9Verschärft wird diese Situation noch durch die geringe Beschäftigungsquote älterer Erwerbs- tätiger in Österreich. Nach den Zielen der Lissabon-Strategie soll die Beschäftigungsquote der älteren Arbeitskräfte (55 bis 64 Jahre) bis 2010 von 40% auf 50% angehoben werden. Diese Zielvorgaben werden mittlerweile zwar als unrealistisch eingeschätzt, Österreich hält aber gerade bei 30% und bildet, gemeinsam mit Belgien und Italien, das Schlusslicht in den EU-15. Wie der gemeinsame Beschäftigungsbericht 2004/2005 der EU ausweist, hat Österreich seit 1997 nur geringe Fortschritte gemacht, die Beschäftigungsquote Älterer zu erhöhen. Wenn man bedenkt, dass der Anteil Älterer an der Erwerbsbevölkerung dramatisch zunehmen wird (von 22% im Jahr 2000 auf 28% in 2015), besteht dringender Handlungsbedarf. Der nunmehr vorliegende Bericht soll Orientierungen bieten, wo Interventionen für eine Verbesserung der Arbeitsmarktposition Älterer sinnvoller Weise zu setzen sind. 2. ECKDATEN ZUR ARBEITSMARKT-ENTWICKLUNG Bedingt durch die demografische Entwicklung altert die Erwerbsbevölkerung in Österreich. Von den Über-50jährigen waren im Jahr 2004 knapp 506.000 Menschen in Beschäftigung – ein Höchststand – und 46.000 als Arbeitslose registriert. Die Arbeitslosigkeit Älterer war mit 8.4 Prozent um 1.3 Prozentpunkte über dem Durchschnitt, allerdings unter dem Höchstwert von 1999 (10.4 Prozent). Alleine aus diesen Daten wird klar, dass Ältere eine besondere Risikogruppe sind. AL.-Quoten 1998–2004 nach Altergruppen 11% 10% 9% 8% 7% 6% 5% 4% 3% 2% 1% 0% 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 AL 50 - AL 19 - 24 AL gesamt AL bis 49 StudieEinzelseiten 27.07.2006 9:00 Uhr Seite 9