen eher beschaulich. UMFASSENDE INFORMATION GIS-LÄRMDATENBANK SONBASE