4 ? Erarbeitung von qualitativen Mindeststandards für die adäquate Umsetzung von GB so- wie Informations- und Bildungsarbeit für ein langfristiges GB-Konzept. ? Durchführung wissenschaftlicher Arbeiten, insbesondere zur Weiterentwicklung des Konzeptes Geschlechtergerechter Budgetgestaltung hinsichtlich der Teilhabe- und De- mokratisierungsperspektive. ? Stärkung des Partizipationsgedanken von GB und Einforderung von mehr Teilnahme- möglichkeit für die Bevölkerung an budgetpolitischen Entscheidungen. 1.4 Gender Budgeting. Geschlechtergerechte Budgetgestaltung – Eine kurze Darstellung des Konzeptes Unter Geschlechtergerechter Budgetgestaltung ist die Analyse und Gestaltung von Budgets aus der Gleichstellungsperspektive zu verstehen. Gefragt wird als Ausgangsbasis jeweils, ob eine bud- getpolitische Maßnahme geschlechtsspezifische Benachteiligungen verstärkt, verringert oder un- verändert lässt, und was die Ursachen für das Bestehen von Benachteiligungen sind. Gender Bud- geting ist somit eine wesentliche Strategie, um Gleichstellungspolitik zu konkretisieren. Gender Budgeting stellt gleichzeitig einen unverzichtbaren Bestandteil von Gender Mainstreaming Strate- gien dar. Solange die Budget- und Wirtschaftspolitik nicht nach Gender Gesichtspunkten analysiert und umgestaltet wird, bleiben Gleichstellungsanliegen Randerscheinungen im politischen Gesche- hen. Budget- und Finanzfragen werden meist immer noch einigen wenigen PolitikerInnen und ExpertIn- nen überlassen. Budgetzahlen, welche die Situation öffentlicher Haushalte beschreiben, werden zu oft als das Ergebnis von Sachzwängen präsentiert und gelten damit als unabänderlich. Dass diese Zahlen aber das Ergebnis gesellschafts- und geschlechtspolitischer Machtverhältnisse darstellen, wird durch die scheinbare Objektivität und Neutralität von Zahlen verschleiert. Ein geschlechtsspe- zifischer Blick zeigt die enormen Auswirkungen der Budgetgestaltung auf das Leben von Frauen und Mädchen, Männern und Buben sowie auf die Verfestigung oder den Abbau ungleicher Bedin- gungen und Strukturen zwischen ihnen. Die Frage, wie Budgets mit der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern in Zusammenhang stehen, muss in den Mittelpunkt rücken. Dazu bedarf es einer Integration von Gleichstellungsfragen in die Budgetpolitik und des Einsatzes von Budgets zum aktiven Abbau der vielfältigen Benachteiligungen von Frauen. Genau das bedeutet die Umset- zung von Gender Budgeting bzw. Geschlechtergerechter Budgetpolitik. Geschlechtergerechte Budgetgestaltung bedeutet aber auch, neue Möglichkeiten der Mitgestaltung zu eröffnen: Die gleichberechtigte Teilnahme von Frauen und Männern an allen Entscheidungspro- zessen ist daher ein wesentlicher Bestandteil von Gender Budgeting. Damit BürgerInnen erkennen können, wo über Budgets Geschlechterverhältnisse generiert, manifestiert oder geändert werden und geändert werden könnten, ist Transparenz notwendig. Geschlechtergerechte Budgetgestaltung muss von frauen- und gleichstellungspolitisch engagieren Teilen der Zivilgesellschaft initiiert und gefordert, aber auch mitgestaltet, beobachtet und evaluiert werden (können). Eine Herausforderung für Gender Budgeting ist die Tatsache, dass Verwaltung und Wissenschafts- betrieb stark patriarchal geprägte Systeme sind. Vor diesem Hintergrund aktiv zur tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern beizutragen, erscheint die Unmöglichkeit per se. Gender Budgeting ist jedoch von der Überzeugung getragen, dass Institutionen veränderbar sind und e- manzipatorische Prozesse mit und aus den bestehenden Verhältnissen hervorgehen können.