www.arbeiterkammer.at Wirtschaft & Umwelt 2/2019 Seite 3 Editorial Heißes Reiseklima Ja, auch dieser Sommer wird heiß und wir sehnen uns nach Strand und Meer. Das hat jedenfalls etwas mit dem Klimawandel zu tun, denn in den letzten Jahren stieg die Zahl der Sommer- und Hitzetage in Rekord- höhe und in den Bergen können wir den Gletschern beim Zerfließen fast zusehen. Aber auch das Reisen selbst hat Auswirkungen auf das Klima. Es kommt halt darauf an, wie man reist. Diejenigen, die mit Rad oder Bahn an den nächsten See oder in die Berge fahren und sich dort erfrischen, reisen nicht nur preis- wert, sondern auch klimafreundlich. Bei Flugreisen ist das anders: Pro Person und zurückgelegtem Kilome- ter verursacht das Fliegen über 30-mal mehr CO2 als eine Bahnfahrt. Aber auch wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, belastet das Klima rund 15-mal mehr als mit dem Zug. In den letzten zwei Jahrzehnten sind Flugreisen deutlich billiger und damit auch für jene erschwinglich geworden, die nur über ein kleines Ur- laubsbudget verfügen. Dass dies vor allem auf den beinharten Konkurrenzkampf zurückzuführen ist, den die Airlines auf dem Rücken ihrer Beschäftigten aus- tragen, ist kein Geheimnis. Ursache dafür sind falsche Signale der Liberalisierung und fehlende soziale Re- geln auf europäischer Ebene, die diesen Wettbewerb fördern. Der Vergleich mit dem Lkw-Verkehr liegt auf der Hand. In beiden Fällen ist der Transport eigentlich zu billig, werden weder die Beschäftigten fair entlohnt noch die erzeugten Umweltschäden von den Verursa- chern bezahlt. Die Kosten des Klimawandels und der Umweltbelastung tragen wir alle, aber vor allem die kommenden Generationen und die Natur. Jene Natur, die wir im Urlaub so gerne hautnah erleben wollen. Was ist also zu tun? Ein persönlicher Beitrag zum Kli- maschutz ist durchaus möglich, es gibt Alternativen zur Flugreise und immer mehr Menschen nutzen sie. Aber noch wichtiger ist es, auch die Luftfahrt endlich in die Klimapolitik einzubeziehen und ihre Vorrechte auf allen Ebenen – national, EU-weit und global – zu beschränken. Auch im Interesse jener Beschäftigten, die sich mit fairen Löhnen dann auch den verdienten Urlaub leisten können. Sylvia Leodolter Chefredakteurin Leiterin der Abteilung Umwelt & Verkehr der AK Wien Sauberer Urlaub Bahnfahren als sinnvolle Reisemöglichkeit. Seite 10 Mensch bleib am Boden Fliegen ist nur für Vögel umweltverträglich. Seite 14 Alternative Antriebe Neue Mobilitätsformen sind gefragt. Seite 18 Algen am Teller Die grüne Lebensmittel - ergänzung. Seite 22 Hot in the city Die Umweltberatung erklärt wie man einen kühlen Kopf bewahrt. Seite 26 Wasser marsch! Trinkwasser gehört uns allen und muss leistbar bleiben. Seite 28 AK Digitalisierungsfond 4.0 Wie steht es um die Digitalisierung in Österreich? Seite 34 Rubriken Nachrichten 04 Kommentar 05 EU, Europa und die Welt 06 Vor 15 und 30 Jahren 08 Aktuelles Interview 09 Aktion 31 Kontroverse 32 Medien 33 Inhalt Schwer- punkt Betrieb Leben Politik AK-Studie