Bestellen! Unter http://wien.arbeiterkammer.at/ infobrief-bestellen können Sie den EU-Infobrief kostenlos bestellen. Imp res sum : He rau sge ber un d M edie nin hab er: Kam mer für Arbe iter und Ang este llte für W ien, 104 0 W ien, Prin z Eu gen Str asse 20- 22 • Red akt ion : Eli sabe th B eer, Éva Des sew ffy, Luka s Ob ernd orfe r, Ir is S trut zma nn N orbe rt Te mpl , Va lent in W edl • Ko nta kt: Luk as O bern dorf er ( luka s.ob ernd orfe r@a kwie n.at ) La you t un d S atz: Juli a St ern • Ve rlag s- u nd Her stel lun gso rt: W ien • Ers che inu ngs wei se: zwe imo natl ich • Kos ten lose Be stel lun g u nte r: h ttp: //wi en.a rbei terk amm er.a t/eu info brie f Edit oria l Lieb e Le seri n! L iebe r Le ser! Vor Ihne n lie gt d opp elt N eue s. Dur ch p rofe ssio nelle s La you t ersc hein en w ir in neu em Gew and . Auc h in halt lich hab en w ir un s bem üht, die inte rnat iona len Bren n- pun kte durc h ne ue F orm ate bess er zu f oku ssie ren: Lan gbe iträg e al s Rau m fü r gr und lege nde Ana lyse n. Dam it st arte n M arku s Ma rter bau er und Luk as O bern dorf er. E rste rer zeig t au f, da ss s imu ltan es K on- solid iere n di e EU in d en n ächs ten Abs chw ung füh ren kön nte. Zw eite rer setz t sic h m it de m M onti -Ber icht – dem Ver such ein es n eue n Ko nsen ses für e ine ang ebo tseit ige Binn en- mar ktpo litik – au sein and er. P rodu k- tion von Kon sens und Dis sens dar in spie len Büc her eine wic htig e Ro lle. Dah er e röffn en w ir m it zw ei R ezen si- one n ei ne n eue Rub rik: Die Buc hbe - spre chun g. D ie b ekan nten Stä rken unse rer Z eitsc hrift ble iben erh al- ten: akt uelle The men info rma tiv & präg nan t au fber eite t. D as z eige n Elisa beth Bee r, N orbe rt Te mpl , Iri s Stru tzm ann , Wa lter Sau er & Sus an Leat her mit ihre n Be iträg en z u Inve stiti onss chut zabk omm en, Wac hstu msh inde rnis sen, Han dels - polit ik (E U – Kan ada ) un d HI V/A ids. Ebe nso setz t Cla udia Sch ürz unse ren Chin a-Sc hwe rpun kt fo rt. D iesm al: Wan dera rbei terI nne n. Ihr AK R eda ktio nste am Seit Be ginn der Fin anz - un d W irts cha ftsk rise ist es der EU gel ung en, durc h pr agm atis che Notf allm aßn ahm en d as Ban ken syst em, die Kon junk tur und den Ma rkt f ür S taat ssch uld- vers chre ibun gen zu stab ilisie ren, jed och sind die gru ndle gen den Prob lem e ni cht bew ältig t. Euro pas Wirt scha ft An eine r en tsch eide nde n Weg gab elun g Die weit ere Kon junk ture ntw icklu ng hän gt d avo n a b, o b d ie v on Asie n ausg ehe nde n A uftr iebs kräf te ode r die Däm pfun g d urch die sim ulta ne Bud getk onso lidie rung in d er E U st är- ker wirk en. Die Bew ältig ung der ho- hen Sta atss chu lden ble ibt ein zent - rale s Th ema , für des sen Bew ältig ung unk onv enti one lle A nsät ze n otw end ig sind . EU- Wir tsch afts poli tik sch afft Sta bilis ieru ng n Die wir tsch aftli che Kris e h at i n d er E urop äisc hen Un i- on i n de n le tzte n W oche n ih r dr ittes Stad ium err eich t: n D ie K rise gin g z unä chst in den Jahr en 200 7 u nd 200 8 v on den Fina nzm ärkt en und Ba nke n a us, das welt weit e F inan zsys tem ge - riet meh rma ls a n d en Ran d d es Zus amm enb ruch s. n D adu rch wur de von Mi tte 200 8 bis Mitt e 20 09 e in ti efer Ein bruc h der Rea lwir tsch aft ausg elös t. D as Brut toin land spro duk t g ing 200 9 real um 4,2 % z urüc k, d ie s aiso n- bere inig te Z ahl der Arbe itslo sen stie g v om Tief stan d im Frü hjah r 200 8 bi s Ma i 20 10 v on 1 6 M io a uf 23 M io. n A ls F olge des du rch den finan z- und rea lwir tsch aftli chen Ein bruc h ents tand ene n A usfa lls an Steu - erei nna hme n u nd der zusä tzli- chen Sta atsa usg abe n en twic kelt e sich ab de m F rühj ahr 201 0 e ine Staa tssc huld enk rise . Die EU- Polit ik h at d ie K rise nzei chen in a llen dre i St adie n sp ät e rkan nt, sie hat – be ding t du rch lang wier ige Ents chei dun gsp roze sse, vo r a llem abe r ge präg t du rch ein neo libe rale s Welt bild, das den Mä rkte n Ef fizie nz zusp rich t un d st aatl iche Ein griff e fü r falsc h hä lt – mit Zög ern und Zau dern reag iert. De nno ch i st e s sc hlie ßlich in j ede m S tadi um der Kris e g elun - gen , du rch Notf allm aßn ahm en eine Stab ilisie rung zu erre iche n: Euro pas Wirt scha ft 1 Die fakt isch e M acht mul tina tion aler Unt erne hme n 6 Wac hstu msh emm niss e 9 Ana lyse des Mo nti-B eric hts 10 EU- Kan ada Abk omm en 15 Chin a – Illeg ale im e igen en L and 17 HIV /Aid s 18 Krit ik d es K apit alism us 20 Die euro päis che Cha nce 21 eu& inter natio nal info brie f Aus gab e 3 | Ju ni 2 010 Aus dem Inh alt Imp res sum: H erausge ber/Me dieninh aber: K ammer für Arb eiter un d Ange stellte Wien, 1 040 Wi en, Prin z Euge n Stras se 20– 22 • Redakti on: Elis abeth B eer, Tho mas De lapina, Éva Des sewffy, Frank E y, Lukas Obernd orfer, O liver Pra usmülle r, Nikola i Souku p, Norb ert Templ, Alice Wa gner, Va lentin W edl • Ko ntakt: L ukas Ob erndorf er, Norb ert Tem pl, Alice Wagne r • Layo ut/Satz : Julia S tern • V erlags- und Herstel lungsor t: Wien • Ersch einungs weise: 5 mal jä hrlich • Kostenl ose Bes tellung unter: h ttp://wie n.arbeit erkamm er.at/eu infobrief Editoria l Liebe Le serin! Lieber L eser! Die Polit ik des e isernen Sparens hat zu fo lge schw eren Ver wer- fungen i nsbeson dere in d en Kri- senlände rn Süde uropas g eführt. Ruth Sim sa skizz iert, wie sich die Lebensb edingun gen in S panien verschle chtert h aben. Ü ber die schw ierigen V erhandlu ngen, die die g riec isch e Regier ungs- partei S yriza mi t der EU -Troika führen m uss, info rmiert L ukas Oberndo rf r. Mic hael Mes ch beschäft igt sich mit der Lohn- politik in der Kris e, die zu einer Demont age der Tarifauto nomie der Kolle ktivvertr agspartn erInnen geführt hat. Eine n Ei blic k zu den Praktike n der St eueroas en, die ine steu erschon ende Be hand- lung von Untern hmensg ewin- nen und Vermög en ermö glichen, gibt Ger traud Lu nzer. Fr ank Ey schildert , wie s um die T rans- pa enz b eim Lob bying au f EU- Ebene b estellt is t. Elisab eth Beer berichte t über d ie letzte n Ent- wicklung en zu In vestition sschutz und Inve stor-Sta at-Streit bei- legungs mechan ismus im EU- USA-Ha ndelsabk ommen TTIP. Die Kam pagne N o2ISDS setzt dazu ne ue Aktiv itäten. Ihre Red aktion Spanien ist von einer g raviere nden ök onomis chen, s ozialen und pol tischen Krise b etroffen . Zum T eil ist di es Folge der euro päischen Politik. Die zune hmende Orientie rung an Wirt- schaftsin teressen s att an sozialen Standar ds, die U nterordn ung des Gemeinw ohls unt er indivi duelle In teressen , die Ind ividualis ierung von Gew innen un d Kollek tivierung von Ris iken der Finanzm ärkte führen z u wachs ender U ngleichv erteilung und Exk lusion. Ruth Simsa Spanien Überleb n in d r Krise m it Hilfe sozialer Netzwe k Folgen s ind in vi elen Län dern Pol itik- verdross enheit o der ei Zulauf d er Krisenve rlierer z u natio nalistisc hen und rec htspopu listische n Ström un- gen. In Spanien dagege n kam e s in Folge ein er breite n Protes tbewegu ng zu eine r Stärk ung de r Zivilg esell- schaft, d es politi schen E ngagem ents und der Solidar ität. Inf olge der Be- wegung wurden neue P art ien ge- gründet , die ho he Erfol gsaussic hten bei den nächsten Wahlen haben. 1 Hinterg ründe: die Wi rtschaft s- krise u nd ihre Folgen n Die Fi- nanzkris e und d urch sie verursa chte Liquiditä tsengpä sse von Banken tra- fen Spa nien na ch inem Jahrzeh nt des Bau booms, der dur ch lock ere Kreditve rgabe u nd nied rige Zin sen verursac ht und d urch Sp ekulatio nen verstärk t worde n war. B is dahin er- lebte Sp anien go dene Jah re und d en Aufstieg zur fün ftgrößte n Volksw irt- schaft E uropas. Spanien hatte vor der Fina nzkrise eine mi t 39,4 % im Jahr 200 8 deutlic h niedrig ere Staa ts- verschu ldung a ls etwa Österr eich (68,5 % ), war aber u. a. aufg rund des hyp ertrophe n Bause ktors be son- d rs ver wundba r. Mit de r Finanz kri- se platz te die I mmobili enblase. Der Staat fi ng die von Kr editausf ällen betroffe nen Ba nken au f, versc hul- dete sic h stark, Untern ehmen gin- gen in K onkurs, die Arbe itslosigk eit stieg. D ie Staat sverschu ldung s tieg bis 2014 auf ges chätzte 98,1 % 2 eu& internati onal infobrief Ausgabe 2 | Mai 2015 IS SN 2 40 9- 02 8X Aus dem Inhalt » Spanien – Überl eben in der Kris e 1 Steuerfl ucht un d Steue roasen 5 Lohnpol itische D iktate de r Troika 9 Transpa renzregi ster: Lo bbying- praktike n auf EU -Ebene 11 Investiti onsschu tz: Nein zu ISDS 14 Griechen land: Ko mpromis s in letzte r Minute ? 17 Buchbes prechun g 22 I pressum: Herausgeber und Medieninhaber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Strasse 20-22 • Redaktion: Elisabeth Beer, Éva Dessewffy, Lukas Oberndorfer, Iris Strutzmann Norbert Templ, Valentin Wedl • Kontakt: Lukas Oberndorfer (lukas.oberndorfer@akwien.at) Layout und Satz: Julia Stern • Verlags- und Herstellungsort: Wien • Erscheinungsweise: zweimonatlich • Kostenlose Bestellung unter: http://wien.arbeiterkammer.at/euinfobrief Editorial Liebe Les rin! Lieber Leser! Vor Ihnen liegt doppelt Neues. Durch professionelles Layout erscheinen wir in neuem Gewand. Auch inhaltlich haben wir uns bemüht, die i ternationalen Brenn- punkte durch neue Formate besser zu fokussi ren: Langbeiträge als Raum für grundlegen e Analysen. Damit starten Markus Marterbauer und Lukas Oberndorfer. Ersterer zeigt auf, dass simultanes Kon- solidieren die EU in de nächsten Abschwung führe könnte. Zweiterer setzt sich mit dem Monti-Bericht – dem Versuch eines neuen Konsen es für eine angebotseitige Binnen- marktpolitik – auseinander. Produk- tion von Konsens und Dissens darin spielen Bücher ine wichtig Roll . Daher eröffnen wir mi zwei Rezensi- onen eine neue Rubrik: Die Buc be- sprechung. Di beka nten Stärken unserer Zeitschrift bleiben erhal- t n: aktuelle Themen informativ & prägnant aufbereitet. Das zeigen Elisabeth Beer, Norbert Templ, Iris Strutzmann, Walter Sauer & Susa Leather mit ihren Beiträgen zu Investitionsschutzabkommen, W chs umshindernissen, Handels- politik (EU – Kanada) und HIV/Aids. Ebenso setzt Claudia Schürz unseren China-Schwerpunkt fort. Diesmal: WanderarbeiterInnen. Ihr AK Redaktionsteam S it Beginn d r Finanz- und Wirtschaftskrise ist es de EU gelungen, durch pragmatisch Notfallmaßnahmen das Banken system, di Konjunktur u d den Markt für Staatsschuld- verschreibungen zu stabilisieren, jedo h sind die grundlegenden Probleme nicht bewältigt. Europas Wirtschaft An einer entscheidenden Weggabelung Die w itere Konjunkturentwicklung hängt davon ab, ob die von Asien ausgehenden Auftriebskräfte oder die Dämpfung durch die simultane Budgetko solidierung in der EU stär- ker wirken. Die Bewältigung der ho- hen Staatsschulden bleibt ein zent- rales Th ma, für dessen B wältigung unko ventionelle An ätze notwendig sind. EU-Wir schaftspolitik schafft Stabilisi ru g n Die wirtschaftliche Krise at in der Europäisch n Uni- on in den letzten Wochen ihr drittes Stadium erreicht: n Die Krise ging zunächst in d n Jahren 2007 und 2008 vo d n Finanzmärkten und Banken us, das weltweite Finanzsystem ge- riet mehrmals an den Rand des Zusamm nbruchs. n Dadurch wurde von Mitte 2008 bis Mitt 2009 ein tiefer Einbruch der Realwirtschaft ausgelöst. Das Bruttoinlandsprodukt ging 2009 real um 4,2% zurück, die saison- bereinigte Zahl der Arbeitslosen stieg vom Tiefstand im Frühjahr 2008 bis Mai 2010 von 16 Mio auf 23 Mio. n Als Folge des durch den finanz- und realwirtschaftlichen Einbruch ntstandenen Ausfalls an Steu- ereinnahmen und der zusätzli- chen Staatsausgaben entwickelte sich ab dem Frühjahr 2010 eine Staatsschuldenkrise. Die EU-Politik hat die Krisenzeichen in allen drei Stadien spät erkannt, sie hat – bedingt durch langwierige Entscheidungsprozesse, vor allem aber geprägt durch ein neoliberales Weltbild, das den Märkten Effizienz zuspricht und staatliche Eingriffe für falsch hält – mit Zögern und Zaudern reagiert. D nnoch ist es schließlich in jedem Stadium der Krise gelun- gen, durch Notfallmaßnahmen eine Stabilisierung zu erreichen: Europas Wirtschaft 1 Die faktische Macht multinationaler Unternehmen 6 Wachstumshemmnisse 9 Analyse des Monti-Berichts 10 EU-Kanada Abkommen 15 China – Illegale im eigenen Land 17 HIV/Aids 18 Kritik des Kapitalismus 20 Die europäische Chance 21 eu& internationalinfobrief Ausgabe 3 | Juni 2010 Aus dem Inhalt Impressum: Herausgeber und Medieninhaber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Strasse 20-22 • Redaktion: Elisabeth Beer, Éva Dessewffy, Lukas Oberndorfer, Iris Strutzmann Norbert Templ, Valentin Wedl • Kontakt: Lukas Oberndorfer (lukas.oberndorfer@akwien.at) Layout und Satz: Julia Stern • Verlags- und Herstellungsort: Wien • Erscheinungsweise: zweimonatlich • Kostenlose Bestellung unter: http://wien.arbeiterkammer.at/euinfobrief Editorial Liebe Leserin! Lieber Leser!Vor Ihnen liegt doppelt Neues. Durch profession lles Layout erscheinen wir in neuem Gewand. Auch inhaltlich hab wir uns bemüht, die internatio alen Brenn- punkte durch neue Formate besser zu fokussieren: Langbeiträge als Raum für grundlegende Analysen. D mit starten Markus Marterbauer und Lukas Oberndorfer. Ersterer zeigt auf, dass s multanes Kon- solidieren die EU in den nächsten Abschwung führen könnte. Zweiterer setzt sich mit dem Monti-Bericht – dem Versuch eines neue Konsenses für eine angebotseitige Binnen- marktpolitik – auseinander. Produk- tion von Konsens und Dissens darin spielen Bücher eine wichtige Rolle. Daher eröffnen wir mit zwei Rezensi- onen ei e neue Rubrik: Die Buchbe- sprechung. Die bekannt Stärken unserer Zeitschrift bleiben erhal- ten: aktuelle Themen informativ & prägnan aufbereitet. Das zeigen Elisabeth Be r, Norbert T mpl, Iris Strutzmann, Walter Sauer & Susan Leather mit ihren Beiträgen zu Investitionsschutzabkommen, Wachstumshindernissen, H ndels- politik (EU – Kanada) und HIV/Aids. Ebenso setzt Clau ia Schürz unseren China-Schwerpunkt fort. Dies al: WanderarbeiterInnen. Ihr AK Redaktionsteam Seit Begi n der Finanz- und Wir schaftskrise ist es der EU gelungen, durch pragmatisc e Notfallmaßn men das Banken system, die Konjunktur und d n Markt für Staatsschuld- verschreibungen zu stabilisieren, jedoch sind die grundlegenden Pr bleme nicht bewältigt. Europas Wirtschaft A i er entsch idenden W ggabelung Die weitere Konjunkturentwicklung hängt d von ab, ob die von Asie ausgehenden Auftriebskräfte oder die Dämpfung durch die simultane Budgetkonsolidierung in der EU stär- ker wirken. Die Bewältigung der o- hen Staatsschulden bleibt ein zent- rales Thema, für dessen Bewältigung nkonventionelle Ansätze notwendig sind. EU-Wirtschaftspolitik schafft Stabilisierung n Die wirtschaftliche hat in der Europäi chen Uni- o in den letzten Wochen ihr drittes Stadium erreicht: n Die Krise ging zunächst in den Jahren 2007 und 2008 von den Finanzmärkten und Banken aus, das weltw ite Finanzsystem ge- rie ehrmals n den Rand des Zus mmenbruchs. n Dadurch wurde von Mitt 2008 bis Mitte 2009 ein iefer Einbruch der R alwirtschaft ausgelöst. Das Bruttoinlandsprod kt ging 2009 real um 4,2% zurück, die saison- bereinigte Zahl der Arbeitslosen stieg vom Tiefstand im Frühjahr 2008 bis Mai 201 von 16 Mio auf 23 Mio. n Als Folge des durch den finanz- und realwirtschaftlichen Einbruch ents ndenen Ausfalls an Steu- erei nahmen und der zusätzli- chen Staatsausgaben entwickelte sich ab dem Frühjahr 2010 eine Staatsschuldenkrise. Die EU-Politik hat die Krisenzeichen in allen drei Stadien spät erkannt, sie hat – bedingt durch langwierige Entscheidungsprozesse, vor allem aber geprägt durch ein neoliberales Weltbild, das den Märkten Effizienz zuspricht und staatliche Eingriffe für falsch häl – mit Zögern und Zaudern reagiert. Dennoch ist es schließlich in jedem Stadium der Krise gelun- gen, durch Notfallmaßnahmen eine Stabilisierung zu erreichen: Europas Wirtschaft 1 Die faktische Macht multinationaler Unternehmen 6 Wachstumshemmnisse 9 Analyse des Monti-Berichts 10 EU-Kanada Abkommen 15 China – Illegale im eigenen Land 17 HIV/Aids 18 Kritik des Kapitalismus 20 Die europäische Chance 21 eu& international i fobri f Ausgabe 3 | Juni 2010 Aus dem Inhalt Imp ressum: Herausgeber und Medieninhaber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Strasse 20-22 • Redaktion: Elisabeth Beer, Éva Dessewffy, Lukas Oberndorfer, Oliver Prausmüller, Norbert Templ, Alice Wagner, Valentin Wedl • Kontakt: Lukas Oberndorfer, Norbert Templ, Alice Wagner • Layout und Satz: Julia Stern • Verlags- und Herstellungsort: Wien • Erschei- nungsweise: 5 mal jährlich • Kostenlose Bestellung unter: http://wien.arbeiterkammer.at/euinfobrief Editori l Lieb Leserin! Lieber Leser! Noch einmal vor der Somm r pause widmen wir uns den aktuellen Brennpunkten der europäi chen Poli ik: P. Ebe hardt skizziert die Einflussnahme der Wir schafts- lobbys auf die Verhandlung des EU-Indien Freihandelsabkommens. L. Oberndorfer, N. Templ und C. Schlager greifen in ihren Analyse noch einmal neu Aspekte des viel diskutiert n Economic Government- Pakets auf, ergänzt um e nen kritischen Blick auf die Aust ri- tätsprogramme quer durch Europa (G. Feigl), auf die sprunghaften Preisanstiege an den Rohstoffbör- sen (M. Maltschnig) sowie Aktuel- lem zur Finanztra saktionssteuer (V. Wedl). Das Ende er ungari- schen EU Präsidentschaft nimmt K. Lachmayer zum Anlass eine g naueren Blick über die Grenze zu werfen und analy iert die aktuellen Verfassungsreformen in unsere Nachbarland. Weitere Themen der Ausgabe sind die Reformvorhaben im EU-Vergaberecht (S. Wixforth), di Strat gie zur legalen Zuwande- rung in die Union (C. Cesnovar) so- wie di revidierten OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen (E. Beer). Abgerunde mit Buch- und Veranstaltungstipps wünschen wir eine anregende Lektüre im Juni. Ihr AK Redaktionsteam eit 2007 verhandeln Indie und die EU ein weit reichendes Freihandelsabkommen. Es umfasst alle relevanten Wirtschafts- bereiche – von Industrie, La dwirtschaft und Dienstleistungssekto- ren bis hin zu P t nten, der öffentlichen Auftragsvergabe und der A sbeutung von Rohstoffen. Demnächst sollen die Gespräche abge- schlossen werden. D ei weiß in Europa und Indien kaum jemand twas darüber. Nur Konzerne und ihre Lobbyverbände sind bestens in die Verhandlung n eingebunden. Pia Eberhardt In den Freihandelsverhandlu gen mit Indien arbeiten EU-Kommission, Mitgliedstaaten und Konzernlobbies eng zusa men F i d iche Übernahme Die bruchstückhaften Informationen über die Verhandlungen, die bisher an die Öffentlichkeit gesickert sind, haben soziale Bewegungen, Ge- werks aften, Entwicklungs-, Frau- en- und Gesundheitsorganisationen alarmiert. Si befürchten, dass das EU-Indien Freihandelsabkommen Armut, soziale Ungleichh it und den ökologischen Raubbau in I dien ver- schärfen wird. Auch Arbeitsrechte und der Z gang zu Medikamenten seien durch das Abkommen bedroht, und zw r nicht nur in Indien, son- dern weltweit. Wiederholt haben da- her hunderte zivilgesellschaftliche Organisationen aus Europa und In- dien zu einem sofortigen Stopp der Verhandlungen aufgerufen.1 Ganz anders die europäischen Kon- ze ne und ih e Verbände: Für Busi- nessEurope, den europäischen Arbeitgeberv rband, ist das EU-Indi- en-Freihandelsabkommen das wich- tigste, das die EU derzeit verhandelt. Ihm gehen die Gespräche zwar nicht schnell genug, aber der Verband ist hochzufrieden mit der Verhand- lungsführung der EU-Kommission. Und it ihrer Informationspolitik. Kein Wunder.Symbiose zwischen Kommission und Wirtschaft n Schon Monate vor B ginn der offiziellen Gespräche mit Indien begann die EU-Kommis- sion, die europäische Wirtschaft zu konsultieren. In einem detaillierten Fragebogen wurde sie zu Proble- men beim Export von Gütern und Dienstleistungen, bei Filialeröffnun- g n, beim Zugang zu Rohstoffen in Indien etc. befragt. Drei Tage vor Verhandlungsbeginn versicherte die damalige EU-Agrarkommissarin, Freihandel mit Indien 1 Economic Governance rechtswidrig? 7 EU-Wirtschaftsregierung 13 Verfassungsreform in Ungarn 15 Financial Transaction Tax 19 Finanzmärkte und Rohstoffbörsen 20 Sparpakete in Europa 22 Revidierte OECD-Leitsätze 24 Legale Zuwanderung 28 Grünbuch EU-Vergabepolitik 30 Buchtipps 33 u& international infobrief Ausgabe 3 | Juni 2011 Aus dem Inhalt » EU-Infobrief: Europa und Internationales in kritischer und sozialer Perspektive – kostenlos beziehen Der EU-Infobrief erscheint 5x jährlich im digitalen Format und liefert eine kritische Analyse der Entwicklungen auf europäischer und internationaler Ebene. Die Zeitschrift der Abteilung EU & Internationales der AK-Wien fokussiert dabei Themen an der Schnitt stelle von Politik, Recht und Ökonomie. Anspruch ist nicht nur die Prozesse in den europäischen Institutionen zu beschreiben, sondern auch Ansätze zur Überwindung des Neoliberalismus zu entwickeln. Kurze Artikel informieren in prägnanter Form über aktuelle Themen. Langbeiträge geben den Raum für grundlegende Analysen, Buchbesprechungen bieten eine kritische Übersicht einschlägiger Publikationen.