Sicherungssysteme und Risikoverteilung bei Betriebspensionen - Ländervergleich Mag. Gerald Klec 7/14 Studie im Auftrag der AK- Wien Mindestkapitalstocks ist auf das Ende der Anwartschaftsperiode bezogen. Kann der Arbeitgeber aufgrund Insolvenz seiner Garantieverpflichtung nicht nachkommen, so wird die Garantieverpflichtung vom Pensionssicherungsverein auf Gegenseitigkeit (PSVaG) übernommen, der auch für die Absicherung der Direktzusagen zuständig ist. Die Arbeitgeber sind zu Prämienzahlungen an den PSVaG verpflichtet. In Belgien liegt der Garantiezinssatz deutlich höher als in Deutschland oder Österreich. Die Garantie trägt ebenso wie in Deutschland der Arbeitgeber (bzw. bei Sektorenpensionsplänen der Arbeitgeberverband des Sektors). Für Eigenbeiträge der Arbeitnehmer resultiert die Mindestverzinsung aus dem Referenzrichtsatz für langfristige Versicherungsleistungen (derzeit 3,75 % p.a.). Die Garantie bezieht sich auf jenen Teil der Arbeitnehmerbeiträge, der nach Abzug der Risikoprämien für die Deckung der Risken Invalidität und Tod verbleibt. Sie gilt sowohl in Defined Benefit als auch in Defined Contribution Plänen. In den Defined Contribution Plänen gibt es zusätzlich eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestrendite auf die Beiträge des Arbeitgebers (ebenfalls nach Abzug der Risikoprämien für die Deckung der Risken Invalidität und Tod vor Pensionsantritt und der Verwaltungskosten). Die Mindestrendite liegt um 0,5 % unter jener für die Arbeitnehmerbeiträge, somit derzeit 3,25 % p.a. Die Ertragsgarantie ist nicht jedes Jahr zu erfüllen, sie bezieht sich auf die gesamte Einzahlungsdauer und wird erst zum Zeitpunkt des Austritts des Begünstigten oder der Beendigung des Pensionsplans schlagend. Wenn zu diesem Zeitpunkt die vorhandenen Reserven für die Erreichung des Garantiewerts nicht ausreichen, muss der beitragleistende Arbeitgeber die fehlenden Mittel aufbringen. Bei Sektorenpensionsplänen hat der Arbeitgeberverband des Sektors die Garantieverpflichtung zu erfüllen. In Defined Benefit Systemen spielen Mindestertragsgarantien für die Arbeitnehmer insofern keine Rolle, als der Arbeitgeber für die Erfüllung der Leistungszusage einzustehen und damit das Risiko schlechter Ergebnisse in der Vorsorgeeinrichtung zu tragen hat. Schwankung der Pensionshöhe Österreich: Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass Beitragszusagen über österreichische Pensionskassen in sehr hohem Maß volatil sind – und das nicht nur in der Anwartschaftsphase, sondern auch in der Phase des Pensionsbezugs. Je nach Entwicklung der Veranlagungsergebnisse kann es ein kräftiges Auf und Ab bei den Pensionshöhen geben. So sind nach den Kapitalmarkteinbrüchen im Jahr 2008 etliche Bezieher von Pensionskassenpensionen mit Pensionskürzungen von über 20 % konfrontiert. Eine wichtige Rolle für die Berechnung der Pensionshöhe spielt die Höhe des verwendeten Rechnungszinssatzes. Der Rechnungszins wird bei der Umrechnung des Pensionskapitals in eine Pension als Art Vorgriff auf künftige Veranlagungserträge veranschlagt. Eine weitere wichtige Rechengröße ist der höher angesetzte Rechnungsmäßige Überschuss, der die unterstellte durchschnittliche Ertragserwartung zum Ausdruck bringen soll (im Ausmaß der Differenz zwischen Rechnungszins und Rechnungsmäßigem Überschuss soll modelltheoretisch die durchschnittliche Pensionsanpassung liegen). Liegt das tatsächliche Ergebnis über dem Rechnungsmäßigen Überschuss so wird der übersteigende Wert zur Dotierung der Schwankungsrückstellung2 verwendet. 2 Die Schwankungsrückstellung ist im österreichischen Pensionskassenrecht als zentrales Instrument zum Ausgleich von Kapitalmarktschwankungen vorgesehen.