20 infobrief eu & international Ausgabe 4 | Oktober 2013 wien.arbeiterkammer.at Undokumentierte ArbeitnehmerInnen Von der Vision zur Umsetzung Anlaufstelle für undokumentierte ArbeitnehmerInnen Lohnarbeit von MigrantInnen ohne Aufenthalts- und/oder Arbeitspapie- re ist unsicher, schlecht bezahlt und gefährlich. Trotzdem existiert sie, das ist allgemein bekannt: Vermutlich gibt es niemand, der/die nicht ent- weder selbst undokumentiert arbei- tende ArbeitnehmerInnen beschäf- tigt oder nicht zumindest Personen kennt, die dies tun. Ein Unrechts- bewusstsein bzw. Bewusstsein über Ausbeutung (typischerweise Beiträge zur Sozialversicherung, sehr oft aber auch Differenz zum Mindestentgelt, Urlaubsgeld, Weihnachtsremunerati- on) ist dabei oft nicht vorhanden. Wir sprechen dabei von „undoku- mentierter Arbeit“. Fehlende Arbeit- nehmerInnenschutzbestimmungen, exzessiv lange Arbeitszeiten, hohe Unfallrisiken sowie massive physi- sche bzw psychische Belastungen sind ebenso typische Kennzeichen dieser Form der Arbeit wie eine feh- lende soziale Absicherung und Löh- ne weit unter den branchenüblichen oder kollektivvertraglich vorgegebe- nen Mindeststandards. Zu wenig ist im Bewusstsein verankert, dass Undokumentiert beschäftigte ArbeitnehmerInnen haben Rechte: Sie sind krankenversichert und haben Anspruch auf das Entgelt, das sie erhalten hätte, wenn sie erlaubt beschäftigt gewesen wären. Die Durchsetzung dieser Rechte ist aber schwer, für die Betroffenen ohne Hilfe oft unmöglich. Eine Anlaufstelle für undokumentiert beschäftigte ArbeitnehmerInnen soll diese Hilfe ermöglichen, Beispiele aus Deutschland zeigen, dass dies möglich ist. Johannes Peyrl » wirtschaftspolitik – standpunkte Meinung, Position, Überzeugung. Der digitale Newsletter der Ab- teilung Wirtschaftspolitik in der Wiener Arbeiterkammer behandelt Aspekte der Standortpolitik, des Wirtschaftsrechts, der Regulierung diverser Branchen und allgemeine wirtschaftspolitische Fragestellun- gen aus der Perspektive von ArbeitnehmerInnen. Wirtschaftspolitik- Standpunkte erscheint 4-mal Jährlich und wird per Email versandt. Kostenlose Bestellung und alle Ausgaben nachlesen unter: http://wien.arbeiterkammer.at/wp-standpunkte Wirtscha ftspolitik – Standp unkte. 0 1 | 2011. s eite 1 vo n 14 wirtscha ftspolitik – stand punkte 01|2011 impreSS um Heraus geberin und Me dieninH aberin: Kammer für Arbe iter und Angeste llte für W ien, 1040 Wi en, Prinz Eugen S traße 20 -22 redakt ion: Mar ia Malts chnig un d Susan ne Wixfo rth Layout und sa tz: Julia Kolda VerLags - und He rsteLLu ngsort : Wien erscHei nungsw eise: 4 m al jährli ch kosten Lose be steLLun g unter : http://w ien.arbe iterkam mer.at/n ewslette r staatss cHuLde nkrise seite 02 roHsto ffHand eL seite 03 Der neu e Selbst bedienu ngsmark t für Spek ulantInn en? nicHt s cHon w ieder 20 08 seite 03 Rohstoff spekula tionen fe iern ein unerwü nschtes Comeba ck finanzM arktreg uLierun g seite 04 Kann all es beim Alten b leiben? europea ns for f inancia L reforM se ite 06 Eine Zw ischenb ilanz ak für priVatis ierungs stopp seite 06 neue pa uscHaL ierungs Verord nung s eite 07 Größere Agrarbe triebe w erden reich be schenkt! ak stud ie seite 08 Die Besc häftigun gswirku ng von I nnovatio nen VorLäu figes en de der seite 09 diskuss ion uM die steu erLicHe förder ung Vo n forsc Hung u nd entwic kLung offenLe gungsp fLicHt V on seite 10 JaHresa bscHLüs sen Theorie und gele bte Unte rnehme nspraxis die neu e reguL ierungs beHörd e seite 11 für den stroM - und ga sbereic H LiberaL isierun g der seite 12 postdie nste Mi t 1.1.201 1 tankst eLLen seite 13 Nur eine Preiserh öhung p ro Tag e rlaubt inhalt Wirtsch aftspoliti k – Stan dpunkte . Meinun g, Positio n, Überz eugung. W as es damit au f sich hat ? Wir – d as ist die Abteilun g Wirtsc haftspoli tik in der Wie- ner Arbe iterkamm er – arb eiten an Aspekte n der St andortpo litik, des Wirt- schaftsre chts, der Regulier ung dive rser Bra nchen un d an allg emeinen wirt- schaftspo litischen Frageste llungen. D abei verf olgen wi r das Zie l, die Situ ation der Besc häftigten zu verbe ssern un d Konsu mentInn enrechte durchzu setzen. Das ist a uch der Standpun kt, von d em aus wir uns dem wir tschaftsp oliti- schen G eschehe n annäh ern und in dem Newsle tter, des sen erst e Ausga- be Sie g eradevor sich hab en, davo n berich ten woll en. Wirt schaftspo litik – Standpun kte wird in Zuku nft am E nde jede s Quarta ls ersche inen und per E-Mail ve rsandt. W er will, k ann sich jederze it auf de r Homep age der A rbei- terkamm er Wien in den V erteiler aufnehm en lassen . Eröffnet wird di ese erst e Ausga be von Helene Schuber th, die i n einem Gastarti kel den p olitische n Folgen der kris enbedin gten Staa tsversch uldung nachgeh t. Außer dem bes chäftigen wir uns mit der wieder aufgeflam mten Debatte um Spe kulation en auf N ahrungsm ittel und Öl und der eur opäi- schen Fi nanzmar ktregulie rung. Au fhorchen ließ die Wiener Börse, indem sie eine neue gro ße Priva tisierung swelle fo rderte u nd gleich die pass ende Studie d azu mitli eferte. E rwähnen swert fa nden wir zudem d ie Umstr uktu- rierung der E-C ontrol, d ie Bilanz offenlegu ngsmora l der Un ternehm en, die vollständ ige Libe ralisieru ng des P ostmark tes, die jüngsten Entwick lungen in der st euerlich en Forsc hungsför derung u nd einige s mehr. In diesem Sinne fr euen wir uns übe r unser E rstlingsw erk und auf die v ielen Ausgabe n, die no ch folgen werden . Die Reda ktion editori al Wirtschaft spolitik – S tandpunkt e. 02 | 2011 . seite 1 von 14 wirtschaft spolitik – standpu nkte 02|20 11 impreSSu m Herausge berin und Medienin Haberin: Kammer fü r Arbeiter und Anges tellte für W ien, 1040 Wien , Prinz Eug en Straße 20-22 redaktio n: Maria Ma ltschnig u nd Susann e Wixforth Layout u nd satz: Julia Kold a VerLags- und Hers teLLungs ort: Wien erscHein ungsweis e: 4 mal jäh rlich kostenLo se besteL Lung unt er: http://w ien.arbeite rkammer. at/newsle tter MeHr we ttbewer b iM seite 02 gLobaLe Finanzse ktor? Hat der e urorauM eine zuku nFt? se ite 04 europa seite 06 – FalSch VerStand en der auFs cHwung koMMt seite 07 (zunäcHs t) nur ob en an priVatisie rungen seite 08 ein Verlu StgeSchä Ft ideoLogie Frei? seite 09 ak studie : seite 10 agrarein KOMMen in ÖSter reich un d in der eu rOPäiSch en uniOn der nacH HaLtigkei tsscHMä H seite 12 Mit den g rü en ar beitspLät zen Ökostro Mges tz neu seite 14 nur Mit d en KOnSu Mentinn en und nich t gegen Sie niederLas sungsFre iHeit seite 15 der unte rneHMen : eu-KOMM iSSiOn W ill einhe it VOn Sa tzungS- und VerW altungSS itz KiPPen bucHbesp recHung: seite 17 POStWac hStuMSg eSellSch aFt – KOnzeP te Für di e zuKunF t inh lt Die Manag ergehälter befinden si ch wieder auf dem Vo rkrisennive au, währen d die Beschä ftigten der österreich ischen Leit betriebe n ichts vom Aufschwun g spüren. W ie es um d ie Zukunft des Euro steht, wird heftig disk utiert. Die Wirtschaft skrise mut ierte zur K rise der öff entlichen H aushalte – ein willkom - mener Anl ass für man che, eine n eue Privati sierung we l e zu forde rn. Nach der Krise ist v or der Kri se – Der E i ruck ve rfestigt sic h, wenn m an die aktuelle wirtschaft spolitische Debatte v erfolgt. Die ser Umstan d muss sich ändern, we nn es nach den Auto rInnen die ser Ausgab e geht, die auch gleic h konkrete L ösungen m itliefern. „ Too big to fail“ uss Geschicht e sein. Das meint etwa EBRD-Dir ektor Kurt Bayer in s ein m Gas tartik l. Er fordert ein e merkliche V erkleinerun g des Finan zsektors u nd einen M echanismu s, mit des- sen Hilfe m arode Ban ken abgew ickelt w rd en können , ohne die Realwirt- schaft zu g efährden. N achdrücklic h eingefor dert wird von den A utorInnen auch die g esellschaftl iche Veran twortung vo Unter nehm . S ie sollen G e- winne inve stieren, Ar beitsplätze sichern u nd ausbau en. Dass d ie Interess en der Gesell schafterInn en von Un ternehmen ultimative n Vorrang h aben, ist ei n gescheitert es Paradigm a. Ebenso d ie Privatisie rung von ö ffentlichem Eigentum, die zur Bu dgetsanieru ng völlig u ngeeignet ist und die Versorgun gssicherhe it der Bevölk erung gefäh rdet. Brisant ist auch die m omentane Auseinand ersetzung u m die Ener gie- und Um - weltpolitik . Bei den Ve rhandlunge n um das n eue Ökost romgesetz wurden d ie Interessen sgegensätz e der Bete iligten beso nders off sichtlich. U nd was ha t es eigentlic h mit den „ Green Jobs “ auf sich? Eine spann ende Lektü re wünsch t D ie Redaktio n editorial Wirtschaftspo litik – Standpu nkte. 03 | 2011 . seite 1 von 24 wirtschaftspo litik – s a dpunk te 03|2011 impreSSum Herausgebe rin und Med ieninHaberin : Kammer für A rbeiter und A ngestellte für Wien, 1040 Wien, Pr inz Eugen Stra ße 20-22 redaktion: M aria Maltschn ig und Susan ne Wixforth Layout und satz: Julia Kol da VerLags- un d HersteLLu ngsort: Wien erscHeinung sweise: 4 ma l jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeite rkammer.at/n ewsletter poLarisierun g der seite 02 einkoMMens VerteiLung StruKturel le urSache der KriSe ezb iM diens te der bank en, eite 03 nicHt der st aaten neue europä iscHe seite 06 FinanzarcHi tekt r – eine GleichunG M it noch (zu) vie len unbeKan nten? eins und ein s ist zwei seite 08 die wäHrun gsunion ist seite 09 reForMiert – iSt Sie daS? reguLierung der FinanzM ärkte s eite 11 in den usa u nd der eu – a lleS paletti ? oecd Länder prüFbericHt seite 13 ÖsterreicH – eine Kri iSc he WürdiGu nG nacHHaLtig wirtscHaFt en, seite 14 aber wie? ÖkostroMg esetz 2012 seite 16 die neue ene rgieeFFizien zricHtLinie seite 17 ein vorSchl aG der eu K oMMiSSion die scHeinaL ternatiVe seite 19 „biokraFtst oFFe“ bescHäFtigt in der seite 21 ForscHung( sabteiLung) eines unterneHMe ns – ein bene idenSWerte r Job? eu-grünbuc H zu corp r ate seite 22 goVernance – aK fordert verbindlich en MaSSnahMe nKataloG das neue seite 23 teLekoMMu nikationsge setz inh lt Die Finanz-, W irtschafts-, Sch ulden-, Umw lt-, Arbeitsmar kt- bzw die gl obale Krise beschäft igt uns nach w ie vor. Und es scheint der P olitik nicht zu gelin- gen, Europa in einem absehb aren Zeitraum aus dieser mu l iplen Krise h eraus zu führen. Folg t man den Au torInnen diese r Ausgabe vo Wirtschaftspo litik- Standpunkte, l iegt das an ver fehlten Konze pten und – vo r allem bei de r Neu- ordnung der F inanzmärkte u nd der Stabilis ierung des Eu ro – an mange lnder Ambition. Der Ökonom Eng elbert Stockha mmer beleg , dass die gestie gene Ungleichverte ilung von Eink ommen und V ermögen ursä chlich für die Krise verantwortlich war und eine ausgewogene Verteilung nic ht Luxus sond ern Voraussetzung für ein stabile s Wachstumsr egime ist. And ere AutorInne n wid- men sich den aktuellen Maß nahmen zur S tabilisierung d es Euro, dem OECD Länderbericht und der Deba tte um nachha ltiges Wirtscha ften. Auch in spezi fischeren Polit ikbereichen ha t sich einiges getan. Nach la ngem hin und her w urde die Nove lle des Ökostr omg setzes au f Schiene gebr acht und ein neues Telekommuni kationsgesetz im Ministerrat verabschiede t. Die Europäische K ommission leg te ein Grünbu ch zur Corpor ate Governanc e vor, das sich vor a llem um die I nteressen der AktionärInne n dreht. Was die AK Wien von all dem hält und was uns die B eschäftigten im Forschungsbe reich über ihre Arbe itszufriedenhe it mitgeteilt ha ben, erfahren Sie hier. Eine aufschlus sreiche Lektür e wünscht Die Redaktion editorial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 04 | 20 11. seite 1 von 15 wirt c aftspolitik – stan p nkte 04|2 011 impreSSum Herausgeberin un d MedieninHaberin : Kammer für Arbeiter und Angestellte für W ien, 1040 Wien, Prinz Eug en Straße 20-22 redaktion: Maria M altschnig und Susan ne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und Hers teLLungsort: Wien erscHeinungswei se: 4 mal jährlich kostenLose beste LLung unter: http:/ /wien.arbeiterkamm er.at/newsletter scHuLdenbreMse in der Verfassung seite 02 BudgetpolitiSche SpielräuMe Scha ffen Statt auSBreMSen ! „wage Moderatio n“ seite 04 die lohnpolitiSch e oBSeSSion der e u die wirkungsweis e st uerLicHer seite 06 forscHungsförde rung Mifid und Mad seite 08 SynonyMe für de n auSWeg auS de r finanzKriSe? eu-urHeberrecHt seite 09 SchutzfriSten fü r MuSiKaufnahM en nun doch verlängert diVersität Muss p fLicHt s in! seite 11 scHutz Vor Übern aHMen fÜr seite 12 unterneHMen der sicH rHeits- und daseinsVorsorge waruM gut Verdi enende seite 13 Landwirte/innen keine einkoMMensteuer zaHLen die scHweLLenwe rteVerordnung seite 14 vergaBerecht alS vehiK l zur KonJunKturanKu rBelung inhalt Die Eskalation der K rise der Eurozone is t mittlerweile in Ös terreich an- gelangt. Weil Moody’ s Österreich und Sta ndard & Poor’s der g esamten Eu- rozon mit einem D ownrating drohte, be schloss der National rat mit den Stimme d r Regieru ngsparteien eine Sch uldenbrems einzufü hren, die ein strukturell s Defizit vorsieht. Warum w ir fi den, d ss diese s Instrument nicht ge ignet ist, de n Euro zu retten und wirtschaf spolitisch ein schwerer Fehler ist, beschreibt Georg Feigl in seine m Artikel. Johannes S chweighofer argumentiert, dass d ie Überschussländer in der EU schleunigs t angemesse- ne Lohnabschlüsse b rauchen, die sich an der Benya-Formel or ientieren. Er skizziert, welche Feh ler dahingehend in d er Europäischen Deb atte began- gen werden. Um die Krisenanfälligkeit de s Wirtschaftssystems in Zukunft inzudämmen ist eine merkbare Kontrolle der Finanzmärkte u nerlässlich. Aktuell Richtlinienv orschläge der Europ äischen Kommission geben wenig Hoffnung, dass dies passieren wird, argu me ti ren Susa ne W ixforth und Judith Vorbach. Auch strukturpolitisc h hat sich in den letzt en Monaten wieder e iniges getan: Ein Rechtsgutachten für die Arbeiterkamm er Wien bestätigt die Verfassungs- widrigkeit der umfa ssenden Vollpauscha lierung von Agrarbe trieben, Über- nahmen von Versorg u gsunternehmen w urden erschwert un d die Debatte um Frauenquoten in Aufsichtsräten ka ein – wenn auch kle ines – Stück voran. Besonders ans Herz legen öchten ir Ihnen den Artike l von Andre- as Schibany, der eindr ucksvoll argumentier t, warum die jetzige A usgestaltung der steuerlichen For schungsförderung all es andere als zielführ end ist. Eine spannende Lektü re und erholsame Fei ertage wünscht Die Redaktion ditorial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 01 | 20 12. seite 1 von 16 i tsch ftspolitik – sta dpunkte 01|2012 impreSSum | Offenlegung gem § 25 m edieng Herausgeberin und MedieninHaber in: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Straße 20 – 22 redaktion: Maria Maltschnig und Susanne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und HersteLLungsort: Wie n erscHeinungsweise: 4 mal jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeiterkammer.at/newsletter bLattLinie: Die Meinungen der AutorInnen . inhalt All s dreht sich ums Sparen, zumindest w enn man d wirtschaftspolitischen Diskur der vergangenen Monate verfolgt. S omit komm n auch wir nicht umhin, in dieser Ausgabe wieder einen besondere n Fokus auf die Folgen der Schul- d nhysterie zu legen. Christa Schlager nim mt das Österreichische Konsolidie- rungspaket unter die Lupe und liefert gleic h Prognosen über die gesamtwirt- schaftlichen Auswirkungen desselben mit. M arkus Marterbauer warnt vor der EU-weiten Schrumpfkur im öffentlichen Se ktor, die ein „verlorenes Jahrzehnt“ mit sich bri ge könnte und hält ein Plädoy er für den sozialen Fortschritt. Dass Österreich bei seiner Schuldenbremse aus gerechnet das deutsche Modell als Vorbild nimmt, sorgt für Kopfschütteln bei dem Düsseldorfer Ökonom Achim Truger, der in einem Gastartikel die ausgep rägten Schwächen dieses Korsetts eindrucksvoll darlegt. Auf EU Ebene tat sich auch abseits des S par-Wahns einiges. Die Macht der Ratingagenturen soll zurückgedrängt werd en, es gibt ne e Vergaberichtlinien und die Art und Weise wie das Spanungsf eld zwischen Daseinsvorsorge und Beihilfenr cht gesehen wird, hat sich veränd ert. Außerdem ist das Match um das umstrittene „Anti-Piraterie-Abkommen“ AC TA noch lange nicht entschieden. Wer sich in letzter Zeit in Wien um Mietw ohnungen umgeschaut hat, dem ist die Lust auf einen Umzug ob der massiv ges tiegenen Preise gründlich vergangen. Die ImmobilienbesitzerInn n schieben die Schuld auf hohe Gebühren, die AK kommt zu einem anderen Schluss: Es sind sc hlicht und einfach die Nettomieten, die die Wohnungskosten in die Höhe trei ben, wie eine kürzlich erschienene Studie belegt. Nach wie vor trist schaut es in den Führungsetagen der großen Unternehmen für Frauen aus. Die Verspre chungen seitens der Industrie sich um einen höheren Frauenanteil im Managem ent zu bem hen, sind offensichtlich reine Lippenbekenntnisse. Wir fordern desh alb: Her mit der Quote! Die Redaktion editOrial Wirtschaftspolitik wie ÖsterreicH spart seit 02 soziaLer FortscHritt statt seite 04 deMontage des soziaLst ates KoMMentar von MarKuS Marterba uer die deutscHe scHuLdenbreMse seite 05 ein leuchtendeS vorbild für ÖSte rreich und europa? brandpunkt ratingagenturen seite 07 iM europäiSchen parlaM nt begin nt die heiSSe phaSe strukturpolitik ak Frauen. seite 08 ManageMent.report 2012 frauen Sind SoWohl in den vorSt änden alS auch in den aufSichtSräten Weite rhin die auSnahMe neue straFbestiMMungen seite 09 zeigen wirkung 90% der groSSen KapitalgeSellSc haften haben 2011 friStgerecht den Jahre SabSchluSS offengelegt acta seite 10 uMStritteneS antipiraterie-abKoM Men Mit folgen? priVatMieten steigen doppeLt so seite 12 stark wie einkoMMen und inFLatio n wie VieL beiHiLFenrecHt seite 13 Verträgt die daseinsVorsorge? reVision der eu-VergaberegeLn seite 15 irtschaftspolitik – standpunkte Meinung, Position, Überzeugung. Der digitale Newsletter der Ab- teilung Wirtschaftspolitik in der Wiener Arbeiterkammer behandelt Aspekte der Standortpolitik, des Wirtschaftsrechts, der Regulierung diverser Branchen und allgemeine wirtschaftspolitische Fragestellun- gen aus der Perspektive von ArbeitnehmerInnen. Wirtschaftspolitik- Standpunkte erscheint 4-mal Jährlich und wird per Email versandt. Kostenlose Bestellung und alle Ausgaben nachlesen unter: http://wien.arbeiterkammer.at/wp-standpunkte Wirtscha ftspolitik – Standp unkte. 0 1 | 2011. s eite 1 vo n 14 wirtscha ftspolitik – stand punkte 01|2011 impreSS um Heraus geberin und Me dieninH aberin: Kammer für Arbe iter und Angeste llte für W ien, 1040 Wi en, Prinz Eugen S traße 20 -22 redakt ion: Mar ia Malts chnig un d Susan ne Wixfo r h Layout und sa tz: J lia K lda VerLags - und He r t LLu ngsort : Wie erscH i nungsw eise: 4 m al jährli ch kosten Lose be steLLun g unter : http://w ien.arbe iterkam mer.at/n ewslette r staatss cHuLde nkrise seite 02 roHsto ffHand eL seite 03 Der neu e Selbst bedienu ngsmark t für Spek ulantInn en? nicHt s cHon w ieder 20 08 seite 03 Rohstoff spekula tionen fe iern ein unerwü nschtes Comeba ck finanzM arktreg uLierun g seite 04 Kann all es beim Alten b leiben? europea ns for f inancia L reforM se ite 06 Eine Zw ischenb ilanz ak für priVatis i rungs stopp seite 06 neue pa uscHaL ierungs Verord nung s eite 07 Größere Agrarbe triebe w erden reich b schenkt! ak stud ie seite 08 Die Besc häftigun gswirku ng von I nnovatio nen VorLäu figes e de der seite 09 diskuss ion uM die steu erLicHe förder ung Vo n forsc Hung u nd entwic kLung offenLe gungsp fLicHt V on seite 10 JaHresa bscHLüs sen Theorie und gele bte Unte rnehme nspraxis die neu e reguL ierungs beHörd e seite 11 für den stroM - und ga sbe ic H LiberaL isierun g de seite 12 postdie nste Mi t 1.1.201 1 tankst eLLen se te 13 Nur eine Preis rh öhung p ro Tag e rlaubt inhalt Wirtsch aftspoliti k – Stan dpunkte . Meinun g, Positio n, Überz eugung. W as es damit au f sich hat ? Wir – d as ist die Abteilun g Wirtsc haftspoli tik in der Wie- ner Arbe iterkamm er – arb eiten an Aspekte n der St andortpo litik, des Wirt- schaftsre chts, der Regulier ung dive rser Bra nchen un d an allg emeinen wirt- schaftspo litischen Frageste llungen. D abei verf olgen wi r das Zie l, die Situ ation der Besc häftigten zu verbe ssern un d Konsu mentInn enrechte durchzu setzen. Das ist a uch der Standpun kt, von d em aus wir uns dem wir tschaftsp oliti- schen G eschehe n annäh ern und in dem Newsle tter, des sen erst e Ausga- be Sie g eradevor sich hab en, davo n berich ten woll en. Wirt schaftspo litik – Standpun kte wird in Zuku nft am E nde jede s Quarta ls ersche inen und per E-Mail ve rsandt. W er will, k ann sich jederze it auf de r Homep age der A rbei- terkamm er Wien in den V erteiler aufnehm en lassen . Eröffnet wird di ese erst e Ausga be von Helene Schuber th, die i n einem Gastarti kel den p olitische n Folgen r kris enbedin gten Staa tsversch uldung nachgeh t. Außer dem bes chäftigen wir uns mit der wieder a ufgeflam mten Debatte um Spe kulation en auf N ahrungsm ittel und Öl und der eur opäi- schen Fi nanzmar ktregulie rung. Au fhorchen ließ die Wiener Börse, indem sie eine neue gro ße Priva tisierung swelle fo rderte u nd gleich die pass ende Studie d azu itli ef rte. E rwähnen swert fa nden wir zudem d ie Umstr uktu- rieru g der E-C ontrol, d ie Bilanz offenlegu ngsmora l r Un t rnehm en, die vollständ ige Lib ralisieru ng d s P ostmark tes, die jüngsten Entwic l ngen in der st uerliche n Forsch ungsförd erung un d einiges meh . In diesem Sinne fr euen wir uns übe r u ser E rstlingsw rk und a uf die vie len Ausgabe n, die no ch folgen werden . Die Reda ktion editori al Wirtschaft spolitik – S tandpunkt e. 02 | 2011 . seite 1 von 14 wirtschaft spolitik – standpu nkte 02|20 11 impr SSu m Herausge berin und Medienin Haberin: Kammer fü r Arbeiter und Anges tellt für W i n, 1040 Wien , Prinz Eug n Straße 2 0-22 redakti n: Maria Ma ltschnig u d Susanne Wixforth Layout u nd satz: Julia Kold a VerLags- und Hers teLLungs ort: Wien erscHein ungsweis e: 4 mal jäh rlich kostenLo se besteL Lung unt er: http://w ien.arbeite rkammer. at/newsle tter M Hr we ttbewer b iM seite 02 gLobaLe Finanzse ktor? Hat der e urorauM eine zuku nFt? se ite 04 europa seite 06 – FalSch VerStand en der auFs cHwung koMMt seite 07 (zunäcHs t) nur ob en an priVatisie rungen seite 08 ein Verlu StgeSchä Ft ideoLogie Frei? seite 09 ak tudie : seite 10 agrarein KOMMen in ÖSter reich un d in der eu OPäiSche n uniOn der nacH HaLtigkei tsscHMä H seite 12 Mit den g rü en ar beitspLät zen Ökostro Mges tz neu seite 14 nur Mit d en KOnSu Mentinn en und nich t gegen Sie niederLas sungsFr iHeit seite 15 der unte rneHMen : eu-KOMM iSSiOn W ill ei h it VOn Sa tzungS- und VerW altungSS itz KiPPen bucHbesp recHung: seite 17 POStWac hStuMSg eSellSch aFt – K nzeP te Für di e z KunF t inh lt Die Manag ergehälter befinden si ch wieder auf dem Vo rkrisennive au, währen d die Beschä ftigten der österreich ischen Leit betriebe n ichts vom Aufschwun g spüren. W ie es um d ie Zukunft des Euro steht, wird heftig disk utiert. Die Wirtschaft skrise mut ierte zur K rise der öff entlichen H aushalte – ein willkom - men rAnl ass für man che, eine n eue Privati sierung we l e zu forde rn. Nach der Krise ist v or der Kri se – Der E i ruck ve rfestigt sic h, wenn m an die aktuelle wirtschaft spolitische Debatte v erfolgt. Die ser Umstan d muss sich ändern, we nn es nach den Auto rInnen die ser Ausgab e geht, die auch gleic h konkrete L ösungen m itliefern. „ Too big to fail“ muss Geschicht e sein. Das meint etwa EBRD-Dir ektor Kurt Bayer in s einem Gas tartik l. Er fordert ein e merkliche V erkl inerun g des Finan zsektors u nd einen M echanismu s, mit des- s n Hilfe m arode Ban ken abgew ickelt w rd en kön en , ohne Realwirt- schaft zu g efährden. N achdrücklic h eingefor dert wird von den A utorInne auch die g esellsch ftl iche Veran twortung vo Unt r ne m . S ie sollen G e- winne inv stiere , Ar beitsplätze sichern u nd ausbau en. Dass d ie Interess en der Gesell schafterInn en von Un tern hme ultimative n Vorrang h aben, ist ei n gescheitert es Paradigm a. Ebenso d ie Privatisie rung von ö ffentlichem Eigentum, die zur Bu dgetsa ieru ng völlig u ngeeignet ist und die Versorgun gssicherhe it der Bevölk erung gefäh rdet. Brisant ist auch die m omentane Auseinand ersetzung u m die Ener gie- und Um - weltpolitik . Bei den Ve rhandlunge n um das n eue Ökost romgesetz wurden d ie Interessen sgegensätz e der Bete iligten beso nders off sichtlich. U nd was ha t es eigentlic h mit den „ Gr en Jobs “ auf sich? Eine spann ende Lektü re wünsch t D ie R daktio n editori l Wirtschaftspo litik – Standpu . seite 1 von 24 w rtschaftspo litik – s a p nk te 03|2011 impreSSum Herausgebe rin und Med ieninHaberin : Kammer für A rbeiter und A ngestellte für Wien, 1040 Wien, Pr inz Eugen Stra ße 20-22 redaktion: M aria Maltschn ig und Susan ne Wixforth Layout und sa z: Julia Kol da VerLags- un d HersteLLu ngsort: Wien erscHeinung sweise: 4 ma l jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeite rkammer.at/n ewsletter poLarisierun g der seite 02 einkoMMens VerteiLung StruKtur l le urSache d r KriSe ezb iM diens te der bank en, ite 03 nicHt der st aaten neue europä iscHe seite 06 FinanzarcHi tekt r – eine GleichunG M it noch (zu) vi len unbeKan nten? eins und ei s ist zwei seite 08 die wäHrun gsunion ist seite 09 reFo Miert – iSt Sie daS? reguLierung der FinanzM ärkte s eite 11 in den usa u nd der eu – a lleS paletti ? oecd Länder prüFbericHt eite 13 ÖsterreicH – eine Kri iSc he WürdiGu nG nacHHaLtig wirtscHaFt en, seit 14 aber wie? ÖkostroMg esetz 2012 seite 16 die neue ene rgieeFFizien zricHtLinie seite 17 ein vorSchl aG d r eu K oMMiSSio die scHeinaL ternatiVe seite 19 „biokraFtst oFFe“ bescHäFtigt in der seite 21 ForscHung( sabteiLung) eines unterneHMe ns – ein bene idenSWerte r Job? eu-grünbuc H zu corp r ate seite 22 goVernance – aK fordert verbindlich en MaSSnahMe nKataloG das neue seite 23 teLekoMMu nikationsge setz nh lt Die Finanz-, W irtschafts-, Sch ulden-, Umw lt-, Arbeitsmar kt- bzw die gl obale Krise beschäft igt uns nach w ie vor. Und es scheint der P olitik nicht zu gelin- g n, Europa in einem absehb aren Zeitraum aus diese mu l iplen Krise h eraus zu führe . Folg t ma den Au t Innen diese r Ausgabe vo Wir schaftspo litik- Standpunkte, l iegt das an ver fehlten Konze pt n und – vo r allem bei de r Neu- ordnung der F in zmärkte u nd der Stabilis ier ng des Eu o – n mange lnder Ambition. D r Ökonom Eng elbert Stockha mmer beleg , dass di gestie gene Ungleichverte ilung von Ei k ommen und V ermögen ursä chlich für die Krise verantwortlich war und eine ausgewogene Verteilung nic ht Luxus sond ern Voraussetzung für ein stabile s Wachstumsr egime ist. And ere AutorInne n wid- men sich den aktuellen Maß ahm n zur Sta bilisierung des Euro, dem O ECD Länd rbericht und der Deba tte um nachha ltiges Wirtscha ften. Auch in spezi fischere Poli ikbereichen ha t sich einiges getan. Nach la ngem hin und her w urde ie Nove lle des Ökostr omg setzes au f Schiene gebr acht und ein neu s Telekommuni kationsgesetz im Ministerrat verabschiede t. Die Europäische K ommission leg te ein Grünbu ch zur Corpor ate Governanc e vor, das sich vor a llem um die I nteressen der AktionärInne n dreht. Was die AK Wien von all dem hält und was uns die B es äftigten im Forschungsbe reich über ihre Arbe itszufriedenhe it mitgeteilt a ben, rfa re Sie hier. Eine aufschlus sreiche Lektür e ünscht Die Redaktion edito ial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 04 | 20 11. seite 1 von 15 wirt c aftspolitik – stan p kte 04|2 011 impreSSum Herausgeberin un d Medieni Haberin : Kammer für Arbeit r und Angestellte für W ien, 1040 Wien, Prinz Eug en Straße 20-22 redaktion: Maria M altschnig und Susan ne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und H rs teLLungsort: Wien erscHeinung wei se: 4 mal jährlich kostenLose b ste LLung nter: http:/ /wien.arbeiterkamm er.at/newsletter scHuLd nbreMse in der Verfassung seite 02 Budgetpo itiSche SpielräuMe Scha ffen Statt auSBreMSen ! „wage Moderatio n“ seit 04 die lohnpolitiSch e oBSeSSion der e u die wirkungsweis e st uerLicHer seite 06 forscHungsförde rung Mifid und Mad seite 08 SynonyMe für de n auSWeg auS de r finanzKriSe? eu-urHeberrecHt seite 09 Sch tzfriSten fü r MuSiKaufnahM en nun doch ve längert diVersität Muss p fLicHt s in! seite 11 scHutz Vor Über aHMen fÜr seite 12 unterneHMen der sicH rHeits- und dase nsVorsorge waruM gut Verdi enende seite 13 Landwirte/innen keine einkoMMensteuer zaHLen die scHweLLenwe rteVerordnung seite 14 vergaBerecht alS vehiK l zur KonJunKturanKu rBelung inhalt Die Eskalation der K rise der Eurozone is t mittlerweile in Ös terreich an- gelangt. eil Moody’ s Österreich und Sta ndard & Poor’s der g esamten Eu- rozon mit einem D ownrating drohte, be schloss der Nationa lrat mit den Stimme d r Regi ru ng parteien eine Sch uldenbrems einzufü hren, die ein strukturell s Defizit vorsieht. Warum w ir fi den, d ss diese s Instrument nicht ge ignet ist, de n Euro zu retten und wirtschaf spolitisch ein schwerer Fehler ist, b chreibt Georg Feigl in seine m Artikel. Johannes S chweighofer argumentiert, dass d ie Überschussländer in der EU schleunigs t angemesse- ne Lohnabschlüsse b rauchen, die sich an der Benya-Formel or ientieren. Er skizziert, welche Feh ler dahingehend in d er Europäischen De batte began- gen werden. Um die Krise anfälligkeit de s Wirtschaftssystems in Zukunft inzudäm en ist eine merkbare Kontroll der Finanzmär te u nerlässlich. Aktuell Richtlinienv orschläge der Europ äischen Ko ission geben wenig Hoffnung, dass dies passieren wird, argu me ti ren Susa ne W ixforth und Judith Vorbach. Auch strukturpolitisc h hat sich in den letzt en Monaten wieder e iniges getan: Ein Rech sgutachten für dieArb iterkamm er Wi n bestätigt di Verf ss ngs- widrigkeit der umfa ssenden Vollpauscha lieru g von Agrarbe trieben, Über- nahmen von Versorg u gsunternehmen w urden erschw rt un d die Debatte u Frauenquoten in Aufsichtsräten ka ein – wenn auch kle ines – Stück voran. Besonders ans Herz legen öchten ir Ihnen den Artike l von Andre- as Schibany, der ei dr ucksvoll argumentier t, warum die jetzige A usgestaltung der steuerliche For schungsförderung all es andere als zielführ end ist. Eine spannende Lek ü re und erholsame Fei ertage wünscht Die Redaktion ditorial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 01 | 20 12. seite 1 von 16 i t ch ftspolitik – sta dpunkte 01|2012 impreSSum | Off nlegung gem § 25 m edieng Herausgeberin und MedieninHaber in: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Straße 20 – 22 redaktion: Maria Maltschnig und Susanne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und HersteLLungsort: Wie n erscHeinungsweise: 4 mal jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeiterkammer.at/newsletter bLattLinie: Die Meinungen der AutorInnen . inhalt All s dreht s ch ums Spa en, zumindest w enn man d wirtschaftspolitischen Diskur der vergang en Monate verfolgt. S omit komm n auch wir nicht umhin, in dieser Ausgabe wieder einen besondere n Fokus auf die Folgen der Schul- d nhysteri zu leg n. Christa Schlager nim mt das Österreichische Konsolidie- rung paket unter die Lupe und liefert gleic h Prognosen über die gesamtwirt- schaftlichen Auswirkungen desselben mit. M arkus Marterbauer warnt vor der EU-weiten Schrumpfkur im öffentlichen Se ktor, die ein „verlorenes Jahrzehnt“ mit sich bri g könnte und hält ein Pläd y er für den s zialen Fortschritt. Dass Österreich b i seiner Schulde brems aus gerechnet das deutsche Modell als Vo b ld nimmt, sorgt für Kopfschütteln bei dem Düsseldorfer Ökonom Achim Truger, der in einem Gastartikel die ausgep rägten Schwäche dieses Korsetts eindrucksvoll darlegt. Auf EU Ebene tat sich au h abseits des S par-Wahns einiges. Die Macht der Ratingagenturen soll zurückged ängt werd en, es gibt ne e Vergaberichtlinien und die Art und Weise ie das Spanungsf eld zwischen Daseinsvorsorge und Beihilfenr cht gesehen wird, hat sich verä d ert. Außerdem ist das Match um das umstrittene „Anti-Piraterie-Abkommen“ AC TA noch lange nicht entschieden. Wer sich in letzter Zeit in Wien um Mietw ohnungen umgeschaut hat, dem ist die Lust auf einen Umzug ob der massiv ges tiegenen Preise gründlich vergangen. Die ImmobilienbesitzerInn n schieben die Schuld auf hohe Gebühren, die AK kommt zu einem anderen Schluss: Es sind sc hlicht und einfach die Nettomieten, die die Wohnungskosten in die Höhe trei ben, wie eine kürzlich erschienene Studie belegt. Nach wie vor trist schaut es in den Führungsetagen der großen Unternehmen für Frauen aus. Die Verspre chungen seitens der Industrie sich um einen höheren Frauenanteil im Managem ent zu bem hen, sind offensichtlich reine Lippenbekenntnisse. Wir fordern desh alb: Her mit der Quote! Die Redaktion edi Ori l Wirtschaftspolitik wie ÖsterreicH spart seit 02 soziaLer FortscHritt statt seite 04 deMontage des soziaLst ates Ko Mentar von MarKuS Marterba uer die deutscHe scHuLdenbreMse seite 05 e n l chtendeS vorbild für ÖSte rreich und uropa? brandpunkt ratingag nturen seite 07 iM europäiSchen parlaM nt begin nt die heiSSe phaSe strukturpolitik ak Fr uen. seite 08 ManageMent.report 2012 frauen Sind SoWohl in den vorSt änden alS auch in den aufSichtSräten Weite rhin die auSnahMe neue straFbestiMMungen seite 09 zeigen irkung 90 der groSSen KapitalgeSellSc haften 2011 friStgerecht den JahreSabSc hluSS elegt seit e 10 itteneS antipiraterie-abKo Men M it ? priVat ieten steigen doppeLt so seite 12 stark ie einkoMMen und inFLatio n wie VieL beiHiLFenrecHt seite 13 Verträgt die daseinsVorsorge? reVision der eu-VergaberegeLn seite 15 wirtschaftspolitik – standpunk e Meinung, Position, Überzeugung. Der digitale Newsletter der Ab- teilung Wirtschaftspolitik in der Wiener Arbeiterkammer behandelt Aspekte der Standortpolitik, des Wirtschaftsrechts, der Regulierung diverser Branchen und allgemeine wirtschaftspolitische Fragestellun- gen aus der Perspektive von ArbeitnehmerInnen. Wirtschaftspolitik- Standpunkte erscheint 4-mal Jährlich und wird per Email versandt. Kostenlose Bestellung und alle Ausgaben nachlesen unter: http://wien.arbeiterkammer.at/wp-standpunkte Wirtscha ftspolitik – Standp unkte. 0 1 | 2011. s eite 1 vo n 14 wirtscha ftspolitik – stand punkte 01|2011 impreSS um He aus g berin und M dieninH aberin: Kammer für Arbe iter und Angeste llte für W ien, 1040 Wi en, Prinz Eugen S traße 20 -22 redakt ion: Mar ia Malts chnig u d Susan ne Wixfo rth Lay ut u d sa tz: J lia Kolda VerLags - un He rsteLLu gsort: W ien erscHei n ngsw ise: 4 ma l jährlich kosten Lose be steLLun g unter : http://w ien.arbe iterkam mer.at/n ewslette r staatss cHuLde nkrise seite 02 roHsto ffHand eL seite 03 Der neu e Selbst bedienu ngsmark t für Spek ulantInn en? nicHt s cHon w ieder 20 08 seite 03 Rohstoff spekula tionen fe iern ein unerwü nschtes Comeba ck finanzM arktreg uLierun g seite 04 Kann all es beim Alten b leiben? europea ns for f inancia L reforM se ite 06 Eine Zw ischenb ilanz k für pr iVatisie rungss topp seite 06 neue pa uscHaL ierungs Verord nung s eite 07 Größere Agrarbe triebe w erden reich be schenkt! ak stud ie seite 08 Die Besc häftigun gswirku ng von I nnovatio nen VorLäu figes en de der seite 09 diskuss ion uM die steu erLicHe förder ung Vo n fo sc H ng u nd entwic kLung offenLe gungsp fLicHt V on seite 10 JaHresa bscHLüs se Theorie und gele bte Unte rnehme nspraxi die neu e r guL ierungs beHörd e seite 11 für den stroM - und ga sbereic H LiberaL isierun g der seite 12 postdie nste Mi t 1.1.201 1 tankst eLLen seite 13 Nur eine Preiserh öhung p r Tag e rlaubt inhalt Wirtsc aftspoliti k – Stan dpunkte . Meinun g, Positio n, Überz eugung. W as es damit au f sich hat ? Wir – d as ist die Abteilun g Wirtsc haftspoli tik in der Wie- ner Arbe iterkamm er – arb eiten an Aspekte n der St andortpo litik, des Wirt- schaftsre chts, der Regulier ung dive rser Bra nchen un d an allg emeinen wirt- schaftspo litischen Frageste llungen. D abei verf olgen wi r das Zie l, die Situ ation der Besc häftigten zu verbe ssern un d Konsu mentInn enrechte durchzu setzen. Das ist a uch der Standpun kt, von d em aus wir uns dem wir tschaftsp oliti- schen G eschehe n annäh ern und in dem Newsle tter, des sen erst e Ausga- be Sie g eradevor sich hab en, davo n berich ten woll en. Wirt schaftspo litik – Standpun kte wird in Zuku nft am E nde jede s Quarta ls ersche inen und per E-Mail ve rsandt. W er will, k ann sich jederze it auf de r Homep age der A rbei- terkamm er Wien in den V erteiler aufnehm en lassen . Eröffnet wird di ese erst e Ausga be von Helene Schuber h, die in ein m Gas a ti kel d n p olitisch Folgen d er krisen bedi gte n Staa sv erschuld ung n chgeh t. Außer dem bes chäftigen wi uns mit der wieder aufgeflam m en Debatte um Spe kul tio en auf N ahrungsm ittel und Öl u d der eur opäi- sch n Fi nanzmar ktr gulie rung. Au fhorchen ließ die Wiener Börse, indem sie eine neue gro ße Priva tisierung swelle fo rderte u nd gleich die pass ende Stud e d azu mitli ef rte. E rwähnen swert fa nden wir zudem d ie Umstr uktu- rierun der E-C ontrol, d ie Bilanz offenl gu gsmoral der Unt ern hme n, die vollständ ige Libe ralisieru ng s P ostmark tes, i jüngsten Entwick lungen in der st uerliche n Forsch u gsförd erung un d einiges mehr. In diesem Sinne fr euen wir uns übe r unser E rstlingsw erk und auf die v ielen Ausgabe n, die no ch folgen werden . Die Reda ktion editori al Wirtschaft spolitik – S tandpunkt e. 02 | 2011 . seite 1 von 14 wirtschaft spolitik – standpu nkte 02|20 11 i preSSu m Her usge berin und Medienin Haberin: Kammer fü r Arbeiter und Anges tellte fürW ien, 1040 Wien , Prinz Eug en Straße 20-22 redaktio n: Maria Ma ltschnig u nd S sann e Wixforth Layou u n satz: Julia Kold a VerLags- und Hers teLLu gs ort: Wien rscHeinu ng weise : 4 mal jähr lich kostenL se b steL Lung unt er: http://w ien.arbeite rkammer. at/newsle tter MeHr we ttbewer b iM seite 02 gLobaLe Finanzse ktor? Hat der e urorauM ine zuku nFt? se ite 04 europa seite 06 – FalSch VerStand n der auFs cHwung koMMt seite 07 (zunäcHs t) nur ob en an priVatisie rungen seite 08 ein Verlu StgeSchä Ft ideoLogie Frei? seite 09 ak studie : seite 10 agrarein KOMMen in ÖSter reich un d in der eu rOPäiSch en uniOn der nacH HaLtigkei tsscHMä H seit 12 Mit den g rü en ar beitspLät zen Ökostro Mges tz neu s ite 14 nur Mit d en KOnSu Mentinn en und nich t gegen Sie niederLas sungsFre iHeit seite 15 der unte rneH en : eu-KOMM iSSiOn W ill einhe it VOn Sa tzungS- und VerW altungSS itz KiPPen bucHbesp recHung: seite 17 POStWac hStuMSg eSellSch aFt – KOnzeP te Für di e zuKunF t inh lt Die Manag ergehälter befinden si ch wieder auf dem Vo rkrisennive au, währen d die Beschä ftigten der österreich ischen Leit betriebe n ichts vom Aufschwun g spüren. W ie es um d ie Zukunft des Euro steht, wird heftig disk utiert. Die Wirtschaft skrise mut ierte zur K rise der öff entl chen H aushalte – ein willkom - mener Anl ass für man che, eine n eue Privati sierung we l e zu forde rn. Nach der Krise ist v or der Kri se – Der E i ruck ve rfestigt sic h, wenn m an die aktuelle wirtschaft spolitische Debatte v erfolgt. Die ser Umstan d muss sich ändern, we nn es nach den Auto rInnen die ser Ausgab e geht, die auch gleic h konkrete L ösungen m itliefern. „ Too big to fail“ muss Geschicht e sein. Das meint etwa EBRD-Dir ektor Kurt Bayer in s ein m Gas tartik l. Er fordert ein e merkliche V erkleinerun g des Finan zsektors u nd einen M echanismu s, mit des- sen Hilfe m arode Ban ken abgew ickelt w rd en können , ohne die Realwirt- schaft zu g efährd n. N achdrücklic h eingefor dert wird von den A utorInnen auch die g esellschaftl ich Veran twortung vo Unter nehm . S ie sollen G e- winne inve stieren, Ar beitsplätze sichern u nd ausbau en. Dass d ie Interess en der Gesell schafterInn en von Un ternehmen ultimative n Vorrang h aben, ist ei n gescheitert es Paradigm a. Ebenso d ie Privatisie rung von ö ffentlichem Eigentum, die zur Bu dgetsanieru ng völlig u ngeeignet ist und die Versorgun gssicherhe it der Bevölk erung gefäh rdet. Brisant ist auch die m omentane Aus inand ersetz ng u m die Ener gie- und Um - weltpolitik . Bei den Ve rhandlunge n um das n eue Ökost romgesetz wurden d ie Interessen sgegensätz e der Bete iligten beso nders off sichtlich. U nd was ha t es eigentlic h mit den „ Green Jobs “ auf sic ? Eine pan ende Lektü re wünsch t D ie Redaktio n editorial Wirtschaftspo litik – Standpu nkte. 03 | 2011 . seite 1 von 24 wirtschaftspo litik – s a dpunk te 03|2011 impreSSum Herausgebe rin u d Med ie inHaberin : Kammer für A rbeiter und A gestellt für W ien, 1040 Wie , Pr inz Eugen Stra ß 20-22 redaktion: M aria Maltschn ig und Susan ne Wixforth Layout satz: Julia Kol da VerLags- un d HersteLLu ngsort: Wien erscHeinung sweise: 4 ma l jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeite rkammer.at/n ewsletter poLarisierun g der seite 02 einkoMMens VerteiLung StruKturel le urSache der KriSe ezb iM diens te der ba k en, eite 03 nicH der st aaten neue europä iscHe s ite 06 FinanzarcHi tekt r – eine GleichunG M it noch (zu) vie len unbeKan nten? eins und ein s ist zw i sei e 08 die wäHrun gsunion ist seite 09 reForMiert – iSt Sie daS? reguLierung der FinanzM ärkte s eite 11 in den usa u nd der eu – a lleS paletti ? oecd Länder prüFbericHt seite 13 ÖsterreicH – eine Kri iSc he WürdiGu nG nacHHaLt g wirtscHaFt en, seite 14 aber wie? ÖkostroMg esetz 2012 s ite 16 die neue ene rgieeFFizien zricHtLi ie s ite 17 ein vorSchl aG der eu K MMi Sion di scHeinaL ternatiVe seite 19 „biokraFtst oFFe“ bescHäFtigt in der seite 21 ForscHung( sabteiLung) eine unterneHMe ns – ein bene idenSWert r Job? eu-grünbuc H zu corp r ate seite 22 goVernance – aK fordert verbindlich en MaSSna M nKataloG das neue s ite 23 teL koMMu nikationsge setz inh lt Die Finanz-, W irtschaft -, Sch ulden-, Umw lt-, Arbeitsmar kt- bzw die gl obale Krise beschäft igt uns nach w ie vor. Und es scheint der P olitik nicht zu gelin- gen, Europa in einem absehb ar Zeitraum aus dieser mu l iplen Krise h eraus zu führen. Folg t man den Au torInnen diese r Ausgabe vo Wirtschaftspo litik- Standpunkte, l i gt das an ver fehlt n Konze pten und – vo r allem bei de r Neu- ordnung der F inanzmärkte u nd der Stabilis ierung des Eu ro – an mange lnder Ambition. Der Ök nom Eng elb rt Stockha mmer beleg , dass die gestie gene Ungl ichverte ilung von Eink ommen und V ermögen ursä chlich für die Krise v rantwortlich war und eine ausgewogene Verteilung nic ht Luxus sond ern Vo a ssetzung für ein stabile s Wachstumsr egime ist. And ere AutorInne n wid- men sich den aktuel en Maß nahmen zur S tabilisierung d es Euro, dem OECD Länderbericht und der Deba t e um nachha ltiges Wirtscha ften. Auch in sp zi fischer Polit ikbereichen ha t sich einiges getan. Nach la ngem hin u d her w urde ie Nove lle des Ökostr omg setzes au f Schiene gebr acht und in eues T leko muni kationsgesetz im Ministerrat verabschiede t. Die Europäische K ommis io l g te ein Grünbu ch zur Corpor ate Governanc e vor, das sich vor a l em um die I nteressen der AktionärInne n dreht. Was die AK Wien von all dem hält und was ns die B eschäftigten im Forschungsbe reich über ihre Arbe itszufri denhe it mitget ilt ha ben, erfahren Sie hier. Eine aufschlus reiche Lektüre wünscht Die Redaktion ditor al Wirtschaf spolitik – Standpu kte. 04 | 20 11. seite 1 von 15 wirt c aftspolitik – stan p nkte 04|2 011 impr SSum Herausg b rin un d Me i ninHaberin : Kammer für Arbeiter und Angestellte für W i n, 1040 Wien, Prinz Eug en Straß 20-22 r daktion: Maria M altsch ig und S san ne Wixforth L yout und satz: Julia Kolda VerL gs- u H rs teLLungsort: Wien erscHei ungswei se: 4 mal jährlich kostenLose beste LLung unter: http:/ /wien.arbeiterkamm er.at/newsletter scHuLdenbreMse in der Verfa sung seit 02 BudgetpolitiSche SpielräuMe Scha ffen Statt auSBreMSen ! „wage Mod ratio n“ ite 04 die lohnpolitiSch e oBSeSSion der e u die wirkungswe s st uerLicHer s ei e 06 forscHungsförde ru g Mifid und Mad seite 08 Sy onyMe für de n auSWeg auS de r finanzKriSe? e -urHeberrecHt i e 09 Schutzfr Sten fü r MuSiKaufnahM en n doch verläng rt diVersi ät Muss p fLicHt s in! seit 11 scHutz Vor Übern aHMen fÜr seite 12 unterneHMen der sicH rHeits- und daseinsVorsorge waruM ut Verdi enende seite 13 Landwir /innen keine einkoMMensteuer zaHL n die scHweLLenwe rteVer rdnung seite 14 vergaBerecht alS vehiK l zur KonJunKturanKu rBelung inhalt Die skalation er K is der Eurozone ist mittlerweile in Öst erreich an- gelangt. Weil Moody’ s Österreich und Sta ndard & Poor’s der g esamten Eu- rozon mit ein m D ownrating drohte, be schloss der National rat mit den Stimme d r Regi ru ngsparteien eine Sch uldenbrems einzufü hren, die ein strukturell s Defizit vorsieht. Warum w ir fi den, d ss diese s Instrument nicht ge ignet ist, de Euro zu retten und wirtschaf spolitisch e in schwerer Fehler ist, b schreibt Georg Feigl in seinem Artikel. Johannes Sch weighofer argumentiert, dass di e Über chussländer in der EU schleunigs t angemesse- ne Lohnabschlüsse b rauchen, die sich an der Benya-Formel or ientieren. Er skizziert, welch F h ler dahingehend in d er Europäischen Deb atte began- gen werden. Um di Kris anfälligk it de s Wirtschaftssystems in Zukunft inzudämmen ist eine m kbar Kontrolle der Finanzmärkte u nerlässlich. Aktuell Richtlinienv orschläg d r Europ ä schen Kommission geben w nig Hoffnung, dass dies passieren wird, argu me ti ren Susa ne W ixforth und Judith Vorbach. Auch strukturpolitisc h hat ich i den letzt en Monaten wi der e iniges getan: Ein Rechtsg tacht n für di Arbeit rkamm er Wien bestäti t die Verfassungs- widrigkeit r umfa ssenden Vollpauscha lierung von Agrarbe trieben, Über- nahmen von Versorg u gsunternehmen w urden erschwert un d die Debatte um Frauenquoten in Aufsichtsrät n ka ein – wenn auch kle ines – Stück voran. Besonders ans Herz legen öcht n ir Ihnen den Artike l von Andre- as Schibany, d r indr ucksvoll argumen ier t, w um die jetzige A usgestaltung der steuerlichen For schungsförderu g all s andere als zielführe nd ist. Eine spann nde Lektü re und erholsame Fei rtage wünsc t Die Redaktion di orial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 01 | 20 12. seite 1 von 16 sc ftspolitik – a d unkte 01|2012 impreSSum | Off l gung gem § 25 m edieng Her usgeberin und MedieninH ber in: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Straß 20 – 22 redaktion: Maria Maltschnig und Susanne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und HersteLLungsort: Wie n erscH i ungsweise: 4 mal jährlich kostenLose be t LLung unter: http:/ /wien.arbeiterkammer.at/newsletter bLattLinie: Die Meinungen der AutorInnen . n al All s dreht sich ums Spar n, zumindest w enn man d wirtschaftspolitischen Diskur der vergangenen Monate verfolgt. S omit komm n auch wir nicht umhin, in dieser Ausgabe wieder einen b sondere n Fokus auf die Folgen der Schul- d nhysterie zu legen. Christa Schlager nim mt das Österreichische Konsolidie- rungspaket unter die Lupe und liefert gleic h Prognosen über die gesamtwirt- schaftlichen Auswirkungen desselben mit. M arkus Marterbauer warnt vor der EU-weiten Schrumpfkur im öffentlichen Se ktor, die ein „v rlorenes Jahrzehnt“ mit ich bri ge könnte und hält i Plädoy er für den sozialen Fortschritt. Dass Österreich bei seiner Schuldenbrems aus gerechnet d s deutsche Modell als Vorbild nimmt, sorgt für Kopfschütteln bei dem Düsseldorfer Ökonom Achim T ug r, d r in einem Gastartikel die ausgep rägten Schwächen dieses Korsetts eindrucksvoll darl gt. Auf EU Ebene tat sich auch abseits des S par-Wahns einiges. Die Macht der R ting genturen soll zurückg drängt we d en, es gibt ne e Vergaberichtlinien und die Art und W ise wie da Spanungsf eld zwisch n Daseinsvorsorge und Beihilfenr ch gesehen wird, hat sich veränd ert. Außerdem ist das Match um das umstrittene „Anti-Piraterie-Abkommen“ AC TA noch lange nicht entschieden. W r sich in letzter Zeit in Wien um Mietw ohnungen umgeschaut hat, dem ist die Lus auf einen Umzug ob der massiv ges tiege en Preise gründlich verg ngen. Die ImmobilienbesitzerInn n schi die Schuld auf hohe Gebühren, die AK kom t zu einem anderen Schluss: Es sind sc hlicht und fach die N ttomiet n, die die Woh ungskoste i die Höhe trei ben, wie ine kürzlich er ien ne Studi b legt. Nach wie vor trist schaut es i d n Führung etagen d r großen Unternehmen für Frauen aus. Die V rspre chungen seit ns d Industrie i um inen höher n Frau nanteil im Ma gem ent zu bem hen, sind offen ichtlich r e Lippenbekenntnisse. Wir fordern desh alb: Her mit der Quote! Die Redaktion ditOri l Wirtschaftspolitik wie Öste reicH spart seit 02 soziaL r FortscHritt statt sei 04 deMontage des soziaLst ates KoMMentar von MarKuS Marterba er die deutscHe scHuLd breMse seite 05 ein leuchtendeS vorbil für ÖSte rreich u europa? brandpu kt ratin agenturen seite 07 iM europäiSchen parlaM nt begin nt die heiSSe phaSe strukturpolitik ak Frauen. seite 08 ManageMent.rep rt 2012 frauen Sind S W hl in den vorSt änden alS auch in den aufSichtSräten Weite rhin i auSnahMe neue straFbestiMMungen seite 09 zeigen wir ung 90% der groSSen KapitalgeSellSc haften haben 2011 friStgerecht den Jahre SabSchluSS offengelegt acta seite 10 uMStritteneS antipiraterie-abKoM Men Mit folgen? priVatMieten steigen doppeLt so seite 12 stark wi inkoMMen und inFLatio n wie VieL b iHiLFenrecHt seite 13 Verträgt die daseinsVorsorge? r Vision der u-Vergaber geLn seite 15 wirts haftspoli ik – standpunkte Meinung, Position, Überz ugung. Der digitale Newsletter der Ab- teilung irtsch ft li ik in d Wien r Arbeiterkammer behandelt Asp kte d r St do tpolitik, d s Wirtschaftsrechts, der Regulierung dive s r Branche d allg in wi tschaftspolitische Fragestellun- n a s d r P rsp ktiv v n Arb t rIn en. Wirtschaftspolitik- Sta p nkt rsc 4- al Jä rli h un ir per Email versandt. Kost los B t ll g d lle Ausgaben nachlesen unter: http://wi n. b t a me . t/wp- tandpunkte Wirtscha ftspolitik – Standp unkte. 0 1 | 2011. s eite 1 vo n 14 wirtscha ftspolitik – stand punkte 01|2011 impreSS um Heraus geberin und Me dieninH aberin: Kammer für Arbe iter und Angeste llte für W ien, 1040 Wi en, Prinz Eugen S traße 20 -22 redakt ion: Mar ia Malts chnig un d Susan ne Wixfo rth Layout und sa tz: Julia Kolda VerLags - und He rsteLLu ngsort : Wien erscHei nungsw eise: 4 m al jährli ch kosten Lose be steLLun g unter : http://w ien.arbe iterkam mer.at/n ewslette r staatss cHuLde nkrise seite 02 roHsto ffHand eL seite 03 Der neu e Selbst bedienu ngsmark t für Spek ulantInn en? nicHt s cHon w ieder 20 08 seite 03 Rohstoff spekula tionen fe iern ein unerwü nschtes Comeba ck finanzM arktreg uLierun g seite 04 Kann all es beim Alten b leiben? europea ns for f inancia L reforM se ite 06 Eine Zw ischenb ilanz ak für priVatis ierungs stopp seite 06 neue pa uscHaL ierungs Verord nung s eite 07 Größere Agrarbe triebe w erden reich be schenkt! ak stud ie seite 08 Die Besc häftigun gswirku ng von I nnovatio nen VorLäu figes en de der seite 09 diskuss ion uM die steu erLicHe förder ung Vo n forsc Hung u nd entwic kLung offenLe gungsp fLicHt V on seite 10 JaHresa bscHLüs sen Theorie und gele bte Unte rnehme nspraxis die neu e reguL ierungs beHörd e seite 11 für den stroM - und ga sbereic H LiberaL isierun g der seite 12 postdie nste Mi t 1.1.201 1 tankst eLLen seite 13 Nur eine Preiserh öhung p ro Tag e rlaubt inhalt Wirtsch aftspoliti k – Stan dpunkte . Meinun g, Positio n, Überz eugung. W as es damit au f sich hat ? Wir – d as ist die Abteilun g Wirtsc haftspoli tik in der Wie- ner Arbe iterkamm er – arb eiten an Aspekte n der St andortpo litik, des Wirt- schaftsre chts, der Regulier ung dive rser Bra nchen un d an allg emeinen wirt- schaftspo litischen Frageste llungen. D abei verf olgen wi r das Zie l, die Situ ation der Besc häftigten zu verbe ssern un d Konsu mentInn enrechte durchzu setzen. Das ist a uch der Standpun kt, von d em aus wir uns dem wir tschaftsp oliti- schen G eschehe n annäh ern und in dem Newsle tter, des sen erst e Ausga- be Sie g eradevor sich hab en, davo n berich ten woll en. Wirt schaftspo litik – Standpun kte wird in Zuku nft am E nde jede s Quarta ls ersche inen und per E-Mail ve rsandt. W er will, k ann sich jederze it auf de r Homep age der A rbei- terkamm er Wien in den V erteiler aufnehm en lassen . Eröffnet wird di ese erst e Ausga be von Helene Schuber th, die i n einem Gastarti kel den p olitische n Folgen der kris enbedin gten Staa tsversch uldung nachgeh t. Außer dem bes chäftigen wir uns mit der wieder aufgeflam mten Debatte um Spe kulation en auf N ahrungsm ittel und Öl und der eur opäi- schen Fi nanzmar ktregulie rung. Au fhorchen ließ die Wiener Börse, indem sie eine neue gro ße Priva tisierung swelle fo rderte u nd gleich die pass ende Studie d azu mitli eferte. E rwähnen swert fa nden wir zudem d ie Umstr uktu- rierung der E-C ontrol, d ie Bilanz offenlegu ngsmora l der Un ternehm en, die vollständ ige Libe ralisieru ng des P ostmark tes, die jüngsten Entwick lungen in der st euerlich en Forsc hungsför derung u nd einige s mehr. In diesem Sinne fr euen wir uns übe r unser E rstlingsw erk und auf die v ielen Ausgabe n, die no ch folgen werden . Die Reda ktion editori al Wirtschaft spolitik – S tandpunkt e. 02 | 2011 . seite 1 von 14 wirtschaft spolitik – standpu nkte 02|20 11 impreSSu m Herausge berin und Medienin Haberin: Kammer fü r Arbeiter und Anges tellte für W ien, 1040 Wien , Prinz Eug en Straße 20-22 redaktio n: Maria Ma ltschnig u nd Susann e Wixforth Layout u nd satz: Julia Kold a VerLags- und Hers teLLungs ort: Wien erscHein ungsweis e: 4 mal jäh rlich kostenLo se besteL Lung unt er: http://w ien.arbeite rkammer. at/newsle tter MeHr we ttbewer b iM seite 02 gLobaLe Finanzse ktor? Hat der e urorauM eine zuku nFt? se ite 04 europa seite 06 – FalSch VerStand en der auFs cHwung koMMt seite 07 (zunäcHs t) nur ob en an priVatisie rungen seite 08 ein Verlu StgeSchä Ft ideoLogie Frei? seite 09 ak studie : seite 10 agrarein KOMMen in ÖSter reich un d in der eu rOPäiSch en uniOn der nacH HaLtigkei tsscHMä H seite 12 Mit den g rü en ar beitspLät zen Ökostro Mges tz neu seite 14 nur Mit d en KOnSu Mentinn en und nich t gegen Sie niederLas sungsFre iHeit seite 15 der unte rneHMen : eu-KOMM iSSiOn W ill einhe it VOn Sa tzungS- und VerW altungSS itz KiPPen bucHbesp recHung: seite 17 POStWac hStuMSg eSellSch aFt – KOnzeP te Für di e zuKunF t inh lt Die Manag ergehälter befinden si ch wieder auf dem Vo rkrisennive au, währen d die Beschä ftigten der österreich ischen Leit betriebe n ichts vom Aufschwun g spüren. W ie es um d ie Zukunft des Euro steht, wird heftig disk utiert. Die Wirtschaft skrise mut ierte zur K rise der öff entlichen H aushalte – ein willkom - mener Anl ass für man che, eine n eue Privati sierung we l e zu forde rn. Nach der Krise ist v or der Kri se – Der E i ruck ve rfestigt sic h, wenn m an die aktuelle wirtschaft spolitische Debatte v erfolgt. Die ser Umstan d muss sich ändern, we nn es nach den Auto rInnen die ser Ausgab e geht, die auch gleic h konkrete L ösungen m itliefern. „ Too big to fail“ uss Geschicht e sein. Das meint etwa EBRD-Dir ektor Kurt Bayer in s ein m Gas tartik l. Er fordert ein e merkliche V erkleinerun g des Finan zsektors u nd einen M echanismu s, mit des- sen Hilfe m arode Ban ken abgew ickelt w rd en können , ohne die Realwirt- schaft zu g efährden. N achdrücklic h eingefor dert wird von den A utorInnen auch die g esellschaftl iche Veran twortung vo Unter nehm . S ie sollen G e- winne inve stieren, Ar beitsplätze sichern u nd ausbau en. Dass d ie Interess en der Gesell schafterInn en von Un ternehmen ultimative n Vorrang h aben, ist ei n gescheitert es Paradigm a. Ebenso d ie Privatisie rung von ö ffentlichem Eigentum, die zur Bu dgetsanieru ng völlig u ngeeignet ist und die Versorgun gssicherhe it der Bevölk erung gefäh rdet. Brisant ist auch die m omentane Auseinand ersetzung u m die Ener gie- und Um - weltpolitik . Bei den Ve rhandlunge n um das n eue Ökost romgesetz wurden d ie Interessen sgegensätz e der Bete iligten beso nders off sichtlich. U nd was ha t es eigentlic h mit den „ Green Jobs “ auf sich? Eine spann ende Lektü re wünsch t D ie Redaktio n editorial Wirtschaftspo litik – Standpu nkte. 03 | 2011 . seite 1 von 24 wirtschaftspo litik – s a dpunk te 03|2011 impreSSum Herausgebe rin und Med ieninHaberin : Kammer für A rbeiter und A ngestellte für Wien, 1040 Wien, Pr inz Eugen Stra ße 20-22 redaktion: M aria Maltschn ig und Susan ne Wixforth Layout und satz: Julia Kol da VerLags- un d HersteLLu ngsort: Wien erscHeinung sweise: 4 ma l jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeite rkammer.at/n ewsletter poLarisierun g der seite 02 einkoMMens VerteiLung StruKturel le urSache der KriSe ezb iM diens te der bank en, eite 03 nicHt der st aaten neue europä iscHe seite 06 FinanzarcHi tekt r – eine GleichunG M it noch (zu) vie len unbeKan nten? eins und ein s ist zwei seite 08 die wäHrun gsunion ist seite 09 reForMiert – iSt Sie daS? reguLierung der FinanzM ärkte s eite 11 in den usa u nd der eu – a lleS paletti ? oecd Länder prüFbericHt seite 13 ÖsterreicH – eine Kri iSc he WürdiGu nG nacHHaLtig wirtscHaFt en, seite 14 aber wie? ÖkostroMg esetz 2012 seite 16 die neue ene rgieeFFizien zricHtLinie seite 17 ein vorSchl aG der eu K oMMiSSion die scHeinaL ternatiVe seite 19 „biokraFtst oFFe“ bescHäFtigt in der seite 21 ForscHung( sabteiLung) eines unterneHMe ns – ein bene idenSWerte r Job? eu-grünbuc H zu corp r ate seite 22 goVernance – aK fordert verbindlich en MaSSnahMe nKataloG das neue seite 23 teLekoMMu nikationsge setz inh lt Die Finanz-, W irtschafts-, Sch ulden-, Umw lt-, Arbeitsmar kt- bzw die gl obale Krise beschäft igt uns nach w ie vor. Und es scheint der P olitik nicht zu gelin- gen, Europa in einem absehb aren Zeitraum aus dieser mu l iplen Krise h eraus zu führen. Folg t man den Au torInnen diese r Ausgabe vo Wirtschaftspo litik- Standpunkte, l iegt das an ver fehlten Konze pten und – vo r allem bei de r Neu- ordnung der F inanzmärkte u nd der Stabilis ierung des Eu ro – an mange lnder Ambition. Der Ökonom Eng elbert Stockha mmer beleg , dass die gestie gene Ungleichverte ilung von Eink ommen und V ermögen ursä chlich für die Krise verantwortlich war und eine ausgewogene Verteilung nic ht Luxus sond ern Voraussetzung für ein stabile s Wachstumsr egime ist. And ere AutorInne n wid- men sich den aktuellen Maß nahmen zur S tabilisierung d es Euro, dem OECD Länderbericht und der Deba tte um nachha ltiges Wirtscha ften. Auch in spezi fischeren Polit ikbereichen ha t sich einiges getan. Nach la ngem hin und her w urde die Nove lle des Ökostr omg setzes au f Schiene gebr acht und ein neues Telekommuni kationsgesetz im Ministerrat verabschiede t. Die Europäische K ommission leg te ein Grünbu ch zur Corpor ate Governanc e vor, das sich vor a llem um die I nteressen der AktionärInne n dreht. Was die AK Wien von all dem hält und was uns die B eschäftigten im Forschungsbe reich über ihre Arbe itszufriedenhe it mitgeteilt ha ben, erfahren Sie hier. Eine aufschlus sreiche Lektür e wünscht Die Redaktion editorial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 04 | 20 11. seite 1 von 15 wirt c aftspolitik – stan p nkte 04|2 011 impreSSum Herausgeberin un d MedieninHaberin : Kammer für Arbeiter und Angestellte für W ien, 1040 Wien, Prinz Eug en Straße 20-22 redaktion: Maria M altschnig und Susan ne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und Hers teLLungsort: Wien erscHeinungswei se: 4 mal jährlich kostenLose beste LLung unter: http:/ /wien.arbeiterkamm er.at/newsletter scHuLdenbreMse in der Verfassung seite 02 BudgetpolitiSche SpielräuMe Scha ffen Statt auSBreMSen ! „wage Moderatio n“ seite 04 die lohnpolitiSch e oBSeSSion der e u die wirkungsweis e st uerLicHer seite 06 forscHungsförde rung Mifid und Mad seite 08 SynonyMe für de n auSWeg auS de r finanzKriSe? eu-urHeberrecHt seite 09 SchutzfriSten fü r MuSiKaufnahM en nun doch verlängert diVersität Muss p fLicHt s in! seite 11 scHutz Vor Übern aHMen fÜr seite 12 unterneHMen der sicH rHeits- und daseinsVorsorge waruM gut Verdi enende seite 13 Landwirte/innen keine einkoMMensteuer zaHLen die scHweLLenwe rteVerordnung seite 14 vergaBerecht alS vehiK l zur KonJunKturanKu rBelung inhalt Die Eskalation der K rise der Eurozone is t mittlerweile in Ös terreich an- gelangt. Weil Moody’ s Österreich und Sta ndard & Poor’s der g esamten Eu- rozon mit einem D ownrating drohte, be schloss der Nationa lrat mit den Stimme d r Regieru ngsparteien eine Sch uldenbrems einzufü hren, die ein strukturell s Defizit vorsieht. Warum w ir fi den, d ss diese s Instrument nicht ge ignet ist, de n Euro zu retten und wirtschaf spolitisch ein schwerer Fehler ist, beschreibt Georg Feigl in seine m Artikel. Johannes S chweighofer argumentiert, dass d ie Überschussländer in der EU schleunigs t angemesse- ne Lohnabschlüsse b rauchen, die sich an der Benya-Formel or ientieren. Er skizziert, welche Feh ler dahingehend in d er Europäischen De batte began- gen werden. Um die Krisenanfälligkeit de s Wirtschaftssystems in Zukunft inzudämmen ist eine merkbare Kontrolle der Finanzmärkte u nerlässlich. Aktuell Richtlinienv orschläge der Europ äischen Kommission geben wenig Hoffnung, dass dies passieren wird, argu me ti ren Susa ne W ixforth und Judith Vorbach. Auch strukturpolitisc h hat sich in den letzt en Monaten wieder e iniges getan: Ein Rechtsgutachten für die Arbeiterkamm er Wien bestätigt die Verfassungs- widrigkeit der umfa ssenden Vollpauscha lierung von Agrarbe trieben, Über- nahmen von Versorg u gsunternehmen w urden erschwert un d die Debatte um Frauenquoten in Aufsichtsräten ka ein – wenn auch kle ines – Stück voran. Besonders ans Herz legen öchten ir Ihnen den Artike l von Andre- as Schibany, der eindr ucksvoll argumentier t, warum die jetzige A usgestaltung der steuerlichen For schungsförderung all es andere als zielführ end ist. Eine spannende Lektü re und erholsame Fei ertage wünscht Die Redaktion ditorial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 01 | 20 12. seite 1 von 16 i tsch ftspolitik – sta dpunkte 01|2012 impreSSum | Offenlegung gem § 25 m edieng Herausgeberin und MedieninHaber in: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Straße 20 – 22 redaktion: Maria Maltschnig und Susanne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und HersteLLungsort: Wie n erscHeinungsweise: 4 mal jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeiterkammer.at/newsletter bLattLinie: Die Meinungen der AutorInnen . inhalt All s dreht sich ums Sparen, zumindest w enn man d wirtschaftspolitischen Diskur der vergangenen Monate verfolgt. S omit komm n auch wir nicht umhin, in dieser Ausgabe wieder einen besondere n Fokus auf die Folgen der Schul- d nhysterie zu legen. Christa Schlager nim mt das Österreichische Konsolidie- rungspaket unter die Lupe und liefert gleic h Prognosen über die gesamtwirt- schaftlichen Auswirkungen desselben mit. M arkus Marterbauer warnt vor der EU-weiten Schrumpfkur im öffentlichen Se ktor, die ein „verlorenes Jahrzehnt“ mit sich bri ge könnte und hält ein Plädoy er für den sozialen Fortschritt. Dass Österreich bei seiner Schuldenbremse aus gerechnet das deutsche Modell als Vorbild nimmt, sorgt für Kopfschütteln bei dem Düsseldorfer Ökonom Achim Truger, der in einem Gastartikel die ausge prägten Schwächen dieses Korsetts eindrucksvoll darlegt. Auf EU Ebene tat sich auch abseits des S par-Wahns einiges. Die Macht der Ratingagenturen soll zurückgedrängt werd en, es gibt ne e Vergaberichtlinien und die Art und Weise wie das Spanungsf eld zwischen Daseinsvorsorge und Beihilfenr cht gesehen wird, hat sich veränd ert. Außerdem ist das Match um das umstrittene „Anti-Piraterie-Abkommen“ AC TA noch lange nicht entschieden. Wer sich in letzter Zeit in Wien um Mietw ohnungen umgeschaut hat, dem ist die Lust auf einen Umzug ob der massiv ges tiegenen Preise gründlich vergangen. Die ImmobilienbesitzerInn n schieben die Schuld auf hohe Gebühren, die AK kommt zu einem anderen Schluss: Es sind sc hlicht und einfach die Nettomieten, die die Wohnungskosten in die Höhe trei ben, wie eine kürzlich erschienene Studie belegt. Nach wie vor trist schaut es in den Führungsetagen der großen Unternehmen für Frauen aus. Die Verspre chungen seitens der Industrie sich um einen höheren Frauenanteil im Managem ent zu bem hen, sind offensichtlich reine Lippenbekenntnisse. Wir fordern desh alb: Her mit der Quote! Die Redaktion editOrial Wirtschaftspolitik wie ÖsterreicH spart seit 02 soziaLer FortscHritt statt seite 04 deMontage des soziaLst ates KoMMentar von MarKuS Marterba uer die deutscHe scHuLdenbreMse seite 05 ein leuchtendeS vorbild für ÖSte rreich und europa? brandpunkt ratingagenturen seite 07 iM europäiSchen parlaM nt begin nt die heiSSe phaSe strukturpolitik ak Frauen. seite 08 ManageMent.report 2012 frauen Sind SoWohl in den vorSt änden alS auch in den aufSichtSräten Weite rhin die auSnahMe neue straFbestiMMungen seite 09 zeigen wirkung 90% der groSSen KapitalgeSellSc haften haben 2011 friStgerecht den Jahre SabSchluSS offengelegt acta seite 10 uMStritteneS antipiraterie-abKoM Men Mit folgen? priVatMieten steigen doppeLt so seite 12 stark wie einkoMMen und inFLatio n wie VieL beiHiLFenrecHt seite 13 Verträgt die daseinsVorsorge? reVision der eu-VergaberegeLn seite 15 wirtschaftspoliti – tandpunkte M inung, Position, Überzeugung. Der digitale Newslett r der Ab- t ilung Wirtschaftspolitik in der Wiener Arbeiterkamme behandelt Aspekte der Standortpolitik, des Wirtschaftsr chts, der Regulierung diverser Branchen und allgemeine wirtschafts olitische Fragestellun- gen aus der Perspektive von ArbeitnehmerInnen. Wirtschaftspolitik- Standpunkte erscheint 4-mal Jährlich und wird per Email versandt. Kostenlose Bestellung und alle Ausgaben nachlesen unter: http://wien.arbeiterkammer.at/wp-standpunkte Wirtscha ftspolitik – Standp unkte. 0 1 | 2011. s eite 1 vo n 14 wirtscha f s olitik – stand pu t 01|2 11 impr SS m Heraus geberin und Me dieninH a rin: Kammer für Arbe iter und Angeste llte fü W ien, 1040 Wi en, Prinz Eugen S traße 20 -22 redakt ion: Mar ia Malts chnig un d Susan ne Wixfo rth Layout und s tz: Julia Kolda VerLags - und He rsteLLu ngs rt : Wien erscHei nungsw eise: 4 m al jährli ch kosten Lose be steLLun g unter : http://w ien.arbe iterkam mer.at/n wsletter staatss cHuLd krise seite 02 roHsto ffHand eL seite 03 D r neu e Selbst bedienu ngsmark t für Spek ulantInn en? nic t s cHon w ied r 20 08 seit 03 Ro stoff spekul tionen fe i ein unerwü nschtes Comeba ck finanzM arktreg uLierun g seite 04 Kann all es beim Alten b leiben? europea ns for f inancia L reforM s i e 06 Eine Zw ischenb ilanz ak für priVatis ierungs stopp seite 06 neue pa uscHaL ierungs Verord nung s eite 07 Größere Agrarbe triebe w erden reich be schenkt! ak stud ie seite 08 Die Besc häftigun gswirku ng von I nnovatio nen VorLäu figes en de der seite 09 diskuss ion uM die st u erLicHe förd r ung Vo n forsc Hung u nd entwic kLung offenLe gungsp fLicHt V on seit 10 JaHresa bscHLüs sen Theorie und gele bte Unte rnehme nspraxis die neu e reguL ierungs beHörd e seite 11 für den stroM - und ga sbereic H LiberaL isier g der seite 12 postdie nste Mi t 1.1.201 1 tankst eLLen seite 13 Nur eine Preiserh öhung p ro Tag e rlaubt inhal Wirtsch aftspoliti k – Stan dpunkte . Meinu g, Positio n, Überz eugung. W as es da it au f sich hat ? Wir – d as ist die Abteilun g Wirtsc haftspoli tik in d r Wie- n r Arbe iterkamm er – arb eiten an Aspekte n der St andortpo litik, des Wirt- sc aftsre chts, der R gulier ung dive rser Bra nchen un d an allg em inen wi t- schaftspo litischen Frageste llungen. D abei verf o ge wi r das Zie l, die Situ ation der Besc häftigten z v be ssern un d Konsu mentInn enr chte durchzu tzen. Das ist a uch d r Standpun kt, n m au w ir uns d em wirt sch ftspo liti- schen G eschehe n annäh ern und in dem Newsle tter, des sen erst e Ausga- be Sie g eradevor sich hab en, davo n be ich te woll en. Wirt schaftspo litik – Standpun kte wird in Zuku nft a E nde j d s Quarta ls rsche inen u pe E-Mail ve rsandt. W er will, k ann sich j derze it auf de r Homep age d r A rbei- terkamm er Wien in d n V rt iler au fnehmen lassen. Eröffnet wird di ese rst e Ausga be von Helene Schuber th, die i n einem Gastarti kel den p olitische n Folgen der kris enbedi gten Staa tsversch uldung nachgeh t. Außer dem b s chäftigen wir uns mit der wieder aufgefl m mten Debatte um Sp kulation en auf N ahrungsm ittel nd Öl und der eur opäi- schen Fi nanzmar kt egulie ung. Auf horchen ließ die Wiener Börse, indem sie ine n ue gro ße Priva tisi rung swelle fo rderte u nd gleic die pass ende Studie d azu mitli eferte. E rwähnen swert fa nde wir zudem d ie Umstr ukt - ierung d r E-Con trol, die Bilanzoff enlegung smoral d er Unt r nehmen , die vollständ ige Libe ralisieru ng des P ostmark tes, die jüng en Entwick lung n in der st eu rlich en Fo sc hungsför derung u nd inig meh . In diesem Sinn fr euen wir uns übe r unser E rstlingsw erk und auf die v ielen Ausgabe n, die no ch folgen w rden . Di Reda ktio dito a l Wirtschaft spolitik – S tandpunkt e. 02 | 2011 . seite 1 von 14 wi t cha litik – s dpu k 02|2 1 1 i preSSu m Herausge beri und Medi nin H berin: Kammer fü r Arbeiter und Anges tellte für W ien, 1040 Wien , Prinz Eug en Straße 20-22 redaktio n: Maria Ma ltschnig u nd Susann e Wixforth Layout u nd atz: Julia Kold a VerLags- und Hers teLLungs ort: Wien erscHein ungsweis : 4 mal jähr lich kostenLo se besteL Lung unt er: http://w ien.arbeit rkammer. at/newsle tter MeHr we ttbewer b iM seite 02 gLobaLe Finanzse ktor? Hat der urorauM eine zuku nFt? se ite 04 europa seite 06 – FalSch VerStand en der auFs cHwung koMMt seite 07 (zu äcHs t) nur ob en an priVatisie rungen seite 08 ein V rlu StgeSchä Ft ideoLogie Frei? seite 09 ak tudie : seite 10 agr rein KOMMen in ÖSter reich un d in der eu rOPäiSch en uniO der nacH HaLtigkei tsscHMä H seite 12 Mit den g rü en ar beitspLät z n Ök stro M es tz neu seite 14 ur Mit n KOn u Mentinn en und nich t gegen Sie niederLas sungsFre iHeit seite 15 der unte rneHMen : eu-KOMM iSSiOn W ill ei he it VOn Sa tzungS- und VerW altungSS itz KiPPe bucH p recHung: seite 17 POStWac hSt MSg eSellSch aFt – KOnzeP te Für di e zuKunF t i h lt Die Manag ergehälter befinden si ch wi der uf dem Vor k isennivea u, während di Beschä ftigten der österreich ischen L it betriebe n ichts vom Aufschwun g spür n. W ie es um d ie Zukunft des Euro teht, wird heftig d sk uti rt. Die Wirtschaft kris mutie rte zur Kri der öffent lichen Hau shalte – ein willkom- mener Anl ass für man che, eine n eue Privati sierung we l e zu forde rn. Nach d Krise ist v r der Krise – Der Ei ruck verfe stigt sich, w enn man die aktuelle wirts aft spo itische Debatte v erfolgt. Die ser Umstan d muss sich änd rn, we nn es nach den Auto rInnen die ser Ausgab e geh , die auch gleic h ko krete L ö ungen m itliefe n. „ Too big to fail“ muss Geschicht e sein. Das meint etwa EBRD-Dir ektor K rt Bayer in s einem Gas tartik l. Er forde t in e merklich V erkl in un g des Fina zs ktors u d einen Me hanismus, m it des- sen Hilf m arod Ban ken abgew ickelt w rd en könne , oh e di R alwirt- sc aft zu g efä rden. N achdrückl eingeford ert wird v on den Au torInnen auch di g esellschaftl iche Veran two ng vo Un r nehm . S ie soll G e- winne inve stiere , Ar beitsplätze sichern u nd ausbau en. Dass d i Interess en der Gesell schafterInn en von Un ternehmen ultima ive n Vorrang aben, ist ei n gescheitert e Paradigm a. Eb nso d ie Privatisi r g von ö ffentlichem Eigentum, die zur Bu dg tsanieru ng völlig u nge ign t ist und die Versorgun gs icherhe it der Bevölk erung gefäh rdet. B isant ist a ch die m omentane Auseinand er etzung u m die En gie- und Um - weltpolitik . B i de Ve rhandlunge n um das n eue Ökost romg setz wurde d ie Interessen sgegensätz e der Bete iligten be o nders off sichtlich. U nd was ha t es eigentlic h mit den „ Green Jobs “ auf sich? Eine spann ende Lektü re wünsch t D ie Redaktio n d oria Wirtschaftspo litik – Standpu nkte. 03 | 2011 . seite 1 von 24 wir h f p litik – s d u k 03|2 11 i preSSum Herausgebe rin und Med ieninHaberin : Kammer für A rbeiter und A ngestellte für Wien, 1040 Wien, Pr inz Eugen Stra ß 20-22 redaktion: M aria Maltschn ig und Susan ne Wixforth Layout und satz: Julia Kol da VerLags- un d HersteLLu ngsort: Wien erscHeinung sweise: 4 ma l jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeite rkammer.at/n ewsletter poLarisierun g der s ite 02 einkoMMens VerteiLung StruKt rel l urSache der Kr Se ezb iM diens te der bank en, ei e 03 nicHt der st a en neue uropä iscHe seite 06 FinanzarcHi t kt r – eine GleichunG M i noch (zu) vie len unb Kan ten? ins u d ins ist zwei sei e 08 die wäH un gsunion ist s ite 09 r ForMiert – iSt Sie daS? reg Lierung der FinanzM ärkte s eite 11 in d n sa u nd der u – a lleS pal t i ? oecd Länder prüFber cHt s ite 13 ÖsterreicH – eine K i iSc he WürdiGu nG nacHHaLtig wirtscHaFt en, seite 14 aber wie? ÖkostroMg esetz 2012 seite 16 die neue ene rgieeFFizien zricHtLinie seit 17 ein vorSchl aG der eu K oMMiSSion die scHeinaL ternatiVe s ite 19 „biokraFtst oFFe“ bescHäFtigt in d r seite 21 ForscHung( sabteiLung) ei es unterneHMe ns – ein bene idenSWerte r Job? eu-grünbuc H zu corp r ate seite 22 goVernance – aK fordert verbindlich en MaSSnahMe nKataloG das neue seite 23 teLekoMMu nikationsge setz inh lt Die F nanz-, W rtschafts-, Sch ulden-, Umw lt-,Arbeitsmar kt- bzw die gl bale Krise beschäft igt uns nach w ie vor. Und es scheint d r P olitik nicht zu gelin- gen, Europa in ei em absehb aren Z itraum aus dieser u l iplen Krise h eraus z führ n. Folg t man den Au torInn n di se r Ausgabe vo Wirtschaftspo litik- Standpunkte, l iegt das an ver fehlten Konze pten und – vo r allem bei de r Neu- ordnung der F inanzmärkte u nd der Stabilis i rung des Eu ro an mange lnder Ambitio . Der Ökonom E g elbert Stockha mmer beleg , dass die g stie gene Ungleic verte ilung von Eink omm und V ermögen ursä chlich für di Krise v rantwortlich war und eine ausg wogene V rteilung nic ht Luxus sond ern Voraussetzung für ein stabile s Wachs umsr egime ist. And er AutorInne n wid- men sich den aktuellen Maß nahmen zur S tabilisierung d es Euro, dem OECD Länd rbericht und der De a tte um nachha ltig s Wirts a fte . Auch in spezi fischeren Polit ikbereichen ha t ich einiges getan. Nach la ngem hin und her w urde die Nove lle des Ökost omg s zes au f Schiene gebr acht und ein neues Telekommuni kationsgesetz im Ministerrat verabschiede t. Die Europäische K ommission leg te ein Grünbu ch zur Corpor ate Governanc e vor, das sich vor a llem um die I nteresse der AktionärInne n dreht. Was die AK Wien von all dem hält und was uns die B eschäftigten im Forschungsbe reich über ihre Arbe itszufriedenhe it mitget ilt ha ben, rfahren Sie hier. Eine aufschlus sreiche Lektür e wü scht Di Re aktion ditorial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 04 | 20 11. seite 1 von 15 wirt c f p l tik – t p nk 04|2 011 impreSSum Herausgeberin un d MedieninHaberin : Kammer für Arbeiter und Angestellte für W ien, 1040 Wien, Prinz Eug en Straße 20-22 redaktion: Maria M altschnig und Susan ne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und Hers teLLungsort: Wien erscHeinungswei se: 4 mal jährlich kostenLose beste LLung unter: http:/ /wien.arbeiterkamm er.at/newsletter scHuLde breMse in der Verfassung eite 02 BudgetpolitiSche SpielräuMe Scha ffen Statt auSBreM en ! „wag Moderatio “ s ite 04 d loh politiSch e oBSeSSion d r u die wirkungsw i st uerLicHer s ei 06 forscHungsförde ru g Mifid und Mad seite 08 SynonyM für de n auSWeg auS de r finanzKriSe? eu-urHeberrecHt seite 09 SchutzfriSten fü r MuSiKaufnahM en nun doch verlängert diVersität Muss p fLicHt sei ! eite 11 scHu z Vor Übern aHMen fÜr seite 12 unter eHMe r sicH rHeits- und daseinsVorsorge waruM gut Verdi enend seite 13 Landwirte/i nen ei e einkoMMensteuer zaHLen die scHw LLenwe rteVerordnung seite 14 vergaBerecht alS vehiK l zur KonJunKturanKu rBelung inhal Die Eskalation der K ris der Eurozone is t mittlerweil in Ös t rreich a - gela gt. Weil Moody’ s Österr ich und Sta ndard & Poor’s der g esamten Eu- rozon mit eine D ownrating drohte, be schloss der National ra mit den Stimme d r Regieru ngspa teien eine Sch uldenbrems ei zufü hr , die ein strukturell Defizit vors eht. Warum w ir fi den, d ss diese s Instr ment nicht ge ignet ist, de n Euro zu retten u d wirtschaf spolitisch ein schwerer Fehler ist, beschreibt Georg Feigl in seine Artikel. Johannes Sch wei hof argumentiert, dass di e Überschussländer i d r EU schl unigs t angem se- ne Loh abschl sse b rauchen, di sich an der Benya-Form l or ientieren. Er skizzi rt, welch F h ler dahingehend i d er Europäisch Deb att began- gen werden. Um die Krisenanfälligkeit de s irtschaftssystems in Zukunft inzudämmen ist eine merkbare Kontrolle der Finanzmärkte u nerlässlich. Aktuell Ric linienv orschläge der Europ äische Kommissio g ben wenig Hoffnung, dass dies passieren wird, argu me tieren Susa ne W ixforth und Judith Vorbach. Auch strukturpolitisc h hat sich i den letzt en Monaten wi der iniges getan: Ein Rechtsgutachten für die Arbeiterkamm er Wien bestätigt die Verfassungs- widrigkeit der umfa ssenden Vollpauscha lierung von Agrarbe trieben, Über- nahmen von Versorg u gsunternehmen w urden er chwert un d die Debatte um Frauenquoten in Aufsichtsräten ka i – wenn auch klein es – Stück voran. Besonders ans Herz l gen öchten ir Ihnen den Artike l von Andre- as Schibany, der eindr ucksvoll argumentier , w rum die j tzige A usgestaltung der steuerlichen For schungsförderung all es andere als zielführ end ist. Eine spannende Lektü re und erholsame Fei ertage wünscht Die Redaktion di o ial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 01 | 20 12. seite 1 von 16 c f politik – s pu k 01|2012 impreSSum | Off nlegung gem § 25 m edieng Herausgeberin und MedieninHaber in: Kammer für Arbeiter und Angestellt für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Straße 20 – 22 redaktion: Maria Maltschnig und Susanne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und HersteLLungsort: Wie n erscHeinungsweise: 4 mal jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeiterkammer.at/newsletter bLattLinie: Die Meinungen der AutorInnen . i alt All s dreht sich ums Sparen, zumindest w enn man d wirtschaftspolitischen Diskur der vergangenen onate verfolgt. S o it komm n auch wir nicht umhin, in dieser Ausgabe wieder einen besondere n Fokus auf die Folgen der Schul- d nhysterie zu legen. Christa Schlager nim mt das Österreichische Konsolidie- run paket unter di Lupe und liefert gleic h Prognosen über die gesamtwirt- schaftlichen Auswirkungen desselben mit. M arkus Marterbauer warnt vor der EU-weiten Schrumpfkur im öff tlichen Se ktor, die ein „verlorenes Jahrzehnt“ mit sich bri ge könnte und hält ein Plädoy er für den sozialen Fortschritt. Dass Österreich bei s iner Schuld nbremse aus ger chnet das deutsche Modell als Vorbild nimmt, sorgt für Kopfschütteln bei dem Düsseldorfer Ökonom Achim Truger, der in einem Gastartikel die ausgep rägten Schwächen dieses Korsetts eindrucksvoll darlegt. Auf EU Ebene tat sich auch ab eits des S par-Wahns einiges. Die Macht der Ratingagenturen oll zurückgedrängt w rd n, es gibt ne e Vergaberichtlinien und die Art und Weise wie das Spanungsf eld zwische Daseinsv rsorge und Beihilfenr cht gesehen wird, hat sich veränd ert. Außerdem ist das Match um das umstrittene „Anti-Pirateri -Abkommen“ AC TA noch lange nicht entschieden. Wer sich in letzter Zeit in Wien um Mietw ohnungen umgeschaut hat, dem ist die Lust auf einen Umzug ob der m s iv ges tiegenen Preise gründlich vergangen. Die ImmobilienbesitzerInn n schieben die Schuld auf hohe Gebühren, die AK kommt zu einem anderen Schluss: Es sind sc hlicht und einfach die Nettomieten, die die Wohnungskosten in die Höhe trei ben, wie eine kürzlich erschienene Studie belegt. Nach wie vor trist schaut es in den Führungsetagen der großen Unternehmen für F au n aus. Die Verspre chu gen s itens d r Industr sich um einen höheren Frauenanteil im Managem ent zu bem hen, sind offensichtlich reine Lippenbekenntnisse. Wir fordern d sh alb: Her mit der Quote! Die Redaktion d tO ia Wirtschaf spoli ik wie ÖsterreicH spart seit 02 soziaLer FortscHritt statt seite 04 deMontage des soziaLst ates KoMMentar von MarKuS Marterba er di d utscHe scHuLdenbreMse seite 05 ein leuchtendeS vorbild für ÖSte rreich und europa? bra dpunkt ratingagenturen seite 07 iM eur päiSche parlaM n begin nt die eiSSe phaSe strukturpolitik ak Frauen. seite 08 ManageMent.report 2012 frauen Sind SoWohl in den vorSt änden alS auch in e aufSichtSräte Weite rhin die auSnahMe neue straFbestiMMungen seite 09 zeigen wirkung 90% der groSSen Ka italgeSellSc haften habe 2011 friStgerecht den Jahre SabSchluSS offengelegt acta seite 10 uMStritteneS antipiraterie-abKoM Men Mit folgen? priVatMieten steigen doppeLt so seite 12 stark wie einkoMMen und inFLatio n wie VieL beiHiLFenrecHt seite 13 Verträgt die daseinsVorsorge? reVision der eu-VergaberegeLn seite 15