Hauptaussagen und handlungspolitische Schlussfolgerungen Arbeit ist nicht nur ein Quell unserer Wohlfahrt sondern birgt auch Belastungen. Die Belastun- gen der Arbeitswelt können Auslöser für Krankheiten sein, die sich je nach beruflicher Tätig- keit, Arbeitsorganisation und Arbeitstechnologie sowie persönlicher Konstitution ? die sich nach Alter und Geschlecht unterscheidet ? anders artikulieren und entwickeln können. Die verschiedenen Formen der Arbeitsbelastungen können je nach Branche und Arbeitsplatz in unterschiedlichen Kombinationen auftreten (multifaktorielle Belastungen) und damit die körperliche, psychische und mentale Leistungskraft der Einzelnen in unterschiedlichem Maße kurz-, mittel- und längerfristig beeinträchtigen. Zusätzlich können individuelle Verhaltensmuster für einen unterschiedlichen Verlauf einer Krankheit verantwortlich sein. Ein Verständnis für die Komplexität der Wirkungsweise von spezifischen Belastungen am Ar- beitsplatz und gewissen Krankheiten ist notwendig, um gezielte Maßnahmen zur Reduktion der gesundheitlichen Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz setzen zu können. Präventions- maßnahmen sind die Voraussetzung dafür, dass die Alterung der Erwerbsbevölkerung nicht zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsproduktivität und Wirtschaftskraft einerseits und zu einer überproportionalen gesundheitlichen Beeinträchtigung der älteren Menschen andererseits führt. Arbeitsplatzbelastungen in Österreich Die gesundheitsrelevanten Belastungen in der Arbeitswelt hängen sowohl von der Wirtschafts- struktur als auch der Produktionstechnologie und den Arbeitsmarktregelungen ab. Ein Ver- gleich der österreichischen Arbeitsbedingungen mit anderen Ländern der EU 15 (Erhebungs- wellen des European Survey on Working Conditions 2000 und 2005 sowie Mikrozensus 1999) zeigt: • Unter den physischen Belastungsfaktoren sind vor allem Vibrationen, Lärm, Staub, Ab- gase und hohe Temperaturen weit verbreitet. In Österreich gibt je nach Merkmal rund ein Achtel bis ein Fünftel der Beschäftigten an, am Arbeitsplatz mindesten die Hälfte der Zeit diesen Belastungen ausgesetzt zu sein. Niedrige Temperaturen, Chemikalien und Strahlungen spielen hingegen bei weniger als 10% der Beschäftigten am Arbeits- platz eine Rolle. Ergonomische Belastungsfaktoren, die sich auf Bewegungsabläufe und die Mensch-Maschine-Schnittstelle beziehen, sind in Österreich etwa ebenso häu- fig wie in der EU 15 anzutreffen: Mehr als ein Fünftel der Befragten gibt an, häufig schwere Lasten zu tragen; rund ein Viertel der Arbeitskräfte ist von schmerzhaften Hal- tungen betroffen, und vierzig Prozent führen repetitive Hand- und Armbewegungen aus.