11 infobrief eu & international Ausgabe 1 | Februar 2016 wien.arbeiterkammer.at » » EU-Jahreswachstumsbericht 2016 hoben werden“ kann. Das angepeilte Volumen des Europäischen Fonds für strategische Investitionen (ESFI) ist – selbst wenn es erreicht wird, was fraglich erscheint – zu gering, um deutliche Effekte in der Konjunktur und am Arbeitsmarkt zu erreichen und stellt zudem hauptsächlich auf private Investitionen auf. Wie groß bei den Investitionen der Abstand zum Vorkrisenniveau ist, zeigt folgende Grafik aus dem Wirt- schaftsbericht der EZB (Ausgabe 8/2015). Trotz der konjunkturellen Erholung weisen die Investitionen nach wie vor ein niedriges Niveau auf – verglichen mit dem Vorkrisenstand und im Verhältnis zu anderen Wachs- » Im Vergleich zum Vorkrisenstand weisen die Investitionen immer noch ein niedriges Niveau auf. tumskrisen in der Vergangenheit. Für uns wenig überraschend werden in einer EZB-Umfrage unter gro- ßen Unternehmen im Euroraum als Hauptgründe für die geringen In- vestitionen „Nachfragefaktoren wie eine aktuell schwache Nachfrage und schlechte Wachstumsaussichten“ ge- nannt (vgl. EZB-Wirtschaftsbericht). Das unterstreicht einmal mehr die Bedeutung und Notwendigkeit Investitionen im Euro-Währungsgebiet in Erholungsphasen 4 wirtschaftspolitik – standpunkte Meinung, Position, Überzeugung. Der digitale Newsletter der Ab- teilung Wirtschaftspolitik in der Wiener Arbeiterkammer behandelt Aspekte der Standortpolitik, des Wirtschaftsrechts, der Regulierung diverser Branchen und allgemeine wirtschaftspolitische Fragestellun- gen aus der Perspektive von ArbeitnehmerInnen. Wirtschaftspolitik- Standpunkte erscheint 4-mal Jährlich und wird per Email versandt. Kostenlose Bestellung und alle Ausgaben nachlesen unter: http://wien.arbeiterkammer.at/wp-standpunkte Wirtscha ftspolitik – Standp unkte. 0 1 | 2011. s eite 1 vo n 14 wirtscha ftspolitik – stand punkte 01|2011 impreSS um Heraus geberin und Me dieninH aberin: Kammer für Arbe iter und Angeste llte für W ien, 1040 Wi en, Prinz Eugen S traße 20 -22 redakt ion: Mar ia Malts chnig un d Susan ne Wixfo rth Layout und sa tz: Julia Kolda VerLags - und He rsteLLu ngsort : Wien erscHei nungsw eise: 4 m al jährli ch kosten Lose be steLLun g unter : http://w ien.arbe iterkam mer.at/n ewslette r staatss cHuLde nkrise seite 02 roHsto ffHand eL seite 03 Der neu e Selbst bedienu ngsmark t für Spek ulantInn en? nicHt s cHon w ieder 20 08 seite 03 Rohstoff spekula tionen fe iern ein unerwü nschtes Comeba ck finanzM arktreg uLierun g seite 04 Kann all es beim Alten b leiben? europea ns for f inancia L reforM se ite 06 Eine Zw ischenb ilanz ak für priVatis ierungs stopp seite 06 neue pa uscHaL ierungs Verord nung s eite 07 Größere Agrarbe triebe w erden reich be schenkt! ak stud ie seite 08 Die Besc häftigun gswirku ng von I nnovatio nen VorLäu figes en de der seite 09 diskuss ion uM die steu erLicHe förder ung Vo n forsc Hung u nd entwic kLung offenLe gungsp fLicHt V on seite 10 JaHresa bscHLüs sen Theorie und gele bte Unte rnehme nspraxis die neu e reguL ierungs beHörd e seite 11 für den stroM - und ga sbereic H LiberaL isierun g der seite 12 postdie nste Mi t 1.1.201 1 tankst eLLen seite 13 Nur eine Preiserh öhung p ro Tag e rlaubt inhalt Wirtsch aftspoliti k – Stan dpunkte . Meinun g, Positio n, Überz eugung. W as es damit au f sich hat ? Wir – d as ist die Abteilun g Wirtsc haftspoli tik in der Wie- ner Arbe iterkamm er – arb eiten an Aspekte n der St andortpo litik, des Wirt- schaftsre chts, der Regulier ung dive rser Bra nchen un d an allg emeinen wirt- schaftspo litischen Frageste llungen. D abei verf olgen wi r das Zie l, die Situ ation der Besc häftigten zu verbe ssern un d Konsu mentInn enrechte durchzu setzen. Das ist a uch der Standpun kt, von d em aus wir uns dem wir tschaftsp oliti- schen G eschehe n annäh ern und in dem Newsle tter, des sen erst e Ausga- be Sie g eradevor sich hab en, davo n berich ten woll en. Wirt schaftspo litik – Standpun kte wird in Zuku nft am E nde jede s Quarta ls ersche inen und per E-Mail ve rsandt. W er will, k ann sich jederze it auf de r Homep age der A rbei- terkamm er Wien in den V erteiler aufnehm en lassen . Eröffnet wird di ese erst e Ausga be von Helene Schuber th, die i n einem Gastarti kel den p olitische n Folgen der kris enbedin gten Staa tsversch uldung nachgeh t. Außer dem bes chäftigen wir uns mit der wieder aufgeflam mten Debatte um Spe kulation en auf N ahrungsm ittel und Öl und der eur opäi- schen Fi nanzmar ktregulie rung. Au fhorchen ließ die Wiener Börse, indem sie eine neue gro ße Priva tisierung swelle fo rderte u nd gleich die pass ende Studie d azu mitli eferte. E rwähnen swert fa nden wir zudem d ie Umstr uktu- rierung der E-C ontrol, d ie Bilanz offenlegu ngsmora l der Un ternehm en, die vollständ ige Libe ralisieru ng des P ostmark tes, die jüngsten Entwick lungen in der st euerlich en Forsc hungsför derung u nd einige s mehr. In diesem Sinne fr euen wir uns übe r unser E rstlingsw erk und auf die v ielen Ausgabe n, die no ch folgen werden . Die Reda ktion editori al Wirtschaft spolitik – S tandpunkt e. 02 | 2011 . seite 1 von 14 wirtschaft spolitik – standpu nkte 02|20 11 impreSSu m Herausge berin und Medienin Haberin: Kammer fü r Arbeiter und Anges tellte für W ien, 1040 Wien , Prinz Eug en Straße 20-22 redaktio n: Maria Ma ltschnig u nd Susann e Wixforth Layout u nd satz: Julia Kold a VerLags- und Hers teLLungs ort: Wien erscHein ungsweis e: 4 mal jäh rlich kostenLo se besteL Lung unt er: http://w ien.arbeite rkammer. at/newsle tter MeHr we ttbewer b iM seite 02 gLobaLe finanzse ktor? Hat der e urorauM eine zuku nft? se ite 04 europa seite 06 – FAlSCh VERSTAND EN der aufs cHwung koMMt seite 07 (zunäcHs t) nur ob en an priVatisie rungen seite 08 EIN VERlU STGESChä FT ideoLogie frei? seite 09 ak studie : seite 10 AGRAREIN KOMMEN IN ÖSTER REICh UN D IN DER EU ROPäISCh EN UNION der nacH HaLtigkei tsscHMä H seite 12 Mit den g rü en ar beitspLät zen ökostro Mges tz neu seite 14 NUR MIT D EN KONSU MENTiNN EN UND NICh T GEGEN SIE niederLas sungsfre iHeit seite 15 der unte rneHMen : EU-KOMM ISSION W Ill EINhE IT VON SA TZUNGS- UND VERW AlTUNGSS ITZ KIPPEN bucHbesp recHung: seite 17 POSTWAC hSTUMSG ESEllSCh AFT – KONZEP TE FüR DI E ZUKUNF T inh lt Die Manag ergehälter befinden si ch wieder auf dem Vo rkrisennive au, währen d die Beschä ftigten der österreich ischen Leit betriebe n ichts vom Aufschwun g spüren. W ie es um d ie Zukunft des Euro steht, wird heftig disk utiert. Die Wirtschaft skrise mut ierte zur K rise der öff entlichen H aushalte – ein willkom - mener Anl ass für man che, eine n eue Privati sierung we l e zu forde rn. Nach der Krise ist v or der Kri se – Der E i ruck ve rfestigt sic h, wenn m an die aktuelle wirtschaft spolitische Debatte v erfolgt. Die ser Umstan d muss sich ändern, we nn es nach den Auto rInnen die ser Ausgab e geht, die auch gleic h konkrete L ösungen m itliefern. „ Too big to fail“ uss Geschicht e sein. Das meint etwa EBRD-Dir ektor Kurt Bayer in s ein m Gas tartik l. Er fordert ein e merkliche V erkleinerun g des Finan zsektors u nd einen M echanismu s, mit des- sen Hilfe m arode Ban ken abgew ickelt w rd en können , ohne die Realwirt- schaft zu g efährden. N achdrücklic h eingefor dert wird von den A utorInnen auch die g esellschaftl iche Veran twortung vo Unter nehm . S ie sollen G e- winne inve stieren, Ar beitsplätze sichern u nd ausbau en. Dass d ie Interess en der Gesell schafterInn en von Un ternehmen ultimative n Vorrang h aben, ist ei n gescheitert es Paradigm a. Ebenso d ie Privatisie rung von ö ffentlichem Eigentum, die zur Bu dgetsanieru ng völlig u ngeeignet ist und die Versorgun gssicherhe it der Bevölk erung gefäh rdet. Brisant ist auch die m omentane Auseinand ersetzung u m die Ener gie- und Um - weltpolitik . Bei den Ve rhandlunge n um das n eue Ökost romgesetz wurden d ie Interessen sgegensätz e der Bete iligten beso nders off sichtlich. U nd was ha t es eigentlic h mit den „ Green Jobs “ auf sich? Eine spann ende Lektü re wünsch t D ie Redaktio n editorial Wirtschaftspo litik – Standpu nkte. 03 | 2011 . seite 1 von 24 wirtschaftspo litik – s a dpunk te 03|2011 impreSSum Herausgebe rin und Med ieninHaberin : Kammer für A rbeiter und A ngestellte für Wien, 1040 Wien, Pr inz Eugen Stra ße 20-22 redaktion: M aria Maltschn ig und Susan ne Wixforth Layout und satz: Julia Kol da VerLags- un d HersteLLu ngsort: Wien erscHeinung sweise: 4 ma l jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeite rkammer.at/n ewsletter poLarisierun g der seite 02 einkoMMens VerteiLung STRUKTUREl lE URSAChE DER KRISE ezb iM diens te der bank en, eite 03 nicHt der st aaten neue europä iscHe seite 06 finanzarcHi tektur – EINE GlEIChUNG M IT NOCh (ZU) VIE lEN UNBEKAN NTEN? eins und ein s ist zwei seite 08 die wäHrun gsunion ist seite 09 reforMiert – IST SIE DAS? reguLierung der finanzM ärkte s eite 11 in den usa u nd der eu – A llES PAlETTI ? oecd Länder prüfbericHt seite 13 österreicH – EINE KRI ISC hE WüRDIGU NG nacHHaLtig wirtscHaft en, seite 14 aber wie? ökostroMg esetz 2012 seite 16 die neue ene rgieeffizien zricHtLinie seite 17 EIN VORSChl AG DER EU K OMMISSION die scHeinaL ternatiVe seite 19 „biokraftst offe“ bescHäftigt in der seite 21 forscHung( sabteiLung) eines unterneHMe ns – EIN BENE IDENSWERTE R JOB? eu-grünbuc H zu corp r ate seite 22 goVernance – AK FORDERT VERBINDlICh EN MASSNAhME NKATAlOG das neue seite 23 teLekoMMu nikationsge setz inh lt Die Finanz-, W irtschafts-, Sch ulden-, Umw lt-, Arbeitsmar kt- bzw die gl obale Krise beschäft igt uns nach w ie vor. Und es scheint der P olitik nicht zu gelin- gen, Europa in einem absehb aren Zeitraum aus dieser mu l iplen Krise h eraus zu führen. Folg t man den Au torInnen diese r Ausgabe vo Wirtschaftspo litik- Standpunkte, l iegt das an ver fehlten Konze pten und – vo r allem bei de r Neu- ordnung der F inanzmärkte u nd der Stabilis ierung des Eu ro – an mange lnder Ambition. Der Ökonom Eng elbert Stockha mmer beleg , dass die gestie gene Ungleichverte ilung von Eink ommen und V ermögen ursä chlich für die Krise verantwortlich war und eine ausgewogene Verteilung nic ht Luxus sond ern Voraussetzung für ein stabile s Wachstumsr egime ist. And ere AutorInne n wid- men sich den aktuellen Maß nahmen zur S tabilisierung d es Euro, dem OECD Länderbericht und der Deba tte um nachha ltiges Wirtscha ften. Auch in spezi fischeren Polit ikbereichen ha t sich einiges getan. Nach la ngem hin und her w urde die Nove lle des Ökostr omg setzes au f Schiene gebr acht und ein neues Telekommuni kationsgesetz im Ministerrat verabschiede t. Die Europäische K ommission leg te ein Grünbu ch zur Corpor ate Governanc e vor, das sich vor a llem um die I nteressen der AktionärInne n dreht. Was die AK Wien von all dem hält und was uns die B eschäftigten im Forschungsbe reich über ihre Arbe itszufriedenhe it mitgeteilt ha ben, erfahren Sie hier. Eine aufschlus sreiche Lektür e wünscht Die Redaktion editorial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 04 | 20 11. seite 1 von 15 wirt c aftspolitik – stan p nkte 04|2 011 impreSSum Herausgeberin un d MedieninHaberin : Kammer für Arbeiter und Angestellte für W ien, 1040 Wien, Prinz Eug en Straße 20-22 redaktion: Maria M altschnig und Susan ne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und Hers teLLungsort: Wien erscHeinungswei se: 4 mal jährlich kostenLose beste LLung unter: http:/ /wien.arbeiterkamm er.at/newsletter scHuLdenbreMse in der Verfassung seite 02 BudgetpolitiSche SpielräuMe Scha ffen Statt auSBreMSen ! „wage Moderatio n“ seite 04 die lohnpolitiSch e oBSeSSion der e u die wirkungsweis e st uerLicHer seite 06 forscHungsförde rung Mifid und Mad seite 08 SynonyMe für de n auSWeg auS de r finanzKriSe? eu-urHeberrecHt seite 09 SchutzfriSten fü r MuSiKaufnahM en nun doch verlängert diVersität Muss p fLicHt s in! seite 11 scHutz Vor Übern aHMen fÜr seite 12 unterneHMen der sicH rHeits- und daseinsVorsorge waruM gut Verdi enende seite 13 Landwirte/innen keine einkoMMensteuer zaHLen die scHweLLenwe rteVerordnung seite 14 vergaBerecht alS vehiKel zur KonJunKturanKu rBelung inhalt Die Eskalation der K rise der Eurozone is t mittlerweile in Ös terreich an- gelangt. Weil Moody’ s Österreich und Sta ndard & Poor’s der g esamten Eu- rozon mit einem D ownrating drohte, be schloss der National rat mit den Stimme d r Regieru ngsparteien eine Sch uldenbrems einzufü hren, die ein strukturell s Defizit vorsieht. Warum w ir fi den, d ss diese s Instrument nicht ge ignet ist, de n Euro zu retten und wirtschaf spolitisch ein schwerer Fehler ist, beschreibt Georg Feigl in seine m Artikel. Johannes S chweighofer argumentiert, dass di e Überschussländer in der EU schleunigs t angemesse- ne Lohnabschlüsse b rauchen, die sich an der Benya-Formel or ientieren. Er skizziert, welche Feh ler dahingehend in d er Europäischen Deb atte began- gen werden. Um die Krisenanfälligkeit de s Wirtschaftssystems in Zukunft inzudämmen ist eine merkbare Kontrolle der Finanzmärkte u nerlässlich. Aktuell Richtlinienv orschläge der Europ äischen Kommission geben wenig Hoffnung, dass dies passieren wird, argu me ti ren Susa ne W ixforth und Judith Vorbach. Auch strukturpolitisc h hat sich in den letzt en Monaten wieder e iniges getan: Ein Rechtsgutachten für die Arbeiterkamm er Wien bestätigt die Verfassungs- widrigkeit der umfa ssenden Vollpauscha lierung von Agrarbe trieben, Über- nahmen von Versorg u gsunternehmen w urden erschwert un d die Debatte um Frauenquoten in Aufsichtsräten ka ein – wenn auch kle ines – Stück voran. Besonders ans Herz legen öchten ir Ihnen den Artike l von Andre- as Schibany, der eindr ucksvoll argumentier t, warum die jetzige A usgestaltung der steuerlichen For schungsförderung all es andere als zielführ end ist. Eine spannende Lektü re und erholsame Fei ertage wünscht Die Redaktion ditorial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 01 | 20 12. seite 1 von 16 i tsch ftspolitik – sta dpunkte 01|2012 impreSSum | offenlegung gem § 25 m edieng Herausgeberin und MedieninHaber in: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Straße 20 – 22 redaktion: Maria Maltschnig und Susanne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und HersteLLungsort: Wie n erscHeinungsweise: 4 mal jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeiterkammer.at/newsletter bLattLinie: Die Meinungen der AutorInnen . inhalt All s dreht sich ums Sparen, zumindest w enn man d wirtschaftspolitischen Diskur der vergangenen Monate verfolgt. S omit komm n auch wir nicht umhin, in dieser Ausgabe wieder einen besondere n Fokus auf die Folgen der Schul- d nhysterie zu legen. Christa Schlager nim mt das Österreichische Konsolidie- rungspaket unter die Lupe und liefert gleic h Prognosen über die gesamtwirt- schaftlichen Auswirkungen desselben mit. M arkus Marterbauer warnt vor der EU-weiten Schrumpfkur im öffentlichen Se ktor, die ein „verlorenes Jahrzehnt“ mit sich bri ge könnte und hält ein Plädoy er für den sozialen Fortschritt. Dass Österreich bei seiner Schuldenbremse aus gerechnet das deutsche Modell als Vorbild nimmt, sorgt für Kopfschütteln bei dem Düsseldorfer Ökonom Achim Truger, der in einem Gastartikel die ausgep rägten Schwächen dieses Korsetts eindrucksvoll darlegt. Auf EU Ebene tat sich auch abseits des S par-Wahns einiges. Die Macht der Ratingagenturen soll zurückgedrängt werd en, es gibt ne e Vergaberichtlinien und die Art und Weise wie das Spanungsf eld zwischen Daseinsvorsorge und Beihilfenr cht gesehen wird, hat sich veränd ert. Außerdem ist das Match um das umstrittene „Anti-Piraterie-Abkommen“ AC TA noch lange nicht entschieden. Wer sich in letzter Zeit in Wien um Mietw ohnungen umgeschaut hat, dem ist die Lust auf einen Umzug ob der massiv ges tiegenen Preise gründlich vergangen. Die ImmobilienbesitzerInn n schieben die Schuld auf hohe Gebühren, die AK kommt zu einem anderen Schluss: Es sind sc hlicht und einfach die Nettomieten, die die Wohnungskosten in die Höhe trei ben, wie eine kürzlich erschienene Studie belegt. Nach wie vor trist schaut es in den Führungsetagen der großen Unternehmen für Frauen aus. Die Verspre chungen seitens der Industrie sich um einen höheren Frauenanteil im Managem ent zu bem hen, sind offensichtlich reine Lippenbekenntnisse. Wir fordern desh alb: Her mit der Quote! Die Redaktion editorial Wirtschaftspolitik wie österreicH spart seit 02 soziaLer fortscHritt statt seite 04 deMontage des soziaLst ates KoMMentar von MarKuS MarterBa uer die deutscHe scHuLdenbreMse seite 05 ein leuchtendeS vorBild für ÖSte rreich und europa? brandpunkt ratingagenturen seite 07 iM europäiSchen parlaM nt Begin nt die heiSSe phaSe strukturpolitik ak frauen. seite 08 ManageMent.report 2012 frauen Sind SoWohl in den vorSt änden alS auch in den aufSichtSräten Weite rhin die auSnahMe neue strafbestiMMungen seite 09 zeigen wirkung 90% der groSSen KapitalgeSellSc haften haBen 2011 friStgerecht den Jahre SaBSchluSS offengelegt acta seite 10 uMStritteneS antipiraterie-aBKoM Men Mit folgen? priVatMieten steigen doppeLt so seite 12 stark wie einkoMMen und infLatio n wie VieL beiHiLfenrecHt seite 13 Verträgt die daseinsVorsorge? reVision der eu-VergaberegeLn seite 15 wi t chaftspoli ik – standpunk e Meinung, Position, Überzeugung. Der digitale Newsletter der Ab- teilung Wirtschaftspolitik in der Wiener Arbeiterkammer behandelt Aspekte der Standortpolitik, des Wirtschaftsrechts, der Regulierung diverser Branchen und allgemeine wirtschaftspolitische Fragestellun- gen aus der Perspektive von ArbeitnehmerInnen. Wirtschaftspolitik- Standpunkte erscheint 4-mal Jährlich und wird per Email versandt. Kostenlose Bestellung und alle Ausgaben nachlesen unter: http://wien.arbeiterkammer.at/wp-standpunkte Wirtscha ftspolitik – Standp unkte. 0 1 | 2011. s eite 1 vo n 14 wirtscha ftspolitik – stand punkte 01|2011 impreSS um Heraus geberin und Me dieninH aberin: Kammer für Arbe iter und Angeste llte für W ien, 1040 Wi en, Prinz Eugen S traße 20 -22 redakt ion: Mar ia Malts chnig un d Susan ne Wixfo rth Layout und sa tz: Julia Kolda VerLags - und He rsteLLu ngsort : Wien erscHei nungsw eise: 4 m al jährli ch kosten Lose be steLLun g unter : http://w ien.arbe iterkam mer.at/n ewslette r staatss cHuLde nkrise seite 02 roHsto ffHand eL seite 03 Der neu e Selbst bedienu ngsmark t für Spek ulantInn en? nicHt s cHon w ieder 20 08 seite 03 Rohstoff spekula tionen fe iern ein unerwü nschtes Comeba ck finanzM arktreg uLierun g seite 04 Kann all es beim Alten b leiben? europea ns for f inancia L reforM se ite 06 Eine Zw ischenb ilanz ak für priVatis ierungs stopp seite 06 neue pa uscHaL ierungs Verord nung s eite 07 Größere Agrarbe triebe w erden reich be schenkt! ak stud ie seite 08 Die Besc häftigun gswirku ng von I nnovatio nen VorLäu figes en de der seite 09 diskuss ion uM die steu erLicHe förder ung Vo n forsc Hung u nd entwic kLung offenLe gungsp fLicHt V on seite 10 JaHresa bscHLüs sen Theorie und gele bte Unte rnehme nspraxis die neu e reguL ierungs beHörd e seite 11 für den stroM - und ga sbereic H LiberaL isierun g der seite 12 postdie nste Mi t 1.1.201 1 tankst eLLen seite 13 Nur eine Preiserh öhung p ro Tag e rlaubt inhalt Wirtsch aftspoliti k – Stan dpunkte . Meinun g, Positio n, Überz eugung. W as es damit au f sich hat ? Wir – d as ist die Abteilun g Wirtsc haftspoli tik in der Wie- ner Arbe iterkamm er – arb eiten an Aspekte n der St andortpo litik, des Wirt- schaftsre chts, der Regulier ung dive rser Bra nchen un d an allg emeinen wirt- schaftspo litischen Frageste llungen. D abei verf olgen wi r das Zie l, die Situ ation der Besc häftigten zu verbe ssern un d Konsu mentInn enrechte durchzu setzen. Das ist a uch der Standpun kt, von d em aus wir uns dem wir tschaftsp oliti- schen G eschehe n annäh ern und in dem Newsle tter, des sen erst e Ausga- be Sie g eradevor sich hab en, davo n berich ten woll en. Wirt schaftspo litik – Standpun kte wird in Zuku nft am E nde jede s Quarta ls ersche inen und per E-Mail ve rsandt. W er will, k ann sich jederze it auf de r Homep age der A rbei- terkamm er Wien in den V erteiler aufnehm en lassen . Eröffnet wird di ese erst e Ausga be von Helene Schuber th, die i n einem Gastarti kel den p olitische n Folgen der kris enbedin gten Staa tsversch uldung nachgeh t. Außer dem bes chäftigen wir uns mit der wieder aufgeflam mten Debatte um Spe kulation en auf N ahrungsm ittel und Öl und der eur opäi- schen Fi nanzmar ktregulie rung. Au fhorchen ließ die Wiener Börse, indem sie eine neue gro ße Priva tisierung swelle fo rderte u nd gleich die pass ende Studie d azu mitli eferte. E rwähnen swert fa nden wir zudem d ie Umstr uktu- rierung der E-C ontrol, d ie Bilanz offenlegu ngsmora l der Un ternehm en, die vollständ ige Libe ralisieru ng des P ostmark tes, die jüngsten Entwick lungen in der st euerlich en Forsc hungsför derung u nd einige s mehr. In diesem Sinne fr euen wir uns übe r unser E rstlingsw erk und auf die v ielen Ausgabe n, die no ch folgen werden . Die Reda ktion editori al Wirtschaft spolitik – S tandpunkt e. 02 | 2011 . seite 1 von 14 wirtschaft spolitik – standpu nkte 02|20 11 impreSSu m Herausge berin und Medienin Haberin: Kammer fü r Arbeiter und Anges tellte für W ien, 1040 Wien , Prinz Eug en Straße 20-22 redaktio n: Maria Ma ltschnig u nd Susann e Wixforth Layout u nd satz: Julia Kold a VerLags- und Hers teLLungs ort: Wien erscHein ungsweis e: 4 mal jäh rlich kostenLo se besteL Lung unt er: http://w ien.arbeite rkammer. at/newsle tter MeHr we ttbewer b iM seite 02 gLobaLe finanzse ktor? Hat der e urorauM eine zuku nft? se ite 04 europa seite 06 – FAlSCh VERSTAND EN der aufs cHwung koMMt seite 07 (zunäcHs t) nur ob en an priVatisie rungen seite 08 EIN VERlU STGESChä FT ideoLogie frei? seite 09 ak studie : seite 10 AGRAREIN KOMMEN IN ÖSTER REICh UN D IN DER EU ROPäISCh EN UNION der nacH HaLtigkei tsscHMä H seite 12 Mit den g rü en ar beitspLät zen ökostro Mges tz neu seite 14 NUR MIT D EN KONSU MENTiNN EN UND NICh T GEGEN SIE niederLas sungsfre iHeit seite 15 der unte rneHMen : EU-KOMM ISSION W Ill EINhE IT VON SA TZUNGS- UND VERW AlTUNGSS ITZ KIPPEN bucHbesp recHung: seite 17 POSTWAC hSTUMSG ESEllSCh AFT – KONZEP TE FüR DI E ZUKUNF T inh lt Die Manag ergehälter befinden si ch wieder auf dem Vo rkrisennive au, währen d die Beschä ftigten der österreich ischen Leit betriebe n ichts vom Aufschwun g spüren. W ie es um d ie Zukunft des Euro steht, wird heftig disk utiert. Die Wirtschaft skrise mut ierte zur K rise der öff entlichen H aushalte – ein willkom - mener Anl ass für man che, eine n eue Privati sierung we l e zu forde rn. Nach der Krise ist v or der Kri se – Der E i ruck ve rfestigt sic h, wenn m an die aktuelle wirtschaft spolitische Debatte v erfolgt. Die ser Umstan d muss sich ändern, we nn es nach den Auto rInnen die ser Ausgab e geht, die auch gleic h konkrete L ösungen m itliefern. „ Too big to fail“ uss Geschicht e sein. Das meint etwa EBRD-Dir ektor Kurt Bayer in s ein m Gas tartik l. Er fordert ein e merkliche V erkleinerun g des Finan zsektors u nd einen M echanismu s, mit des- sen Hilfe m arode Ban ken abgew ickelt w rd en können , ohne die Realwirt- schaft zu g efährden. N achdrücklic h eingefor dert wird von den A utorInnen auch die g esellschaftl iche Veran twortung vo Unter nehm . S ie sollen G e- winne inve stieren, Ar beitsplätze sichern u nd ausbau en. Dass d ie Interess en der Gesell schafterInn en von Un ternehmen ultimative n Vorrang h aben, ist ei n gescheitert es Paradigm a. Ebenso d ie Privatisie rung von ö ffentlichem Eigentum, die zur Bu dgetsanieru ng völlig u ngeeignet ist und die Versorgun gssicherhe it der Bevölk erung gefäh rdet. Brisant ist auch die m omentane Auseinand ersetzung u m die Ener gie- und Um - weltpolitik . Bei den Ve rhandlunge n um das n eue Ökost romgesetz wurden d ie Interessen sgegensätz e der Bete iligten beso nders off sichtlich. U nd was ha t es eigentlic h mit den „ Green Jobs “ auf sich? Eine spann ende Lektü re wünsch t D ie Redaktio n editorial Wirtschaftspo litik – Standpu nkte. 03 | 2011 . seite 1 von 24 wirtschaftspo litik – s a dpunk te 03|2011 impreSSum Herausgebe rin und Med ieninHaberin : Kammer für A rbeiter und A ngestellte für Wien, 1040 Wien, Pr inz Eugen Stra ße 20-22 redaktion: M aria Maltschn ig und Susan ne Wixforth Layout und satz: Julia Kol da VerLags- un d HersteLLu ngsort: Wien erscHeinung sweise: 4 ma l jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeite rkammer.at/n ewsletter poLarisierun g der seite 02 einkoMMens VerteiLung STRUKTUREl lE URSAChE DER KRISE ezb iM diens te der bank en, eite 03 nicHt der st aaten neue europä iscHe seite 06 finanzarcHi tektur – EINE GlEIChUNG M IT NOCh (ZU) VIE lEN UNBEKAN NTEN? eins und ein s ist zwei seite 08 die wäHrun gsunion ist seite 09 reforMiert – IST SIE DAS? reguLierung der finanzM ärkte s eite 11 in den usa u nd der eu – A llES PAlETTI ? oecd Länder prüfbericHt seite 13 österreicH – EINE KRI ISCh E WüRDIGUN G nacHHaLtig wirtscHaft en, seite 14 aber wie? ökostroMg esetz 2012 seite 16 die neue ene rgieeffizien zricHtLinie seite 17 EIN VORSChl AG DER EU K OMMISSION die scHeinaL ternatiVe seite 19 „biokraftst offe“ bescHäftigt in der seite 21 forscHung( sabteiLung) eines unterneHMe ns – EIN BENE IDENSWERTE R JOB? eu-grünbuc H zu corp r ate seite 22 goVernance – AK FORDERT VERBINDlICh EN MASSNAhME NKATAlOG das neue seite 23 teLekoMMu nikationsge setz inh lt Die Finanz-, W irtschafts-, Sch ulden-, Umw lt-, Arbeitsmar kt- bzw die gl obale Krise beschäft igt uns nach w ie vor. Und es scheint der P olitik nicht zu gelin- gen, Europa in einem absehb aren Zeitraum aus dieser mu l iplen Krise h eraus zu führen. Folg t man den Au torInnen diese r Ausgabe vo Wirtschaftspo litik- Standpunkte, l iegt das an ver fehlten Konze pten und – vo r allem bei de r Neu- ordnung der F inanzmärkte u nd der Stabilis ierung des Eu ro – an mange lnder Ambition. Der Ökonom Eng elbert Stockha mmer beleg , dass die gestie gene Ungleichverte ilung von Eink ommen und V ermögen ursä chlich für die Krise verantwortlich war und eine ausgewogene Verteilung nic ht Luxus sond ern Voraussetzung für ein stabile s Wachstumsr egime ist. And ere AutorInne n wid- men sich den aktuellen Maß nahmen zur S tabilisierung d es Euro, dem OECD Länderbericht und der Deba tte um nachha ltiges Wirtscha ften. Auch in spezi fischeren Polit ikbereichen ha t sich einiges getan. Nach la ngem hin und her w urde die Nove lle des Ökostr omg setzes au f Schiene gebr acht und ein neues Telekommuni kationsgesetz im Ministerrat verabschiede t. Die Europäische K ommission leg te ein Grünbu ch zur Corpor ate Governanc e vor, das sich vor a llem um die I nteressen der AktionärInne n dreht. Was die AK Wien von all dem hält und was uns die B eschäftigten im Forschungsbe reich über ihre Arbe itszufriedenhe it mitgeteilt ha ben, erfahren Sie hier. Eine aufschlus sreiche Lektür e wünscht Die Redaktion editorial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 04 | 20 11. seite 1 von 15 wirt c aftspolitik – stan p nkte 04|2 011 impreSSum Herausgeberin un d MedieninHaberin : Kammer für Arbeiter und Angestellte für W ien, 1040 ien, Prinz Eug en Straße 20-22 redaktion: Maria M altschnig und Susan ne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und Hers teLLungsort: Wien erscHeinungswei se: 4 mal jährlich kostenLos beste LLung unter: http:/ /wien.arbeiterkamm er.at/newsletter scHuLdenbreMse in der Verfassung seite 02 BudgetpolitiSche SpielräuMe Scha ffen Statt auSBreMSen ! „wage Moderatio n“ seite 04 die lohnpolitiSch e oBSeSSion der e u die wirkungsweis e st uerLicHer seite 06 forscHungsförde rung Mifid und Mad seite 08 SynonyMe für de n auSWeg auS de r finanzKriSe? eu-urHeberrecHt seite 09 SchutzfriSten fü r MuSiKaufnahM en nun doch verlängert diVersität Muss p fLicHt s in! seite 11 scHutz Vor Übern aHMen fÜr seite 12 unterneHMen der sicH rHeits- und daseinsVorsorge waruM gut Verdi enende seite 13 Landwirte/innen keine einkoMMensteuer zaHLen die scHweLLenwe rteVerordnung seite 14 vergaBerecht alS vehiKel zur KonJunKturanKu rBelung inhalt Die Eskalation der K rise der Eurozone is t mittlerweile in Ös terreich an- gelangt. Weil Moody’ s Österreich und Sta ndard & Poor’s der g esamten Eu- rozon mit einem D ownrating drohte, be schloss der National rat mit den Stimme d r Regieru ngsparteien eine Sch uldenbrems einzufü hren, die ein strukturell s Defizit vorsieht. Warum w ir fi den, d ss diese s Instrument nicht ge ignet ist, de n Euro zu retten und wirtschaf spolitisch ein schwerer Fehler ist, beschreibt Georg Feigl in seine m Artikel. Johannes S chweighofer argumentiert, dass di e Überschussländer in der EU schleunigs t angemesse- ne Lohnabschlüsse b rauchen, die sich an der Benya-Formel or ientieren. Er skizziert, welche Feh ler dahingehend in d er Europäischen De batte began- gen werden. Um die Krisenanfälligkeit de s Wirtschaftssystems in Zukunft inzudämmen ist eine merkbare Kontrolle der Finanzmärkte u nerlässlich. Aktuell Richtlinienv orschläge der Europ äischen Kommission geben wenig Hoffnung, dass dies passieren wird, argu me ti ren Susa ne W ixforth und Judith Vorbach. Auch strukturpolitisc h hat sich in den letzt en Monaten wieder e iniges getan: Ein Rechtsgutachten für die Arbeiterkamm er Wien bestätigt die Verfassungs- widrigkeit der umfa ssenden Vollpauscha lierung von Agrarbe trieben, Über- nahmen von Versorg u gsunternehmen w urden erschwert un d die Debatte um Frauenquoten in Aufsichtsräten ka ein – wenn auch kle ines – Stück voran. Besonders ans Herz legen öchten ir Ihnen den Artike l von Andre- as Schibany, der eindr ucksvoll argumentier t, warum die jetzige A usgestaltung der steuerlichen For schungsförderung all es andere als zielführ end ist. Eine spannende Lektü re und erholsame Fei ertage wünscht Die Redaktion ditorial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 01 | 20 12. seite 1 von 16 i tsch ftspolitik – sta dpunkte 01|2012 impreSSum | offenlegung gem § 25 m edieng Herausgeberin und MedieninHaber in: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Straße 20 – 22 redaktion: Maria Maltschnig und Susanne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und HersteLLungsort: Wie n erscHeinungsweise: 4 mal jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeiterkammer.at/newsletter bLattLinie: Die Meinungen der AutorInnen . inhalt All s dreht sich ums Sparen, zumindest w enn man d wirtschaftspolitischen Diskur der vergangenen Monate verfolgt. S omit komm n auch wir nicht umhin, in dieser Ausgabe wieder einen besondere n Fokus auf die Folgen der Schul- d nhysterie zu legen. Christa Schlager nim mt das Österreichische Konsolidie- rungspaket unter die Lupe und liefert gleic h Prognosen über die gesamtwirt- schaftlichen Auswirkungen desselben mit. M arkus Marterbauer warnt vor der EU-weiten Schrumpfkur im öffentlichen Se ktor, die ein „verlorenes Jahrzehnt“ mit sich bri ge könnte und hält ein Plädoy er für den sozialen Fortschritt. Dass Österreich bei seiner Schuldenbremse aus gerechnet das deutsche Modell als Vorbild nimmt, sorgt für Kopfschütteln bei dem Düsseldorfer Ökonom Achim Truger, der in einem Gastartikel die ausge prägten Schwächen dieses Korsetts eindrucksvoll darlegt. Auf EU Ebene tat sich auch abseits des S par-Wahns einiges. Die Macht der Rating genturen soll zurückgedrängt werd en, es gibt ne e Vergaberichtlinien und die Art und Weise wie das Spanungsf eld zwischen Daseinsvorsorge und Beihilfenr cht gesehen wird, hat sich veränd ert. Außerdem ist das Match um das umstrittene „Anti-Piraterie-Abkommen“ AC TA noch lange nicht entschieden. Wer sich in letzter Zeit in Wien um Mietw ohnungen umgeschaut hat, dem ist die Lust auf einen Umzug ob der massiv ges tiegenen Preise gründlich vergangen. Die ImmobilienbesitzerInn n schieben die Schuld auf hohe Gebühren, die AK kommt zu einem anderen Schluss: Es sind sc hlicht und einfach die Nettomieten, die die Wohnungskosten in die Höhe trei ben, wie eine kürzlich erschienene Studie belegt. Nach wie vor trist schaut es in den Führungsetagen der großen Unternehmen für Frauen aus. Die Verspre chungen seitens der Industrie sich um einen höheren Frauenanteil im Managem ent zu bem hen, sind offensichtlich reine Lippenbekenntnisse. Wir fordern desh alb: Her mit der Quote! Die Redaktion editorial Wirtschaftspolitik wie österreicH spart seit 02 soziaLer fortscHritt statt seite 04 deMontage des soziaLst ates KoMMentar von MarKuS MarterBa uer die deutscHe scHuLdenbreMse seite 05 ein leuchtendeS vorBild für ÖSte rreich und europa? brandpunkt ratingagenturen seite 07 iM europäiSchen parlaM nt Begin nt die heiSSe phaSe strukturpolitik ak frauen. seite 08 ManageMent.report 2012 frauen Sind SoWohl in den vorSt änden alS auch in den aufSichtSräten Weite rhin die auSnahMe neue strafbestiMMungen seite 09 zeigen wirkung 90% der groSSen KapitalgeSellSc haften haBen 2011 friStgerecht den Jahre SaBSchluSS offengelegt acta seite 10 uMStritteneS antipiraterie-aBKoM Men Mit folgen? priVatMieten steigen doppeLt so seite 12 stark wie e nkoMMen und infLatio n wie VieL beiHiLfenrecHt seite 13 Verträgt die daseinsVorsorge? reVision der eu-VergaberegeLn seite 15 wirtschaftspolitik – standpunkt Meinung, Position, Überzeugung. Der digitale Newsletter de Ab-teilung Wirtschaftspolitik in der Wiener Arbeiterkammer behandelt Aspekte der Standortpolitik, des Wirtschaftsrechts, der Regulierung diverser Branchen und allgemeine wirtschaftspolitische Fragestellun-gen aus der Perspektive von ArbeitnehmerInnen. Wirtschaftspolitik-Standpunkte erscheint 4-mal Jährlich und wird per Email versandt. Kostenlose Bestellung und alle Ausgaben nachlesen unter: http://wien.arb iterkammer.at/wp-standpunkte Wirtschafts politik – Sta ndpunkte. 0 1 | 2011. seit e 1 von 14 wirtschafts politik – standpu nkte 01|20 11 impreSSum Herausge berin und Medienin Haberin: Kammer fü r Arbeiter u nd Angeste llte für Wie n, 1040 Wien , Prinz Euge n Straße 20 -22 redaktion : Maria Malts chnig und Susanne W ixforth Layout un d satz: Jul ia Kolda VerLags- u nd Herste LLungsor t: Wien erscHeinu ngsweise : 4 mal jährli ch kostenLo se besteLL ung unte r: http://wie n.arbeiterk ammer.at/ newsletter staatsscH uLdenkris e seite 02 roHstoff HandeL seite 03 Der neue S elbstbedie nungsmark t für Spekul antInnen? nicHt scH on wiede r 2008 seite 03 Rohstoffsp ek latione n feiern ein unerwünsc htes Come back finanzMa rktreguLi erung seite 04 Kann alles beim Alte n bleiben? europeans for finan ci L refor M sei te 06 Eine Zwisc henbilanz ak für pri Vatisierun gsstopp seite 06 neu paus cHaLierun gsVerord nu g sei te 07 Größere Ag rarbetriebe werden reich besch enkt! ak studie seite 08 Die Beschä ftigungswir kung von I nnovation n VorLäufig es ende d er seite 09 diskussio n uM die s teue LicH e förderun g Von for scHung u d entwickL ung offenLegu ngspfLicH t Von seite 10 JaHresabs cHLüssen Theorie un d gelebte U nternehme nspraxis die neue r eguLierun gsbeHörd e sei te 11 für den s troM- und gasbereic H LiberaLisie rung der seite 12 postdiens te Mit 1.1.2 011 tanksteLL en seite 13 Nur eine P reiserhöhu ng pro Tag erlaubt inhalt Wirtschaft spolitik – S tandpunkte . Meinung, Position, Ü berzeugung . Was es damit auf s ich hat? Wi r – das ist d ie Abteilung Wirtschaft spolitik in d er Wie- ner Arbeite rkammer – arbeiten a n Aspekten der Stando rtpolitik, de s Wirt- schaftsrech ts, der Reg ulierung div erser Bran chen und a n allgemein en wirt- schaftspolit ischen Frag estellungen . Dabei verf olgen wir d as Ziel, die Situation der Beschä ftigten zu v erbessern u nd Konsum entInnenre chte durchz usetzen. Das ist auc h der Stan dpunkt, von dem aus w ir uns dem wirtschaft spoliti- schen Gesc hehen annä hern und i n dem Ne wsletter, de ssen erste Ausga- be Sie gera devor sich haben, davo n berichten wollen. W irtschaftspo litik – Standpunkt e wird in Z ukunft am Ende jedes Quartals e rscheinen u nd per E-Mail vers andt. Wer w ill, kann sich jederzeit a uf der Hom epage der A rbei- terkammer Wien in de n Verteiler aufnehmen lassen. Eröffnet w ird diese e rste Ausga be von He lene Schub erth, die in einem Gast rtikel den politis chen Folge n der krise nbedingten Staatsvers chuldung nachgeht. A ußerdem b eschäftigen wir uns m it der wied er aufgeflam mten Debatte um Spekulatio nen auf Na hrungsmitt el und Öl und der eu ropäi- schen Fina nzmarktreg ulierung. A ufhorchen ließ die W iener Börs e, indem sie eine ne ue große P rivatisierun gswelle for derte und gleich die p assende Studie dazu itlieferte . Erwähnen swert fand en wir zud em die Um struktu- rierung der E-Control , die Bilanz offenlegung smoral der Unternehm en, die vollständige Liberalisie rung des P ostmarktes , die jüngst en Entwick lungen in der steu erlichen Fo rschungsfö rderung un d einiges m ehr. In diesem S inne freuen wir uns üb er unser Er stlingswerk und auf die vielen Ausgaben, d ie noch folg en werden. Die Redakti on editorial Wirtschaftspol itik – Standpun kte. 02 | 2011. s eite 1 von 14 wirtschaftspoli tik – standpunkt e 02|2011 impreSSum Herausgeber in und Medie ninHaberin: Kammer für Ar beiter und Ang estellte für Wie n, 1040 Wien, Pri nz Eugen Straß e 20-22 redaktion: M aria Maltschni g und Susanne Wixforth Layout und s atz: Julia Kolda VerLags- und HersteLLung sort: Wien erscHeinung sweise: 4 mal jährlich kostenLose b esteLLung un ter: http://wien .arbeiterkamm er.at/newslette r MeHr wettbe werb iM seite 02 gLobaLe fin anzsektor? Hat der euro rauM eine zu kunft? sei 04 europa seite 06 – FAlSCh VERS TANDEN der aufscHw ung koMMt seite 07 (zunäcHst) n ur oben an priVatisierun gen se te 08 EIN VERlUSTG ESChäFT ideoL giefre i? seite 09 ak studie: seite 10 AGRAREINKOM MEN IN ÖSTER REICh UND IN DER EUROP äISChEN UNIO N der nacHHaLt igkeitsscHMä H seit e 12 Mit den grü en arbeitspLä tzen ökostroMge s tz neu seite 14 NUR MIT DEN KONSUMENT iNNEN UND NIChT GE GEN SIE niederLassun gsfreiHeit seite 15 der un rneH Me : EU-KOMMISSI ON WIll EINh EIT VON SATZU NGS- UND VERWAlT UNGSSITZ KIP PEN bucHbesprecH ung: seite 17 POSTWAChST UMSGESEllSC hAFT – KONZEPTE F üR DIE ZUKUN FT inh lt Die Managerge hälter befinden sich wieder au f dem Vorkrisen niveau, während die Beschäftigte n der österreic hischen Leitbet riebe nichts vo m Aufschwung spüren. Wie es um die Zukun ft des Euro ste ht, wird heftig diskutiert. Die Wirtschaftskris e mutierte zur K rise der öffentli chen Haushalte – ein willkom- mener Anlass fü r manche, eine neue Privatisier ung wel e zu fo rdern. Nach der Krise ist vor der Kr ise – Der Ei r uck verfestigt s ich, wenn man die aktuelle wir tschaftspolitisch e Debatte verfo lgt. Dieser Ums tand muss sich ändern, wenn e s nach den Aut orInnen dieser Ausgabe geht, d ie auch gleich konkrete Lösun gen mitliefern. „Too big to fa il“ uss Gesch ichte sein. Das meint etwa EBR D-Direktor Ku rt Bayer in sein m Gastartik l. E r fordert eine merkliche Verkl einerung des Fi nanzsektors un d einen Mechan ismus, mit des- sen Hilfe maro de Banken abg ewickelt w rde n können, ohn e die Realwirt- schaft zu gefäh rden. Nachdrüc klich eingeford ert wird von d en AutorInnen auch die gesell schaftliche Vera ntwortung vo Unternehm . Sie sollen Ge - winne investier en, Arbeitsplätz e sichern und ausbauen. Dass die Interessen der Gesellschaf terInnen von U nternehmen ult imativen Vorran g haben, ist ein gescheitertes P aradigma. Ebens o die Privatisier ung von öffentli chem Eigentum , die zur Budget sanierung völlig ungeeignet ist und die Versor gungssicherheit d r Bevölk run g gefährdet. Brisant ist auch die momentane Auseinanderse tzung um die En ergie- und Um- weltpolitik. Bei den Verhandlun gen um das neu e Ökostromges etz wurden die Interessensgege nsätze der Bete iligten besonde rs off sichtlich . Und was hat es eigentlich mi t den „Green Jo bs“ auf sich? Eine spannende Lektüre wünsc ht Die Redaktion editorial Wirtschaftspolitik – Sta ndpunkte. 03 | 2011. eit e 1 von 24 wirtschaftspolitik – s a dpunkte 03|2011 impreSSum Herausgeberin und MedieninHaberin: Kammer für Arbeiter u nd Angestellte für Wien , 1040 Wien, Prinz Eugen Straße 20-22 redaktion: Maria Malts chnig und Susanne Wi xforth Layout und satz: Juli a Kolda VerLags- und Herste LLungsort: Wien erscHeinungsweise: 4 mal jährlich kostenLose besteLLu ng unter: http://wien.a rbeiterkammer.at/new sletter poLarisierung der seite 02 einkoMMensVerteiLu ng STRUKTUREllE URSAC E DER KRISE ezb iM dienste der b anken, eit e 03 nicHt der staaten neue europäiscHe seite 06 finanza cHitektur – EINE GlEIChUNG MIT NOCh (ZU) VIElEN UNBE KANNTEN? eins und eins ist zw ei seite 08 die wäHrungsunion ist seite 09 reforMiert – IST SIE D AS? reguLierung der fin anzMärkte seit e 11 in den usa und der e u – AllES PAlETTI? oecd Länd rprüfb r icHt seit e 13 österreicH – EINE KRI ISChE WüRDIGUNG nacHHaLtig wirtscH aften, seit e 14 aber wie? ökostroMgesetz 20 12 seit e 16 die neue en rgieeffi zienzricHtLinie seit e 17 EIN VORSChlAG DER E U KOMMISSION die scHeinaLternatiV e seite 19 „biokraftstoffe“ bescHäftigt in der seite 21 forscHung(sabteiLu ng) eines unterneHMens – EIN BENEIDENSWERTER JO B? eu-grünbucH zu cor p rate seit e 22 goVernance – AK FOR DERT VERBINDlIChEN MASSNAhMENKATAlO G das n ue seite 23 teLekoMMunikation sgesetz inh lt Die Finanz-, Wirtschafts -, Schulden-, Umw lt-, A rbeitsmarkt- bzw die gl obale Krise beschäftigt uns na ch wie vor. Und es sche int der Politik nicht zu g elin- gen, Europa in einem ab sehbaren Zeitraum aus dieser mul iplen Krise h eraus zu führen. Folgt man de n AutorInnen dieser Au sgabe vo Wirtschaftspo litik- Standpunkte, liegt das an verfehlten Konzepten u nd – vor allem bei der N eu- ordnung der Finanzmär kte und der Stabilisieru ng des Euro – an mange lnder Ambition. Der Ökonom Engelbert Stockhamme r beleg , dass die gestie gene Ungleichverteilung von Einkommen und Vermö gen ursächlich für die K rise verantwortlich war und eine ausgewogene Ver teilung nicht Luxus son dern Voraussetzung für ein st abiles Wachstumsregime ist. Andere AutorInnen wid- m n sich den aktuellen Maßnahmen zur Stabilis ierung des Euro, dem O ECD Länderbericht und der D ebatte um nachhaltiges W irtschaften. Auch in spezifischeren Politikbereichen hat sic h einiges getan. Nach la ngem hin und her wurde die Novelle des Ökostromg setzes auf Schiene gebr acht und ein neues Telekom munikationsgesetz im M inisterrat verabschiedet . Die Europäische Kommissio n legte ein Grünbuch zu r Corporate Governanc e vor, das sich vor allem um die Interessen der Aktio närInnen dreht. Was die AK Wien von all dem hält und was uns die Beschä ftigten im Forschungsbe reich über ihre Arbeitszufried enheit mitgeteilt haben, erfahren Sie hier. Eine aufschlussreiche Le ktüre wünscht Die Redaktion editorial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 04 | 2011. seite 1 von 15 wirt c aftspolitik – stan p nkte 04|2011 impreSSum Herausgeberin und MedieninHaberin: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Straße 20-22 redaktion: Maria Maltschnig und Susanne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und HersteLLungsort: Wien erscHeinungsweise: 4 mal jährlich kostenLose besteLLung unter: http://wien.arbeiterk ammer.at/newsletter scHuLdenbreMse in der Verfassung seite 02 BudgetpolitiSche SpielräuMe Schaffen Statt auSBreMSen! „wage Moderation“ seite 04 die lohnpolitiSche oBSeSSion der eu die wirkungsweise st uerLicH r seite 06 forscHungsförderung Mifid und Mad seite 08 SynonyMe für den auSWeg auS der finanzKriSe? eu-urHeberrecHt seite 09 SchutzfriSten für MuSiKaufnahMen nun doch verlängert diVersität Muss pfLicHt s in! seite 11 scHutz Vor ÜbernaHMen fÜr seite 12 unterneHMen der sicH rHeits- und daseinsVorsorge waruM gut Verdienende seite 13 Landwirte/innen keine einkoMMensteuer zaHLen die scHweLLenwerteVerordnung seite 14 vergaBerecht alS vehiKel zur KonJunKturanKurBelung inhalt Die Eskalation der Krise der Eurozone ist mittlerwei le in Österreich an- gelangt. Weil Moody’s Österreich und Standard & Poor ’s der gesamten Eu- rozon mit einem Downrating drohte, beschloss der Nationalrat mit den Stimme d r Regierungsparteien eine Schuldenbrems einzuführen, die ein strukturell s Defizit vorsieht. Warum wir fi den, d ss dieses Instrument nicht ge ignet ist, den Euro zu retten und wirtschaf spo litisch ein schwerer Fehler ist, beschreibt Georg Feigl in seinem Artikel. Joh annes Schweighofer argumentiert, dass die Überschussländer in der EU sch leunigst angemesse- ne Lohnabschlüsse brauchen, die sich an der Benya-Fo rmel orientieren. Er skizziert, welche Fehler dahingehend in der Europäisc hen Debatte began- gen werden. Um die Krisenanfälligkeit des Wirtschaft ssystems in Zukunft inzudämmen ist eine merkbare Kontrolle der Finanzm ärkte unerlässlich. Aktuell Richtlinienvorschläge der Europäischen Kom mission geben wenig Hoffnung, dass dies passieren wird, argume ti ren Su sa ne Wixforth und Judith Vorbach. Auch strukturpolitisch hat sich in den letzten Monaten wieder einiges getan: Ein Rechtsgutachten für die Arbeiterkammer Wien best ätigt die Verfassungs- widrigkeit der umfassenden Vollpauschalierung von A grarbetrieben, Über- nahmen von Versorgu gsunternehmen wurden erschw ert und die Debatte um Frauenquoten in Aufsichtsräten ka ein – wenn a uch kleines – Stück voran. Besonders ans Herz legen öchten ir Ihnen d en Artikel von Andre- as Schibany, der eindrucksvoll argumentiert, warum die jetzige Ausgestaltung der steuerlichen Forschungsförderung alles andere als zielführend ist. Eine spannende Lektüre und erholsame Feiertage wünsc ht Die Redaktion ditorial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 01 | 2012. seite 1 von 16 i tsch ftspolitik – sta dpunkte 01|2012 impreSSum | offenlegung gem § 25 medieng Herausgeberin und MedieninHaberin: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Straße 20 – 22 redaktion: Maria Maltschnig und Susanne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und HersteLLungsort: Wien erscHeinungsweise: 4 mal jährlich kostenLose besteLLung unter: http://wien.arbeiterkammer.at/newsletter bLattLinie: Die Meinungen der AutorInnen. inhalt All s dreht sich ums Sparen, zumindest wenn man d wirtschaftspolitischen Diskur der vergangenen Monate verfolgt. Somit komm n auch wir nicht umhin, in dieser Ausgabe wieder einen besonderen Fokus auf die Folgen der Schul- d nhysterie zu legen. Christa Schlager nimmt das Österreichische Konsolidie- rungspaket unter die Lupe und liefert gleich Prognosen über die gesamtwirt- schaftlichen Auswirkungen desselben mit. Markus Marterbauer warnt vor der EU-weiten Schrumpfkur im öffentlichen Sektor, die ein „verlorenes Jahrzehnt“ mit sich bri ge könnte und hält ein Plädoyer für den sozialen Fortschritt. Dass Österreich bei seiner Schuldenbremse ausgerechnet das deutsche Modell als Vorbild nimmt, sorgt für Kopfschütteln bei dem Düsseldorfer Ökonom Achim Truger, der in einem Gastartikel die ausgeprägten Schwächen dieses Korsetts eindrucksvoll darlegt. Auf EU Ebene tat sich auch abseits des Spar-Wahns einiges. Die Macht der Ratingagenturen soll zurückgedrängt werden, es gibt ne e Vergaberichtlinien und die Art und Weise wie das Spanungsfeld zwischen Daseinsvorsorge und Beihilfenr cht gesehen wird, hat sich verändert. Außerdem ist das Match um das umstrittene „Anti-Piraterie-Abkommen“ ACTA noch lange nicht entschieden. Wer sich in letzter Zeit in Wien um Mietwohnungen umgeschaut hat, dem ist die Lust auf einen Umzug ob der massiv gestiegenen Preise gründlich vergangen. Die ImmobilienbesitzerInn n schieben die Schuld auf hohe Gebühren, die AK kommt zu einem anderen Schluss: Es sind schlicht und einfach die Nettomieten, die die Wohnungskosten in die Höhe treiben, wie eine kürzlich erschienene Studie belegt. Nach wie vor trist schaut es in den Führungsetagen der großen Unternehmen für Frauen aus. Die Versprechungen seitens der Industrie sich um einen höheren Frauenanteil im Management zu bemühen, sind offensichtlich reine Lippenbekenntnisse. Wir fordern deshalb: Her mit der Quote! Die Redaktion editorial Wirtschaftspolitik wie österreicH spart seit 02 soziaLer fortscHritt statt seite 04 deMontage des soziaLst ates KoMMentar von MarKuS MarterBauer die deutscHe scHuLdenbreMse seite 05 ein leuchtendeS vorBild für ÖSterreich und europa? brandpunkt ratingagenturen seite 07 iM europäiSchen parlaM nt Beginnt die heiSSe phaSe strukturpolitik ak frauen. seite 08 ManageMe t.report 2012 frauen Sind SoWohl in den vorStänden alS auch in den aufSichtSräten Weiterhin die auSnahMe neue strafbestiMMungen seite 09 zeigen wirkung 90% der groSSen KapitalgeSellSchaften haBen 2011 friStgerecht den JahreSaBSchluSS offengelegt acta seite 10 uMStritteneS antipiraterie-aBKoMMen Mit folgen? priVatMieten steigen doppeLt so seite 12 stark wie einkoMMen und infLation wie VieL beiHiLfenrecHt seite 13 Verträgt die daseinsVorsorge? reVision der eu-VergaberegeLn seite 15 schaf pol ik – standpunkte M inu g, Position, Überzeugung. Der digitale Newsletter der Ab- teilu g Wir schaftspolitik in der Wiener Arbeiterkammer behandelt Asp kte der Standortpolitik, des Wirtschaftsrechts, der Regulierung d ve r Branchen und allgemeine w rtsch ftspol ische Fragestellun- gen a s der Perspektive von ArbeitnehmerInnen. Wirtschaftspolitik- S andpunkt erscheint 4-mal Jährlich und wird per Email versandt. Kostenlose Bestellung und alle Ausgaben nachlesen unter: http://wien.arbeiterkammer.at/wp-standpunkte Wirtscha ftspolitik – Standp unkte. 0 1 | 2011. s eite 1 vo n 14 wirt c a ftsp litik – stand p nk 01|2011 impreSS um Heraus geberin und Me dieninH ab rin: Kammer für Arbe iter und ngestellt e für Wi en, 1040 Wi en, Prinz Eugen S traße 20 -22 redakt ion: Mar ia Malts chnig un d Susan ne Wixfo rth Layout und sa tz: Julia Kolda VerLags - und He rsteLLu ngsort : Wien erscHei nungsw eise: 4 m al jährli ch ko ten Lose be steLLun g unter : http://w ien.arbe iterkam er. t/new sletter staatss cHuLde nkrise seite 02 roHsto ffHand eL seite 03 Der neu e Selbst bedienu ngsmark t für Spek ulantInn en? nicHt s cHon w ieder 20 08 seite 03 Rohstoff spekula tionen fe iern ein unerwü nschtes Comeba ck finanzM arktreg uLierun g seite 04 Kann all es beim Alten b leiben? europea ns for f inancia L reforM se ite 06 Eine Zw ischenb ilanz ak für priVatis ierungs stopp seite 06 neue pa uscHaL ierungs Verord nung s eite 07 Größere Agrarbe trieb w erden reich be sch nkt! ak stud ie seite 08 Die Besc häftigun gswirku ng von I nnovatio nen VorLäu figes en de der seite 09 diskuss ion uM die steu erLicHe förder ung Vo n forsc Hung u nd entwic kLung offenLe gungsp fLicHt V on seite 10 JaHresa bscHLüs sen Th orie und gele b e Unte rnehme nspraxis die neu e reguL ierungs beHörd e seite 11 für den stroM - und ga sbereic H LiberaL isierun g der seite 12 postdie nste Mi t 1.1.201 1 tankst eLLen seite 13 Nur eine Preiserh öhung p ro Tag rlaubt inhalt Wirtsch aftspoliti k – Stan dpunkte . Meinun g, Positio n, Überz eugung. W as es damit au f sich hat ? Wir – d as ist die Abteilun g Wirtsc haftspoli tik in der Wie- ner Arbe iterkamm er – arb eiten an Aspekte n der St andortpo litik, des Wirt- schaftsre chts, der Regulier ung dive rser Bra nchen un an allg m inen wirt- schaftspo litischen Frageste llungen. D abei verf olgen wi r das Zie l, die Sit ation der Besc häftigten zu verbe ssern un d Konsu mentInn enrechte durchzu setzen. Das ist a uch der Standpun kt, von d em aus wir uns dem wir tschaftsp oliti- schen G eschehe n annäh ern und in dem Newsl tter, des sen erst e Ausga- be Sie g eradevor sich hab en, davo n berich ten woll en. Wirt schaftspo litik – Standpun kte wird in Zuku nft am E nde jede s Quarta ls ersche inen und per E-Mail ve rsandt. W er will, k ann sich jederze it auf de r Homep age der A rbei- terkamm er Wien in den V erteiler aufnehm en lassen . Eröffnet wird di ese erst e Ausga be von Helene Schuber th, die i n inem Gastarti kel den p olitische n Folgen der kris enbedin gten Staa tsversch uldung nachgeh t. Außer dem bes chäftigen wir uns mit der wieder aufgeflam mten Debatte um Spe kulation en auf N ahrungsm ittel und Öl und der eur opäi- schen Fi nanzmar ktregulie rung. Au fhorchen ließ die Wiener Börse, indem sie eine neue gro ße Priva tisierung swelle fo rdert u nd gleich di pass ende Studie d azu mitli eferte. E rwähnen swert fa nden wir zudem d ie Umstr uktu- rierung der E-C ontrol, d ie Bilanz offenlegu ngsmora l der Un ternehm en, die vollständ ige Libe ralisieru ng des P ostmark tes, die jüngsten Entwick lungen in der st euerlich en Forsc hungsför derung u nd einige s mehr. In diesem Sinne fr euen wir uns übe r unser E rstlingsw erk und auf die v iel n Ausgabe n, die no ch folgen werden . Die Re a ktion editori al Wirtschaft spolitik – S tandpunkt e. 02 | 2011 . seite 1 von 14 w tschaft spolit k – sta dpu nk e 02|20 11 impreSSu m Herausge berin und Medienin Haberin: Kammer fü r Arbeiter und Anges tellte für W ien, 1040 Wien , Prinz Eug en Straße 20-22 redaktio n: Maria Ma ltschn g u nd Susann e Wixforth Layout u nd satz: Julia Kold a VerLags- und Hers teLLungs ort: Wien erscHein ungsweis e: 4 mal jäh rlich kostenLo se besteL Lung unt er: http://w ien.arbeite rkammer. at/newsle tter MeHr we ttbewer b iM seite 02 gLobaLe finanzse ktor? Hat der e urorauM eine zuku nft? se ite 04 europa seite 06 – FAlSCh VERSTAND EN der aufs cHwung koMMt seite 07 (zunäcHs t) nur ob en an priVatisie rungen seite 08 EIN VERlU STGESC ä FT ideoLogie frei? seite 09 ak studie : seite 10 AGRAREIN KOMMEN IN ÖSTER REICh UN D IN DER EU ROPäISCh EN UNION der nacH HaLtigkei tsscHMä H seite 12 Mit den g rü en ar beitspLät zen ökostro Mges tz neu seite 14 NUR MIT D EN KONSU MENTiNN EN UND NICh T GEGEN SIE niederLas sungsfre iHeit seite 15 der unte rneHMen : EU-KOMM ISSION W Ill EINhE IT VON SA TZUNGS- UND VERW AlTUNGSS ITZ KIPPEN bucHb sp recHung: seite 17 POSTWAC hSTUMSG ESEllSCh AFT – KONZEP TE FüR DI E ZUKUNF T inh lt Die Manag ergehälter befinden si ch wieder auf demVo rkrisennive au, währen d die Beschä ftigten der österreich ischen Leit betriebe n ichts vom Aufschwun g spüren. W ie es um d ie Zukunft des Euro steht, wird heftig disk utiert. Die Wirtschaft skrise mut ierte zur K is d öffe ntlichen Ha ushal e – e in willkom- mener Anl ass für man che, eine n eue P ivati ierung wel e zu forder n. Nach der Krise ist v or der Kri se – Der E i ruck ve rfestigt sic h, wenn m an die aktuelle wirtschaft spolitische Debatte v erfolgt. Die ser Umstan d muss sich ändern, we nn es nach den Auto rInnen die ser Ausgab e geht, die auch gleic h konkrete L ösungen m itliefern. „ Too big to fail“ muss Geschicht e sein. Das meint etwa EBRD-Dir ektor Kurt Bayer in s ein m Gas tartik l. Er fordert ein e merkliche V erkleinerun g des Finan zsektors u nd einen M echanismu s, mit des- sen Hilfe m arode Ban ken abgew ickelt w rd en können , ohne die Realwirt- schaft zu g efährden. N achdrücklic h eingefor dert wird von den A utorInnen auch die g esellschaftl iche Veran twortung vo Unter nehm . S ie sollen G e- winne inve stieren, Ar beitsplätze sichern u nd ausbau en. Dass d ie Interess en der Gesell schafterInn en von Un ternehmen ultimative n Vorrang h abe , ist ei n gescheitert es Paradigm a. Ebenso d ie Privatisie rung von ö ff ntlichem Eigentum, die zur Bu dgetsanieru ng völlig u ngeeignet ist und die Versorgun gssicherhe it der Bevölk erung gefäh rdet. Brisant ist auch die m omentane Auseinand ers tzung u m die Ener gie- und Um - weltpolitik . Bei den Ve rhandlunge n um das n eue Ökost romgesetz wurden d ie Inte e sen sgegensätz e der Bete iligten beso nders off sichtlich. U n was ha t es eigentlic h mit den „ Green Jobs “ auf sich? Eine spann ende Lektü re wünsch t D ie Redaktio n editorial Wirtschaftspo litik – Standpu nkte. 03 | 2011 . seite 1 von 24 wi t c aftspo litik – a punk te 03|2011 impreSSum Herausgebe rin und Med ieninHaberin : Kammer für A rbeiter und A ngestellte für Wien, 1040 Wien, Pr inz Eugen Stra ße 20-22 redaktion: M aria Maltschn ig und Susan ne Wixforth Layout und satz: Julia Kol da VerLags- un d HersteLLu ngsort: Wien erscHeinung sw ise: 4 ma l jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeite rkammer.at/n ewsletter poLarisierun g der seite 02 einkoMMens VerteiLung STRUKTUREl lE URSAChE DER KRISE ezb iM diens te de bank en, eite 03 nicHt der st aaten neue europä iscHe seite 06 finanzarcHi tektur – EINE GlEIChUNG M IT NOCh (ZU) VIE lEN UNBEKAN NTEN? eins und ein s ist zwei seite 08 die wäHrun gsunion ist seite 09 reforMiert – IST SIE DAS? reguLierung der finanzM ärkte s eite 11 in den usa u nd der eu – A llES PAlETTI ? oecd Länder prüfbericHt seite 13 österreicH – EINE KRI ISC hE WüRDIGU NG nacHHaLtig wirtscHaft en, seite 14 aber wie? ökostroMg esetz 2012 seit 16 die neue ene rgieeffizien zricHtLinie seite 17 EIN VORSChl AG DER EU K OMMISSION di scHeinaL t rnatiVe seite 19 „biokraftst off “ bescHäftigt in der seite 21 forscHung( sabteiLung) eines unterneHMe ns – EIN BENE IDENSWERTE R JOB? eu-grünbuc H zu corp r ate seite 22 goVernance – AK FORDERT VERBINDlICh EN MASSNAhME NKATAlOG das neue seite 23 teLekoMMu ikationsges etz inh lt Die Finanz-, W irtschafts-, Sch ulden-, Umw lt-, Arbeitsmar kt- bzw die gl obale Krise beschäft igt uns nach w ie vor. U d es scheint der P olitik nicht zu gelin- gen, Europa in einem absehb aren Zeitraum aus dieser mu l iplen Krise h er us zu führen. Folg t man den Au torInnen diese r Ausgabe vo Wirtschaftspo litik- Standpunkte, l iegt das an ver fehlten Konze pten und – vo r allem bei de r Neu- ordnung der F inanzmärkte u nd der Stabilis ierung des Eu ro – an mange lnder Ambition. Der Ökonom Eng elbert Stockha mm r beleg , dass die gestie gene Ungleichverte ilung von Eink omme und V ermögen ursä chlich für die Krise verantwortlich war und eine ausgewogene Verteilung nic ht Luxus sond ern Voraussetzung für ein stabile s Wachstumsr egime ist. And ere AutorInne n wid- men sich den aktuellen Maß nahmen zur S tabilisierung d es Euro, dem OECD Länderbericht und der Deba tte um nachha ltiges Wirtscha ften. Auch in spezi fischeren Poli ikbereichen ha t sich einiges getan. Nach la ngem hin und her w urde die Nove lle des Ökostr omg setzes au f Schiene gebr cht und ein neues Telekommuni ationsgesetz im Ministerrat v erabschiedet. Die Europäische K ommission leg te ein Grünbu ch zur Corpor ate Governanc e vor, das sich vor a llem um die I nteres n der AktionärInne n dreht. Was die AK Wien von all dem hält und was uns die B eschäftigten im Forschungsbe reich über ihre Arbe itszufriedenhe it mitgeteilt ha ben, erfahren Sie hier. Eine aufschlus sreiche Lektür e wünscht Die Redaktion editorial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 04 | 20 11. seite 1 von 15 wi c ftsp litik – s a p nkte 04|2 011 impreSSum Herausgeberi un d MedieninHaberi : Kammer für Arbeiter und Angestellte für W ien, 1040 Wien, Prinz Eug en Straße 20-22 redaktion: Maria M altschnig und Susan ne Wixforth Layout und sa z: Julia Kolda VerLags- und Hers teLLungsort: Wie erscHeinungswei se: 4 mal jährlich kostenLose beste LLung unter: http:/ /wien.arbeiterkamm er.at/newsletter scHuLdenbreMse in der Verfassung seit 02 BudgetpolitiSche SpielräuMe Scha ffen Statt auSBreMSen ! „wage Moderatio n“ seite 04 die lohnpolitiSch e oBSeSSion der e u die wirkungsweis e st uerLicHer seite 06 forscHungsförde rung Mifid und Mad eite 08 SynonyMe für de n auSWeg auS de r finanzKriSe? eu-urHeberrecHt seite 09 SchutzfriSten fü r MuSiKaufnahM en nun doch verlängert diVersität Muss p fLicHt s in! seite 11 scHutz Vor Üb rn aHMen fÜr seite 12 unterneHMen der sicH rHeits- und daseinsVorsorge waruM gut Verdi enende seite 13 Landwirte/innen keine einkoMMensteuer zaHLen die scHweLLenwe rteVerordnung seite 14 vergaBerecht alS vehiKel zur KonJunKtura Ku rBelung inhalt Die Eskalation der K rise der Eurozone is t mi tlerweile in Ös terrei an- gelangt. W il Moody’ s Österreich und Sta ndard & Poor’s der g samten Eu- rozon mit einem D ownrati g drohte, be schloss der National rat mit den Stimme d r Regieru n sparteien eine Sch uldenbrems einzufü hr n, die ein strukturell s Defizit vorsieht. Warum w ir fi den, dass diese s Instrument nicht ge ignet ist, de n Euro zu retten und wirtschaf spolitisch ein schwerer Fehler ist, beschreibt Georg Feigl in seine m Artikel. Johannes S chweighofer argumentiert, dass di e Überschussländer in der EU schl unigs t angemesse- ne Lohnabschlüsse b rauchen, die sich an der Benya-Formel or ientieren. Er skizziert, welche Feh ler dahingehend in d er Europäischen D b a t began- gen werden. Um die Krisenanfälligkeit de s Wirtschaftssystems in Zukunft inzudämmen ist eine merkbare Kontrolle der Finanzmärkte u nerlässlich. Aktuell Richtlinienv orschläge der Europ äischen Kommission geben wenig Hoffnung, dass dies passieren wird, argu me ti ren Susa ne W ixforth und Judith Vorbach. Auch strukturpolitisc h hat sich in den letzt en Monaten wieder e iniges getan: Ein Rechtsgutac ten für die Arbeiterkamm er Wien stätigt die Verfassungs- widrigke t d r umfa ssenden Vollpauscha lierung von Agrarbe trieben, Über- nahmen von Versorg u gsunternehmen w urden erschwert un d die Debatte um Frauenquoten in Aufsichtsräten ka ein – wenn auch kle ines – Stück voran. Besonders ans Herz legen öchten ir Ihnen den A tike l von Andre- as Schibany, de eindr ucksvoll argumentier t, warum die jetzige A usgestaltung der steuerlichen For schungsförderung all es andere als zielführ end ist. Eine spannende Lektü re u d erholsame Fei ertage wünscht Die Redaktion ditorial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 01 | 20 12. seite 1 von 16 i sch ftspol tik – st dpu te 01|2012 impreSSum | offen gung gem § 25 m edieng Herausgeberin und MedieninHaber in: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Straße 20 – 22 redaktion: Maria Maltsc nig und Susanne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda V rLags- und HersteLLungsort: Wie n erscHeinungsweise: 4 mal jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeiterkammer.at/newsletter bLattLinie: Die Meinungen der AutorInnen . inhalt All s dreht sich ums Sparen, zumindest w enn man d wirtschaftspolitischen Diskur der vergangenen Monate verfolgt. S omit komm n auch wir nicht umhin, in dieser Ausgabe wieder einen besonder n Fokus auf die Folgen der Schul- d nhysterie zu legen. Christa Schlager nim mt das Österreichische Konsolidie- rungspaket unter die Lupe und liefert gleic h Prognosen üb r die gesamtwirt- schaftlichen Auswirkungen desselben mit. M arkus Marterbauer warnt vor der EU-weiten Schrumpfkur im öffentlichen Se ktor, ie ein „verlorenes Jahrzehnt“ mit sich bri ge könnte und hält ein Plädoy er für den sozialen Fortschritt. Dass Österr ich bei seiner Schuldenbremse aus gerechnet das deutsche Modell als Vor ild nimmt, sorgt für Kopfschütteln bei d m Düsseldorfer Ökonom Achim Truger, der in e nem Gastartikel die ausgep rägten Schwächen dieses Korsetts eindrucksvoll darlegt. Auf EU Ebene tat sich auch abseits des S par-Wahns einiges. Die Macht der Ratingagenturen soll zurückgedrängt werd en, es gibt n e Vergaberichtlinien un die Art und Weise wie das Spanungsf eld zwischen Daseinsvorsorge und Beihilfenr cht gesehen wird, hat sich verän ert. Außerdem ist das Match um das umstrittene „Anti-Piraterie-Abkommen“ AC TA noch lange nicht entschieden. Wer sich in letzter Zeit in Wien um Mietw ohnungen umgeschaut hat, dem ist die Lust auf einen Umzug ob der massiv ges tiegenen Preise gründlich vergangen. Die ImmobilienbesitzerInn n schieben die Schuld auf hohe Gebühren, die AK kommt zu einem anderen Schluss: Es sind sc hlicht und einfach die Nettomieten, die die Wohnungskosten in die Höhe trei ben, wie eine kürzlich erschien ne Studie belegt. Nach wie vor trist schaut es in den Führungsetagen der großen Unternehmen für Frauen aus. Die Verspre chunge seitens der Industrie sich um einen öheren Frauenanteil im Managem ent zu bem hen, sind offensichtlich rein Lippenbekenntniss . Wir fordern desh alb: Her mit der Quote! Die Redaktion ditorial Wirtschaftspolitik wie österreicH spart seit 02 soziaLer fortscHritt statt seite 04 deMontage des soziaLst ates KoMMentar von MarKuS MarterBa uer die deut cHe scHuLdenbreMse seite 05 ein leuchtendeS vorBild für ÖSte rreich d europa? brandpunkt ratingagenturen seite 07 iM europäiSchen parlaM nt Begin nt die heiSSe phaSe strukturpolitik ak frauen. seite 08 ManageMent.report 2012 frauen Sind SoWohl in den vorSt änden alS auch in den aufSichtSräten Weite rhin die auSnahMe neue strafbestiMMungen seite 09 zeigen wirkung 90% der groSSen KapitalgeSellSc haften haBen 2011 friStgerecht den Jahre SaBS luSS offengelegt acta seite 10 uMStritteneS antipiraterie-aBKoM Men Mit folgen? priVatMieten steigen doppeLt so s ite 12 stark wie einkoMMen und infLatio n wie VieL beiHiLfenrecHt seite 13 V r rägt die daseinsVorsorge? reVision er eu-Vergab regeLn seite 15 wirtsc aftsp litik – s andpunkte Meinung, Position, Überzeugung. Der digitale Newsletter der Ab- teilung Wirtschaftspolitik in der Wiener Arbeiterkammer behandelt Aspekte der Standortpolitik, des Wirtschaftsrechts, der Regulierung diverser B anchen und allgemeine wirtschaftspolitische Fragestellun- ge aus der Perspekt ve von ArbeitnehmerInnen. Wirtschaftspolitik- Standpunkte erscheint 4-mal Jährlich und wird per Email versandt. Kostenlose Bestellung und alle Ausgaben nachlesen unter: http://wien.arbeiterkammer.at/wp-standpunkte Wirtscha ftspolitik – Standp unkte. 0 1 | 2011. s eite 1 vo n 14 ir sch ft spolitik – s and punkte 01|2011 impreSS um Heraus geberin und Me dieninH aberin: Kammer für Arbe iter und Angeste llte für W ien, 1040 Wi en, Prinz Eugen S traße 20 -22 redakt ion: Mar ia Malts chnig un d Susan ne Wixfo rth Layout und sa tz: Julia Kolda VerLags - und He rsteLLu ngsort : Wien erscHei nungsw eise: 4 m al jährli ch kosten Lose be steLLun g unter : http://w ien.arbe iterkam mer.at/n ewslette r staatss cHuLde nkrise seite 02 roHsto ffHa d eL seite 03 Der neu e Selbst bedienu ngsmark t für Spek ulantInn en? nicHt s cHon w ieder 20 08 seite 03 Roh toff spekula tionen fe iern ein unerwü nschtes Comeba ck finanzM arktreg uLierun g seite 04 Kann all es beim Alten b leiben? e ropea ns for f inancia L reforM se ite 06 Eine Zw ischenb ilanz ak für pr Vatis i rungs stopp seite 06 ne e pa uscHaL ierungs Ver rd nung s eite 07 Größere Agrarbe triebe w erden reich be schenkt! ak stud ie seite 08 Die Besc häftigun gswirku ng von I nnovatio nen VorLäu figes en de der seite 09 diskuss ion uM die steu erLicHe förder ung Vo n forsc Hung u nd entwic kLung offenLe gungsp fLicHt V on seite 10 JaHresa bscHLüs sen Theorie und gele bte Unte rnehme nspraxis die n u e eguL ierungs beHörd e seite 11 für den stroM - und ga sbereic H LiberaL isierun g der seite 12 postdie nste Mi t 1.1.201 1 tankst eLLen seite 13 Nur eine Preiserh öhung p ro Tag e rlaubt i halt Wirtsch aft politi k – Stan dpunkte . Meinun g, Positio n, Überz eugung. W as es damit au f sich hat ? Wir – d as i t die Abteilun g Wirtsc haftspoli tik in der Wie- ner Arbe iterkamm r – arbe ite an A spekten der Stan dortpoli tik, des W irt- scha tsre chts, der Regulier ung dive rser Bra nchen un d an allg emeinen wirt- schaf spo litischen Frageste llungen. D a ei verf olgen wi r das Zie l, die Situ ation der Besc häftigten zu verbe ssern un d Konsu mentInn enrechte durchzu setzen. Das ist a uc der Standpun kt, von d em aus wir uns dem wir tschaftsp oliti- schen G eschehe n annäh ern und in dem Newsle tter, des sen erst e Ausga- be Sie g eradevor sich hab n, davon berichte n wollen . Wirtsch aftspoliti k – Standpun kte wird in Zuku nft am E nde jede s Quarta ls ersche inen und per E-Mail ve rsandt. W er wi l, k ann sich jederze it auf de r Homep age der A rbei- terkamm er Wien in den V erteiler aufnehm en lassen . Eröffnet wird di ese erst e Ausga be von Helene Schuber th, die i n einem Gastarti k l de p olitische n Folgen der kris enbedin gten Staa tsversch uldung nachgeh t. Außer dem bes chäftige wir uns mit der wieder aufgeflam mten De atte um Spe kulation en auf N ahrungsm ittel und Öl und der eur opäi- schen Fi nanzmar ktr gulie rung. Au fhorchen ließ die Wiener Börse, indem sie eine neue gro ße Priva tisierung swelle fo rderte u nd gleich die pass ende Studi d azu mitli efer e. E rwähnen swert fa nden wir zudem d ie Umstr uktu- rierung der E-C ontrol, d ie Bilanz offenlegu ngsmora l der Un ternehm en, die vollständ ige Libe ralisieru ng des P ostmark tes, die jüngsten Entwick lungen in de st euerlich en Forsc hungsför derung u nd einige s mehr. In diesem Sinne fr euen wir uns übe r unser E rstlingsw erk und auf die v ielen Ausgabe n, die no ch folgen werden . Die Reda ktion editori a Wirtschaft spolitik – S tandpunkt e. 02 | 2011 . seite 1 von 14 wi tsc aft spolitik – standpu nkte 02|20 11 impreSSu m Herausge berin und Medienin Haberin: Kammer fü r Arbeiter und Anges tellte für W ien, 1040 Wien , Prinz Eug en Straße 20-22 redaktio n: Maria Ma ltschnig u nd Susann e Wixforth Layout u nd satz: Julia Kold a VerLags- und Hers teLLungs ort: Wien erscHein ungsweis e: 4 mal jäh rlich kostenLo se besteL Lung unt er: http://w ien.arbeite rkammer. at/newsle tter MeHr we ttbewer b iM seite 02 gLobaLe finanzse ktor? Hat de e urorauM eine zuku nft? se ite 04 europa seite 06 – FAlSCh VERSTAND EN der aufs cHwung koMMt seite 07 (zunäcHs t) nur ob en an priVatisie rungen seite 08 EIN VERlU STGESChä FT ideoLogie frei? seite 09 ak studie : seite 10 AGRAREIN KOMMEN IN ÖSTER REICh UN D IN DER EU ROPäISCh EN UNION der nacH HaLtigkei tsscHMä H seite 12 Mit de g rü en ar beitspLät zen ökostro Mges tz neu seite 14 NUR MIT D EN KONSU MENTiNN EN UND NICh T GEGEN SIE niederLas sungsfre iHeit seite 15 der unte rneHMen : EU-KOMM ISSION W Ill EINhE IT VON SA TZUNGS- UND VERW AlTUNGSS ITZ KIPPEN bucHbesp recHung: seite 17 POSTWAC hSTUMSG ESEllSCh AFT – KONZEP TE FüR DI E ZUKUNF T i h lt Die Manag ergehälter befinden si ch wieder auf dem Vo rkrisennive au, währen d die Beschä ftigten der österreich ischen Leit betriebe n ichts vom Aufschwun g spür . W ie es um d ie Zukunft des Euro steht, wird heftig disk utiert. Die Wirtschaft skrise mut ierte zur K rise der öff entlichen H aushalte – ein willkom - mener Anl ass für man che, eine n eue Privati sierung we l e zu forde rn. Nach der Krise ist v or der Kri se – Der E i ruck ve rfestigt sic h, wenn m an die aktu lle wirtschaft spolitische Debatte v erfolgt. Die ser Umstan d muss sich ändern, we nn es nach den Auto rInnen die ser Ausgab e geht, die auch gleic h konkrete L ösungen m itliefern. „ Too big to fail“ muss Geschicht e sein. Das meint etwa EBRD-Dir ektor Kurt Bayer in s ein m Gas tartik l. Er fordert ein e merkliche V erkleinerun g des Finan zsektors u nd einen M echanismu s, mit des- sen Hilfe m arode Ban ken abgew ickelt w rd en können , ohne die Realwirt- schaft zu g efährde . N achdrücklic h eingefor dert wird von den A utorInnen auch die g esellschaftl iche Veran twortung vo Unter nehm . S ie sollen G e- winne inve stieren, Ar beitsplätze sichern u nd ausbau en. Dass d ie Interess en der Gesell schafterInn en von Un ternehmen ultimative n Vorrang h aben, ist ei n gescheitert es Paradigm a. Ebenso d ie Privatisie rung von ö ffentlichem Eigentum, die zur Bu dgetsanieru ng völlig u ngeeignet ist und die Versorgun gssicherhe it der Bevölk erung gefäh rdet. Brisant ist auch die m omentane Auseinand ersetzung u m die Ener gie- und Um - weltpolitik . Bei den Ve rhandlunge n um das n eue Ökost romgesetz wurden d ie Interessen sgegensätz e der Bete iligten beso nders off sichtlich. U nd was ha t es eigentlic h mit den „ Green Jobs “ auf sich? Eine spa n ende Lektü re wünsch t D ie Redaktio n ditori l Wirtschaftspo litik – Standpu nkte. 03 | 2011 . seite 1 von 24 wir schaftspo litik – s a dpunk te 03|2011 impreSSum Herausgebe rin und Med ieninHaberin : Kammer für A rbeiter und A ngestellte für Wien, 1040 Wien, Pr inz Eugen Stra ße 20-22 redaktion: M aria Maltschn ig und Susan ne Wixforth Layout und satz: Julia Kol da VerLags- un d HersteLLu ngsort: Wien erscHeinung sweise: 4 ma l jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeite rkammer.at/n ewsletter poLarisierun g der seite 02 einkoMMens VerteiLung STRUKTUREl lE URSAChE DER KRISE ezb iM diens te der bank en, eite 03 nicHt der st aaten neue europä iscHe seite 06 finanzarcHi tektur – EINE GlEIChUNG M IT NOCh (ZU) VIE lEN UNBEKAN NTEN? eins und ein s ist zwei seite 08 die wäHrun gsunion ist seite 09 reforMiert – IST SIE DAS? reguLierung der finanzM ärkte s eite 11 in den usa u nd der eu – A llES PAlETTI ? oecd Länder prüfbericHt seite 13 österreicH – EINE KRI ISC hE WüRDIGU NG nacHHaLtig wirtscHaft en, seite 14 aber wie? ökostroMg esetz 2012 seite 16 die neue ene rgieeffizien zricHtLinie seite 17 EIN VORSChl AG DER EU K OMMISSION die scHeinaL ternatiVe seite 19 „biokraftst offe“ bescHäftigt in der seite 21 forscH n ( sabteiLung) eines unterneHMe ns – EIN BENE IDENSWERTE R JOB? eu-grünbuc H zu corp r ate seite 22 goVernance – AK FORDERT VERBINDlICh EN MASSNAhME NKATAlOG das neue seite 23 teLekoMMu nikationsge setz inh lt Die Finanz-, W irtschafts-, Sch ulden-, Umw lt-, Arbeitsmar kt- bzw die gl obale Kris beschäft igt uns nach w ie vor. Und es scheint der P olitik nicht zu gelin- gen, Europa in einem absehb aren Zeitraum aus dieser mu l iplen Krise h eraus zu führen. Folg t man den Au torInnen diese r Ausgabe vo Wirtschaftspo litik- Standpunkte, l iegt das an ver fehlten Konze pten und – vo r allem bei de r Neu- ordnung der F inanzmärkte u nd der Stabilis ierung des Eu ro – an mange lnder Ambition. Der Ökonom Eng elbert Stockha mmer beleg , dass die gestie gene Ungleichverte ilung von Eink ommen und V ermögen ursä chlich für die Krise verantwortlich war und eine ausgewogene Verteilung nic ht Luxus sond ern Voraussetzung für ein stabile s Wachstumsr egime ist. And ere AutorInne n wid- men sich den aktuellen Maß nahmen zur S tabilisierung d es Euro, dem OECD Länderbericht und der Deba tte um nachha ltiges Wirtscha ften. Auch in spezi fischeren Polit ikbereichen ha t sich einiges getan. Nach la ngem hin und her w urde die Nove lle des Ökostr omg setzes au f Schiene gebr acht und ein neues Telekommuni kationsgesetz im Ministerrat verabschiede t. Die Europäische K ommission leg te ein Grünbu ch zur Corpor ate Governanc e vor, das sich vor a llem um die I nteressen der AktionärInne n dreht. Was die AK Wien von all dem hält und was uns die B eschäftigten im Forschungsbe reich über ihre Arbe itszufriedenhe it mitgeteilt ha ben, erfahren Sie hier. Eine aufschlus sreiche Lektür e wünscht Die Redaktion e itorial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 04 | 20 11. seite 1 von 15 wirt c aftspolitik – stan p nkte 04|2 011 impreSSum Herausgeberin un d MedieninHaberin : Kammer für Arbeiter und Angestellte für W ien, 1040 Wien, Prinz Eug en Straße 20-22 redaktion: Maria M altschnig und Susan ne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und Hers teLLungsort: Wien erscHeinungswei se: 4 mal jährlich kostenLose beste LLung unter: http:/ /wien.arbeiterkamm er.at/newsletter scHuLd nbreMse in der Verfassung seite 02 BudgetpolitiSche SpielräuMe Scha ffen Statt auSBreMSen ! „wage Moderatio n“ seit 04 die lohnpolitiSch e oBSeSSion der e u die wirkungsweis e st uerLicHer seite 06 forscHungsförde rung Mifid und Mad seite 08 SynonyMe für de n auSWeg auS de r finanzKriSe? eu-urHeberrecHt seite 09 SchutzfriSten fü r MuSiKaufnahM en nun doch verlängert diVersität Muss p fLicHt s in! seite 11 scHutz Vor Übern aHMen fÜr seite 12 unterneHMen der sicH rHeits- und daseinsVorsorge waruM gut Verdi enende seite 13 Landwirte/innen keine einkoMMensteuer zaHLen die scHweLLenwe rteVerordnung seite 14 vergaBerecht alS vehiKel zur KonJunKturanKu rBelung inhalt Die Eskalation der K rise der Eurozone is t mittlerweile in Ös terreich an- gelangt. Weil Moody’ s Österreich und Sta ndard & Poor’s der g esamten Eu- rozon mit einem D ownrating drohte, be schloss der National rat mit den Stimme d r Regieru ngsparteien eine Sch uldenbrems einzufü hren, die ein strukturell s Defizit vorsieht. Warum w ir fi den, d ss diese s Instrument nicht ge ignet ist, de n Euro zu retten und wirtschaf spolitisch ein schwerer Fehler ist, beschreibt Georg Feigl in seine m Artikel. Johannes S chweighofer argumentiert, dass di e Überschussländer in der EU schleunigs t angemesse- ne Lohnabschlüsse b rauchen, die sich an der Benya-Formel or ientieren. Er skizziert, welche Feh ler dahingehend in d er Europäischen Deb atte began- gen werden. Um die Krisenanfälligkeit de s Wirtschaftssystems in Zukunft inzudämmen ist eine merkbare Kontrolle der Finanzmärkte u nerlässlich. Aktuell Richtlinienv orschläge der Europ äischen Kommission geben wenig Hoffnung, dass dies passieren wird, argu me ti ren Susa ne W ixforth und Judith Vorbach. Auch strukturpolitisc h hat sich in den letzt en Monaten wieder e iniges getan: Ein Rechtsgutachten für die Arbeiterkamm er Wien bestätigt die Verfassungs- widrigkeit der umfa ssenden Vollpauscha lierung von Agrarbe trieben, Über- nahmen von Versorg u gsunternehmen w urden erschwert un d die Debatte um Frauenquoten in Aufsichtsräten ka ein – wenn auch kle ines – Stück voran. Besonders ans Herz legen öchten ir Ihnen den Artike l von Andre- as Schibany, der eindr ucksvoll argumentier t, warum die jetzige A usgestaltung der steuerlichen For schungsförderung all es andere als zielführ end ist. Eine spannende Lektü re und erholsame Fei ertage wünscht Die Redaktion ditorial Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 01 | 20 12. seite 1 von 16 i tsch ftspolitik – sta dpunkte 01|2012 impreSSum | offenlegung gem § 25 m edieng Herausgeberin und MedieninHaber in: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Straße 20 – 22 redaktion: Maria Maltschnig und Susanne Wixforth Layout und satz: Julia Kolda VerLags- und HersteLLungsort: Wie n erscHeinungsweise: 4 mal jährlich kostenLose besteLLung unter: http:/ /wien.arbeiterkammer.at/newsletter bLattLinie: Die Meinungen der AutorInnen . inhalt All s dreht sich ums Sparen, zumindest w enn man d wirtschaftspolitischen Diskur der vergangenen Monate verfolgt. S omit komm n auch wir nicht umhin, in dieser Ausgabe wieder einen besondere n Fokus auf die Folgen der Schul- d nhysterie zu legen. Christa Schlager nim mt das Österreichische Konsolidie- rungspaket unter die Lupe und liefert gleic h Prognosen über die gesamtwirt- schaftlichen Auswirkungen desselben mit. M arkus Marterbauer warnt vor der EU-weiten Schrumpfkur im öffentlichen Se ktor, die ein „verlorenes Jahrzehnt“ mit sich bri ge könnte und hält ein Plädoy er für den sozialen Fortschritt. Dass Österreich bei seiner Schuldenbremse aus gerechnet das deutsche Modell als Vorbild nimmt, sorgt für Kopfschütteln bei dem Düsseldorfer Ökonom Achim Truger, der in einem Gastartikel die ausgep rägten Schwächen dieses Korsetts eindrucksvoll darlegt. Auf EU Ebene tat sich auch abseits des S par-Wahns einiges. Die Macht der Ratingagenturen soll zurückgedrängt werd en, es gibt ne e Vergaberichtlinien und die Art und Weise wie das Spanungsf eld zwischen Daseinsvorsorge und Beihilfenr cht gesehen wird, hat sich veränd ert. Außerdem ist das Match um das umstrittene „Anti-Piraterie-Abkommen“ AC TA noch lange nicht entschieden. Wer sich in letzter Zeit in Wien um Mietw ohnungen umgeschaut hat, dem ist die Lust auf einen Umzug ob d r massiv ges tiegenen Preise gründlich vergangen. Die ImmobilienbesitzerInn n schieben die Schuld auf hohe Gebühren, die AK kommt zu einem anderen Schluss: Es sind sc hlicht und einfach die Nettomieten, die die Wohnungskosten in die Höhe trei ben, wie eine kürzlich erschienene Studie belegt. Nach wie vor trist schaut es in den Führungsetagen der großen Unternehmen für Frauen aus. Die Verspre chungen s itens der Industrie sich um einen höheren Frauenanteil im Managem ent zu bem hen, sind offensichtlich reine Lippenbekenntnisse. Wir fordern desh alb: Her mit der Quote! Die Redaktion editorial Wirtschaftspolitik wie österreicH spart seit 02 soziaLer fortscHritt statt seite 04 deMontage des soziaLst ates KoMMentar von MarKuS MarterBa uer die deutscHe scHuLdenbreMse seite 05 ein leuchtendeS vorBild für ÖSte rreich und europa? brandpunkt ratingagenturen seite 07 iM europäiSchen parlaM nt Begin nt die heiSSe phaSe strukturpolitik ak frauen. seite 08 ManageMent.report 2012 frauen Sind SoWohl in den vorSt änden alS auch in den aufSichtSräten Weite rhin die auSnahMe neue strafbestiMMungen seite 09 zeigen wirkung 90% der groSSen KapitalgeSellSc haften haBen 2011 friStgerecht den Jahre SaBSchluSS offengelegt acta seite 10 uMStritteneS antipiraterie-aBKoM Men Mit folgen? priVatMieten steigen doppeLt so seite 12 stark wie einkoMMen und infLatio n wie VieL beiHiLfenrecHt seite 13 Verträgt die daseinsVorsorge? reVision der eu-VergaberegeLn seite 15 105 – Q+4 Q1 2008 Q1 1980 Q1 1992 Q4 1973 Q+8 Q+12 Q+16 Q+20 Q+24 Q+28 100 – 95 – 90 – 85 – 80 – Index: Höchststand vor der Krise =100 Quellen: Eurostat und EZB­Berechnungen