48 4.4.2. Angestellte in der Pharmaindustrie Typisch für die Branche sind die „Wanderjahre“ am Beginn, oft nach einem abgebrochenen Studium (Pharmareferent!), weshalb die Beschäftigten später als die Angestellten in anderen Branchen „sesshaft“ werden: 35% der Befragten sind zwischen 11 und 20 Jahre in der unter- suchten Firma beschäftigt, 37% – und damit deutlich weniger als in den anderen Unter- nehmen – arbeiten dort schon länger als 20 Jahre. Der Betrieb bietet vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten – zur Klinikreferentin, zur Außendienst- leiterin, zur Teamleiterin usw. Insbesondere durch die sehr häufigen Reorganisationen er- geben sich immer wieder neue Chancen. 61% der Befragten können jedenfalls auf einen Aufstieg in ihrer Berufslaufbahn zurückblicken. 64% sind mit den Aufstiegsmöglichkeiten zufrieden und 69% mit den Entwicklungsmöglichkeiten ganz allgemein. Bei dem untersuchten Unternehmen handelt es sich um einen internationalen Konzern mit einem ausländischen Headquarter. Insgesamt wurden 48 ArbeitnehmerInnen be- fragt, durchwegs Angestellte und zu zwei Drittel Frauen. 69%(!) aller Befragten hatten zumindest Matura oder einen Universitätsabschluss. Befund Die Rahmenbedingungen der Beschäftigung in diesem Betrieb sind durchaus zufrie- den stellend: Man kann über das Einkommen, die Sozialleistungen, die betriebliche Weiterbildung usw. nicht klagen und auch der Beitrag als Älterer im Unternehmen wird durchaus geschätzt. Das Hauptproblem liegt in der zunehmenden Arbeits- intensivierung (Stress, Zeitdruck, Überstunden) in den letzten Jahren. Vor allem Frauen leiden darunter, dass sie Beruf und familiäre Verpflichtungen immer schlechter ver- einbaren können. 0% 20% 40% 60% 80% 100% Beschäftigungsdauer Bau Pharma Elektro Spital 3 9% 11% 30% 19% 28% 2 8% 17% 35% 31% 6% 2 2 14% 29% 53% 3 4% 7% 27% 47% 12% 21 bis 30 Jahre länger als 30 Jahre 0,5 bis 2 Jahre 3 bis 5 Jahre 6 bis 10 Jahre 11 bis 20 Jahre StudieEinzelseiten 27.07.2006 9:00 Uhr Seite 48