3 infobrief eu & international Ausgabe 4 | Oktober 2013 wien.arbeiterkammer.at EU-Wirtschaftspolitik: Aus Fehlern kann man lernen zeigen, in welch großem Ausmaß das Land unter seinen Verhältnissen lebt. Welche wirtschaftspolitischen Mög- lichkeiten bestünden in Deutschland, den Import auszuweiten, den Über- schuss in der Leistungsbilanz zu ver- ringern? Einen vielversprechenden Ansatz bildet erstens die zunehmen- de Knappheit an Arbeitskräften, die Löhne und Konsum nach oben drückt. Notwendig wäre zweitens eine ra- sche Ausweitung der Investitionen in die marode öffentliche Infrastruk- tur und den ökosozialen Umbau der Wirtschaft. Schließlich würde drittens eine Verstärkung der staatlichen Um- verteilungsaktivitäten durch Steuern auf hohe Einkommen, Vermögen und den Finanzsektor und den Ausbau von sozialen Dienstleistungen und Transfers zugunsten der unteren und mittleren Einkommensgruppen die Konsumneigung erhöhen. Diese und ähnliche Maßnahmen wä- ren in allen Überschussländern an- gebracht. Zu ihnen zählen neben Deutschland auch Belgien, die Nie- derlande, Luxemburg und Öster- reich. Zusammen erbringen sie etwa die Hälfte der Wirtschaftsleistung der Eurozone. Der von einer Ausweitung der Inlandsnachfrage ausgehende expansive Impuls würde den ma- teriellen Wohlstand in diesen Län- dern steigern. Er bildet aber auch die notwendige Voraussetzung für eine konjunkturelle Erholung und die wirtschaftliche Stabilisierung in der gesamten Eurozone. Markus Marterbauer n AK Wien, markus.marterbauer@akwien.at » » Der Importmangel in Deutschland ge- fährdet das Bestehen der Eurozone. Durch Ausweitung der Kon- sumnachfrage und der Investitionen könnte Deutschland seinen materiellen Wohlstand erhöhen und die Währungsunion retten. Einladung zur Veranstaltung Freitag, 15. November 2013 09.30 bis 13.00 Uhr AK Bildungszentrum, Großer Saal Theresianumgasse 16–18 1040 Wien Wir bitten um Anmeldung: brigitte.dobias@akwien.at Einige EU-Länder sind in schwere soziale Krisen geschlittert. Die Art und Weise, wie Europa mit der Krise umgeht, droht jahrzehntelange Errun- genschaften rückgängig zu machen und den europäischen Zusammenhalt massiv zu schwächen. Was ist im EU- Krisenmanagement schief gelaufen? Wie kann sich die EU besser aufstellen und der Bevölkerung die Vorteile der europäischen Integration sichtbarer machen? Was braucht es, um die Wäh- rungsunion zu vertiefen und in Europa wieder Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung zu schaffen? Wohin geht die Reise Europas? Peter Bofinger prä- sentiert im Vorfeld des Europäischen Rates im Dezember seine Perspektiven für die nächsten Integrationsschritte der Europäischen Union. Mit ihm disku- tieren Karl Aiginger, Markus Marterbau- er sowie Gertrude Tumpel-Gugerell. Programm: 09:30 Uhr Begrüßung 09:45 Uhr Key Note: Die makroöko- nomische Krise des Euroraums Peter Bofinger, Professor für Volks- wirtschaftslehre an der Universität Würzburg, Mitglied im deutschen Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung 11:15 Uhr Podiumsdiskussion: Wege aus der Krise Währungsunion 2.0 Der Eurozone eine soziale Zukunft ermöglichen Die Europäische Union befindet sich im fünften Jahr der Wirtschafts- und Finanzkrise, deren Ende noch nicht absehbar ist: Die Kosten der Bankenrettung und die durch das Schrumpfen der Wirtschaft entstehenden Ausfälle an Steuereinnahmen bewirkten einen massiven weiteren Anstieg der Staatsschulden. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Arbeitslosen von 16 Millionen Ende 2007 auf mittlerweile über 26 Millionen Menschen erhöht. Karl Aiginger, Leiter des Öster- reichischen Instituts für Wirtschafts- forschung (Wifo) Peter Bofinger, Professor für Volkswirtschaftslehre Markus Marterbauer, Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik, AK Wien Gertrude Tumpel-Gugerell, Vorsitzen- de der Eurobonds-Arbeitsgruppe in der EU-Kommission Moderation: Agnes Streissler-Führer, wirtschaftspolitische Politikberatung Eine gemeinsame Veranstaltung der AK Wien und der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE)